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Bund der Steuerzahler kritisiert Computerspielpreis

Die CSU-Minister Dobrindt und Aigner bei der DCP-Gala 2016 in München (Foto: Getty Images / Gisela Schober)
Die CSU-Minister Dobrindt und Aigner bei der DCP-Gala 2016 in München (Foto: Getty Images / Gisela Schober)

„Unnötig“ – so lautet der Befund beim Bund der Steuerzahler mit Blick auf den Deutschen Computerspielpreis. Der Zuschuss des Bundes sei Verschwendung von Steuergeldern.

Im Rahmen der traditionellen „Aktion Frühjahrsputz“ hat der Bund der Steuerzahler e. V. (BdSt) 30 exemplarische Fälle der „Steuerverschwendung“ benannt – vorwiegend Formen der Förderung und Subvention. Nach Rechnung des Steuerzahler-Bunds ergibt sich über alle Felder hinweg ein Einsparpotenzial von 22 Milliarden Euro.

Dazu gehört nach Auffassung des umstrittenen Verbands auch die Förderung der heimischen Computerspiele-Branche in Form des Deutschen Computerspielpreises und der „Internationalen Computerspielesammlung Berlin-Brandenburg“.

Die Einrichtung der weltweit größten Computerspielesammlung wird zwar ausführlich beschrieben, allerdings geht aus dem Text nicht hervor, wogegen sich die Kritik explizit richtet – abgesehen von den Kosten in Höhe von 145.000 Euro.

Steuerverschwendung: Bund der Steuerzahler kritisiert Beteiligung des Bundes am Computerspielpreis

Konkreter wird es beim Deutschen Computerspielpreis 2017: Nicht nur sei das Preisgeld auf ein neues Rekordniveau von 550.000 Euro geklettert – der Anteil des Bundes und letztlich des Steuerzahlers sei 2016 auf 59 Prozent angewachsen, während die Wirtschaft – also die Mitglieder von BIU und GAME – nur noch 41 Prozent trage. Damit weiche das Verkehrsministerium als federführendes Ressort von der bisherigen 50:50-Aufteilung der Finanzierung ab.

Ursprünglich habe das Verkehrsministerium eine Aufstockung der Mittel auf 950.000 Euro beantragt.

Bund der Steuerzahler: Games-Branche könne DCP „problemlos allein finanzieren“

Doch der Steuerzahlerbund hält eine Steuerfinanzierung des Computerspielpreises ganz grundsätzlich für unnötig – „gleich in welcher Höhe“. Der Preis sei ursprünglich dazu gedacht gewesen, um die „junge Games-Industrie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.“ Doch der Markt boome seit Jahren, die Branche könne mit ihren Milliarden-Umsätzen den Preis „problemlos allein finanzieren.“

Das Fazit des Verbands: „Wenn die Politik bei der qualitativen Bewertung von Computerspielen mitmischen will, dann im ideellen Sinne – im Rahmen einer Schirmherrschaft.“

Bezeichnenderweise wird die geplante, deutlich aufgestockte Förderung der deutschen Filmbranche mit keiner Silbe erwähnt. Die Kulturbeauftragte im Kanzleramt will bis 2018 mehr als 150 Millionen Euro investieren.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Steuerzahlerbund auch die Förderung der Amazon-Prime-Serie „You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer kritisiert hat. Das Volumen betrage hier rund 1,7 Millionen Euro. Allein 300.000 Euro kämen vom Medienboard Berlin-Brandenburg, das neben TV-Produktionen und Kinofilmen auch Computerspiele fördert.

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