Start Marketing & PR Kampfansage an Steam und Epic: Microsoft reduziert Entwickler-Provision

Kampfansage an Steam und Epic: Microsoft reduziert Entwickler-Provision

Der Microsoft Store konkurriert mit Steam, Epic Games Store und GOG.com (Abbildung: Microsoft)
Der Microsoft Store konkurriert mit Steam, Epic Games Store und GOG.com (Abbildung: Microsoft)

Ab dem 1. August begnügt sich Microsoft bei PC-Spielen mit einer Vermittlungs-Provision von 12 Prozent – bislang üblich waren 30 Prozent.

Derweil sich Apple und Fortnite-Entwickler Epic Games vor Gericht darüber streiten, ob ein Drittel eine angemessene Provision für In-App-Umsätze darstellt, schafft Microsoft Fakten: Das Unternehmen behält künftig ’nur‘ noch 12 Prozent statt bislang 30 Prozent ein – die Publisher und Studios dürfen also 88 Prozent der Einnahmen behalten.

Dies gilt allerdings nur für PC-Spiele im Microsoft Store – nicht aber für Konsolen-Spiele, In-Game-Käufe und Erweiterungen auf Xbox One und Xbox Series X, für die analog zu Nintendo oder Sony weiterhin rund 30 Prozent Provision anfallen.

Microsoft-Manager Matt Booty begründet die Entscheidung damit, dass Microsoft der Erfolg der Spiele-Entwickler ganz besonders am Herzen liege: „Ein klarer, unkomplizierter Umsatz-Anteil bedeutet, dass die Entwickler mehr Spieler mit mehr Spielen erreichen können – und davon auch wirtschaftlich profitieren.“

Die überraschende Ankündigung ist als klare Kampfansage an PC-Download-Plattformen wie Steam, GOG.com und Epic Games Store zu verstehen. Während Marktführer Valve in einem abgestuften Modell bis zu 30 Prozent von Steam-Entwicklern fordert, gibt sich Epic mit 12 Prozent zufrieden – was dazu geführt hat, dass Ubisoft-Spiele wie ANNO 1800 nicht mehr bei Steam gelistet sind.

Der PC-Spiele-Markt ist für Microsoft weiterhin von großer strategischer Bedeutung: Zuletzt wurden Spiele wie der Microsoft Flight Simulator, Minecraft Dungeons, Wasteland 3 und Gears Tactics veröffentlicht – im Lauf des Jahres folgt das Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires 4. All diese Titel sind parallel auch via Steam zu erwerben, ebenso wie Sea of Thieves und die Halo Master Chief Collection.

Mit dem Xbox Game Pass für PC greifen Abonnenten auf über 100 Windows-10-Spiele zu, darunter weite Teile des Bethesda- und Electronic-Arts-Sortiments. Flatrate-Preis pro Monat: 9,99 Euro. Für den Ego-Shooter Halo Infinite kündigt Microsoft außerdem Multiplayer-Cross-Play-Unterstützung an – sprich: PC- und Xbox-Spieler können mit- und gegeneinander online spielen.