Start Meinung Fröhlich am Freitag 25/2019: Harry Potter – ein Sommermärchen?

Fröhlich am Freitag 25/2019: Harry Potter – ein Sommermärchen?

Anfang Juli 2018 lockt die
Anfang Juli 2018 lockt die "Pokémon Go Safari" mehr als 170.000 Pokémon-Jäger nach Dortmund - auf einen ähnlichen Erfolg hofft Niantic mit "Harry Potter: Wizards Unite" (Foto: Niantic)

Es hat Gründe, warum der desiginierte „Pokémon Go“-Thronfolger „Harry Potter: Wizards Unite“ im Juni und nicht im Oktober in die Appstores kommt.

Verehrte GamesWirtschaft-Leser,

in den kommenden Wochen wird der bange Blick der Chefetage des MediaMarkt-/Saturn-Konzerns Ceconomy wieder regelmäßig der Wettervorhersage gelten. Im vergangenen Jahr hatte „das ungewöhnlich heiße Wetter im Juli und August“ zu einer außerplanmäßigen Gewinnwarnung geführt.

Übersetzt: Die Kundschaft verbrachte den Sommer 2018 lieber im Freibad, im Biergarten oder an der Eisdiele – und nicht in den vollklimatisierten Geschäftsräumen der Elektronikmärkte. Verschärft wurde der Umsatzeinbruch durch das hochnotpeinliche Vorrunden-Aus der deutschen Herren-Nationalmannschaft in Russland. Denn normalerweise lösen Fußball-Großveranstaltungen beim Verbraucher sehr zuverlässig den dringenden Wunsch aus, vorhandene Fernseher durch Neugeräte zu ersetzen.

Aus Sicht des deutschen Einzelhandels wäre es also zuträglich, wenn erstens die U21 weiterhin bei der EM zaubert und zweitens das Damen-Team eine erfolgreiche WM spielt – und drittens die Temperaturen im deutschsprachigen Raum allenfalls um die 20 Grad herumoszillieren.

Fröhlich am Freitag - die wöchentliche Kolumne bei GamesWirtschaft
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Auf das exakte Gegenteil – nämlich eitel Sonnenschein und einen möglichst trockenen Sommer – dürften hingegen Warner und Niantic hoffen. Denn am heutigen Freitag geht die Augmented-Reality-Location-Based-App „Harry Potter: Wizards Unite“ offiziell an den Start, zunächst in den USA und in Großbritannien. 2016 sorgte „Pokémon Go“ (ebenfalls von Niantic) dafür, dass überwiegend junge Menschen die Fußgängerzonen und Parks des Landes fluteten und seltenen Pokémon nachstellten. Jeder umherirrende Spieler war eine virale Marketing-Kampagne auf zwei Beinen. Auf ähnliche Bilder und Schlagzeilen hofft der Hersteller natürlich auch in diesem Jahr.

Auch drei Jahre nach Markteinführung ist „Pokémon Go“ immer noch eine der meistgespielten und profitabelsten Apps in der westlichen Hemisphäre. Auch wenn „Harry Potter: Wizards Unite“ diese Fabelzahlen mutmaßlich nicht erreicht: Zwingende Voraussetzung für einen soliden Start wären in jedem Fall angenehme Außenbedingungen. Denn wer den Smartphone-Zauberstab schwingen will, muss die Sofa-Lümmel-Komfortzone zwangsläufig verlassen. Gutes Wetter bedeutet gute Spielerzahlen bedeutet gute Umsätze: Umgekehrt würden Nieselregen, Schauer und Gewitter den Start glatt verhageln.


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Apropos Verhageln: Um das dritte Quartal im vergangenen Jahr doch noch zu retten, jagte MediaMarkt dem ärgerlich schönen Sommer eine Mehrwertsteuer-geschenkt-Aktion im September hinterher. In diesem Jahr geht man gleich auf Nummer Sicher – und verlegt die Rabatt-Schlacht kurzerhand an den Anfang der Ferien-Saison. Da hat jemand den Klimawandel verstanden.

Ein schönes (sonniges) Wochenende wünscht Ihnen

Petra Fröhlich
Chefredakteurin GamesWirtschaft


Alle Folgen unserer Kolumnen-Reihe finden Sie in der Rubrik „Meinung“.

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