
Nach dem hauchdünnen Sieg der Grünen spricht Vieles für eine Fortsetzung der Koalition in Baden-Württemberg – dann mit einem Ministerpräsident Cem Özdemir.
Der letzte Gamescom-Besuch von Cem Özdemir datiert aus dem Bundestagswahlkampf 2017: Damals tourte der Spitzenkandidat der Grünen über das Koelnmesse-Gelände, lieferte sich FIFA 18-Show-Matches und posierte mit The Witcher-Cosplayern.
Sollte Özdemir auch in diesem Jahr nach Köln reisen und den Gemeinschaftsstand von ‚The Länd‘ besuchen, dann möglicherweise als frischgebackener Ministerpräsident: Denn nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis haben die Grünen mit 30,2 % denkbar knapp die Landtagswahl in Baden-Württemberg am gestrigen Sonntag gewonnen – ein Resultat, mit dem bis vor wenigen Wochen ungefähr niemand gerechnet haben dürfte, erst recht nicht die unterlegene CDU mit Frontmann Manuel Hagel, der 29,7 % einfuhr. Beide Parteien kommen auf jeweils 56 Sitze im Stuttgarter Landtag.
Damit wird eine Neuauflage der bisherigen Koalition wahrscheinlich, zumal es mit Blick auf die desaströsen Ergebnisse von SPD und FDP keine valide Alternative gibt. Noch in dieser Woche soll es daher zu ersten Gesprächen zwischen Union und Grünen kommen, die mit einer komfortablen Zwei-Drittel-Mehrheit regieren könnten.
Ein Selbstläufer werden die Verhandlungen nicht: In zentralen Punkten liegen die Positionen der Parteien weit auseinander.
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg: Was bedeutet das Ergebnis für die Games-Studios?
Für die Games-Industrie in Baden-Württemberg dürfte sich auch mit der neuen Konstellation in der Praxis wenig ändern – zumal erst im August 2025 eine neue Förder-Richtlinie in Kraft getreten ist. Das Land stellt den Studios pro Jahr 1,2 Mio. € zur Verfügung und bleibt damit weit entfernt von den Ambitionen anderer Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern.
Die Wahlprogramme von CDU und Grüne (Analyse) geben zudem wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich am Stellenwert der Videospiel-Industrie zeitnah etwas ändert. Die Union will zwar Games und Animation stärken, bleibt bei der Frage nach dem „Wie?“ aber genauso wattig wie die Grünen, die lapidar feststellen: „Film, Animation und Games sind ein Zukunftsthema.“
Gleichwohl kann es passieren, dass sich die Zuständigkeiten ändern: Derzeit ist die Games-Politik im CDU-geführten Wirtschafts-Ministerium verankert. Mindestens die Grünen haben in ihrem Programm ein eigenes Digitalministerium angekündigt, das die „Verantwortungsdiffusion“ beenden soll. Auch der Branchenverband Bitkom macht sich dafür stark, dass Baden-Württemberg ein eigenes Digital-Ressort bekommt, wie es sowohl auf Bundesebene als auch in Bayern und Hessen existiert.
Während in Stuttgart also die ersten Sondierungen starten, laufen die Vorbereitungen für die Gamescom 2026: Noch bis 15. März (kommender Sonntag) können sich baden-württembergische Unternehmen für den Gamescom-Gemeinschaftsstand in der Business Area bewerben.

Nintendo of Europe, Ubisoft Blue Byte und Stillfront sind die drei größten Games-Unternehmen in Deutschland 2025 (nach Mitarbeitern / v2 / Stand: 30.7.2025)












