Start Politik eSport-Offensive: Schleswig-Holstein will „Gamer-Land“ werden

eSport-Offensive: Schleswig-Holstein will „Gamer-Land“ werden

Das Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (Mitte) will Schleswig-Holstein zum
Das Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (Mitte) will Schleswig-Holstein zum "Gamer-Land" machen (Foto: Landesregierung / Frank Peter)

„Der echte Norden“ – damit wirbt das nördlichste Bundesland. Jetzt schafft die Landesregierung die Voraussetzungen, um Schleswig-Holstein zusätzlich zum „Gamer-Land“ zu machen.

Schon im Koalitionsvertrag vom Juni 2017 hatte die Jamaika-Koalition aus CDU und Grünen vereinbart, eSport-Events ins Land zu holen und die ehrenamtliche Tätigkeit in diesem Segment als gemeinnützig und damit auch steuerlich anzuerkennen.

Im Unterschied zur Bundesregierung werden die Pläne in Schleswig-Holstein konkreter: Die Fraktionen von Union, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und den Abgeordneten des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) haben am 22. August – also noch während der laufenden Gamescom 2018 – einen Antrag im Landtag eingebracht.

Der Landtag fordert die Landesregierung unter Vorsitz von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf …

  • … eSport-Veranstaltungen und die Gründerung einer „eSports Akademie“ an der Fachhochschule Westküste zu etablieren und zu fördern
  • … gemeinsam mit Kommunen konkrete Konzepte für die Integration des eSport in die Jugendarbeit zu erstellen
  • … sich auf Bundesebene für eine Änderung der Abgabenordnung einzusetzen – mit dem Ziel, eSport-Tätigkeiten als gemeinnützig anzuerkennen
  • … den Dialog zwischen eSport und klassischem Sport zu fördern
  • … freiwillige eSport-Angebote an Schulen einzurichten – solange die Spiele von der USK geprüft sind
  • … die Digitalisierungsstrategie des Landes mit Blick auf wirtschaftspolitische Synergien zu überprüfen
  • … alle eSport-Aktivitiäten wissenschaftlich zu begleiten

In der Plenar-Sitzung vom 5. September wurde dieser Antrag nun unter dem Tagesordnungspunkt 28 im Kieler Plenarsaal behandelt.

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) räumte ein, dass es ihm schwer falle, eSport als Sport zu betrachten. Doch die Entscheidung läge beim Deutschen Sportbund. Parteikollegin Barbara Ostmeister teilte die Bedenken: Sie wolle das Segment nicht „verteufeln“, forderte aber eine fachliche und kritische Auseinandersetzung.

Landtags-Vizepräsident Rasmus Andresen (Bündnis 90/Die Grünen) verwies darauf, dass eSport ein wichtiger Teil der Jugendkultur sei. Außerdem werde damit „mittlerweile sehr viel Geld verdient“.

Der Antrag wurde mit großer Mehrheit gebilligt und zur weiteren Beratung an den zuständigen Innen- und Rechtsausschuss verwiesen.

Unter der Überschrift „eSports – der Sport von morgen“ veranstaltet das Innenministerium zusammen mit der Kieler Wirtschaftsförderung eine Tagung mit Vorträgen und Diskussionsrunden, die am 13. September in Kiel stattfindet. Die Teilnahme ist kostenlos (Infos zu Programm und Anmeldung).

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