Start Marketing & PR Lootboy: Potsdamer Startup erobert Appstores

Lootboy: Potsdamer Startup erobert Appstores

Nach wenigen Monaten haben sich bereits mehr als 1 Million Spielefans bei Lootboy angemeldet (Abbildung: Lootboy GmbH)
Nach wenigen Monaten haben sich bereits mehr als 1 Million Spielefans bei Lootboy angemeldet (Abbildung: Lootboy GmbH)

Bereits mehr als 1 Million Spiele-Fans haben sich bei Lootboy angemeldet: Hinter der App steckt ein Startup mit Sitz in Potsdam.

Der Einstieg ins Lootboy-Universum ist denkbar einfach: Wer die kostenlose iOS- oder Android-App installiert oder sich auf der Website registriert, bekommt zunächst ein Gratis-„Lootpack“ mit fünf Karten. Darin sind zum Beispiel Codes enthalten für Vollpreis-Spiele, virtuelle Güter für Online-Spiele, Rabatt-Codes für Online-Shops von Peripherie-Herstellern und Vieles mehr.

All diese Codes werden Games-typisch in einem Inventar abgelegt und lassen sich jederzeit aufrufen und einlösen.

Wer genügend Ingame-Währung in Form von Lootcoins gesammelt hat, darf ein weiteres Lootpack „aufreißen“. Diese Lootcoins-Münzen lassen sich auf gelernte Art und Weise einsammeln: durch tägliches „Abholen“ (also Einloggen), durch den Aufruf des wöchentlich neuen Comics, das Einladen von Freunden und das Anschauen von Werbe-Spots. Auch für das Recycling von nicht benötigten Karten – das „Shreddern“ – gibt es Punkte. Die fleißigsten Coin-Sammler werden außerdem mit monatlich wechselnden Konsolen- und Hardware-Paketen belohnt.

Zusätzlich sind zeitlich limitierte Premium Lootpacks für jeweils 99 Cent im Angebot, die nach Plattformen (PC, PS4, Xbox One, Switch), Genres und Spielen („FIFA“, „League of Legends“, „GTA“ etc.) unterteilt sind. Dadurch ist sichergestellt, dass der Spieler vorwiegend Codes erhält, die er mutmaßlich auch wirklich gebrauchen kann. Serienmäßig sind zwei Lootcoin-Karten, drei Zufallkarten und eine „Premium LootCard“ dabei.

Lootcoins gibt es zum Beispiel für den Aufruf des wöchentlichen Comics. Mit den Münzen lassen sich dann weitere Lootpacks freischalten (Abbildungen: Lootboy GmbH)
Lootcoins gibt es zum Beispiel für den Aufruf des wöchentlichen Comics. Mit den Münzen lassen sich dann weitere Lootpacks freischalten (Abbildungen: Lootboy GmbH)

Lootboy: Vollpreis-Spiele und Guthaben-Karten nach dem Zufallsprinzip

Wer Glück hat, zieht womöglich eine Vollversion wie „Far Cry 5“, „Destiny 2“ oder „Kingdom Come Deliverance“, Steam-Guthabenkarten, „GTA Online“-Währung oder „Fortnite“-Bucks. All diese Codes werden nach dem Zufallsprinzip zugeteilt, ähnlich wie bei den umstrittenen Lootboxen („Beutekisten“).

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit auf einen der Hauptpreise – etwa eine 50-Euro-PSN-Guthabenkarte – ist, wird nicht explizit ausgewiesen. Anders als beim staatlich regulierten Glücksspiel gibt es allerdings keine „Nieten“, auch der Geldeinsatz von pauschal 0,99 Euro ist deutlich niedriger als bei den Lootbox-Paketen von „FIFA 18“ oder „Dota 2“, zumal der Lootpack-Kauf gedeckelt ist. Zudem übersteigt der Wert der „gewonnenen“ Codes die Investition allein schon deshalb deutlich, weil stets geldwerte Ingame-Items oder PC-Vollversionen inklusive sind. Die Bandbreite ist gewaltig – von Klassikern wie „Rollercoaster Tycoon Deluxe“ über „Deponia“ bis hin zu „The Walking Dead“.

Hier liegt auch der Hebel für das Geschäftsmodell von Lootboy: Die Firma kauft Codes bei Publishern und Händlern in großem Stil ein und schnürt daraus neue Pakete mit Rabatt-Gutscheinen sowie Ingame-Items für Apps, Browserspiele und Online-Games wie „Dark Orbit“ oder „World of Tanks“.

Das Lootboy-Team liefert dadurch eine smarte Lösung für eine der drängendsten Herausforderungen von Free2play-Entwicklern: die Neu- und Rückgewinnung von Spielern. Auch große deutsche Games-Studios und -Publisher geben Jahr für Jahr hohe zweistellige Millionenbeträge allein fürs Marketing aus – die Kosten pro Neukunde sind zuletzt weiter gestiegen.

Durch die Flut an Spielen wird es immer komplexer, kleinteiliger und anspruchsvoller, neue Kunden zu erreichen. Ein ganzes Heer an Agenturen ist nur mit dem Einkauf und der Optimierung von Werbeflächen beschäftigt. Ziel: eine möglichst gute Conversion Rate, also etwa der erstmalige Download eines Spiels.

Lootboy GmbH: Das neue Startup von RPC-Erfinder André Kuschel

Einer der beiden Lootboy-Erfinder und -Geschäftsführer heißt André Kuschel: Der umtriebige Seriengründer hat mit der alljährlichen Role Play Convention (RPC) in Köln eine der größten Games-Veranstaltungen in Deutschland aufgebaut, die er auch weiterhin organisiert. Mittlerweile gehört die Marke der KoelnMesse.

Derzeit beschäftigt Kuschel bei der Potsdamer Lootboy GmbH ein zwölfköpfiges Team, das aus Entwicklern und Produkt-Managern besteht. Als Global Director of Business Development & Communication ist Michael Schmidt an Bord, der fünf Jahre lang für PR und Marketing des Hamburger Zubehör-Produzenten Roccat verantwortlich war.

Michael Schmidt (Business Development) und CEO André Kuschel treiben die internationale Skalierung der Lootboy-App voran (Fotos: Lootboy GmbH)
Michael Schmidt (Business Development) und CEO André Kuschel treiben die internationale Skalierung der Lootboy-App voran (Fotos: Lootboy GmbH)

Hinzu kommen freie Mitarbeiter wie etwa Marvin Clifford: Der mehrfach ausgezeichnete Zeichner („Schisslaweng“, „Shakes & Fidget“) steuert nicht nur die wöchentlichen Comics und das Lootboy-Maskottchen bei, sondern ist auch für das Grafik-Design der Loot-Päckchen und -Karten zuständig, deren Inszenierung nicht zufällig an Lootboxen aus „Overwatch“, „FIFA“ & Co. erinnert.

Der enorme Erfolg von Lootboy wird zwangsläufig Nachahmer und Trittbrettfahrer auf den Plan rufen. Regelmäßig rangiert die App in den Appstore-Charts auf Spitzenplätzen, der Wertungsschnitt liegt bei beachtlichen 4,7 von 5 Punkten.

Daher will (und muss) Kuschels Team zügig expandieren: Noch stammen zwei Drittel der Kunden aus Deutschland – durch zusätzliche Sprachversionen und den „Roll-Out“ der App im angelsächsischen Raum will das komplett aus Eigenmitteln finanzierte Startup weiter wachsen und die Idee international skalieren. Daher sucht das Team neben Kooperationspartnern auch weiteres Personal.

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