Start Wirtschaft The Last Ronin: Paramount übernimmt – was passiert mit der 3-Mio.-€-Förderung?

The Last Ronin: Paramount übernimmt – was passiert mit der 3-Mio.-€-Förderung?

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Paramount Games Studio lässt TMNT: The Last Ronin von PlatinumGames in Japan entwickeln.
Paramount Games Studio lässt TMNT: The Last Ronin von PlatinumGames in Japan entwickeln.

Osaka statt Schwarzwald: Paramount nimmt die Entwicklung des Ninja-Turtles-Spiels The Last Ronin in die eigene Hand. Die Folgen sind weitreichend.

„Currently working on TMNT: The Last Ronin“ – so steht es geschrieben auf dem LinkedIn-Profil der Black Forest Games GmbH. Von der Website des Offenburger Studios ist der Titel hingegen bereits verschwunden – mit Ausnahme eines Links auf jenen ‚Reveal-Trailer‘, den Publisher THQ Nordic im Vorfeld der Gamescom 2023 veröffentlicht hat.

Seitdem wurde es ruhig um die Action-Abenteuer-Adaption der düsteren Comic-Serie. In den Quartalsberichten des börsennotierten schwedischen THQ-Nordic-Mutterkonzerns Embracer Group taucht das Projekt letztmals im Februar 2025 auf.

Spätestens seit der Präsentation eines neuen Trailers auf dem Summer Game Fest vor wenigen Tagen ist auch klar, warum: Denn der Lizenzgeber – der US-Entertainment-Konzern Paramount – lässt das PC- und Konsolen-Spiel vom japanischen Studio PlatinumGames entwickeln. Die Entscheidung zum Produktions-Stopp bei Black Forest Games ist laut Unternehmenssprecher bereits vor der Fusion von Skydance und Paramount erfolgt.

PlatinumGames mit Sitz in Osaka hat sich einen Namen gemacht mit Action-Spiele-Marken wie Bayonetta, Nier: Automata und Ninja Gaiden 4. Für die Vermarktung von The Last Ronin ist die frisch gegründete Abteilung Paramount Games Studio zuständig, die künftig die umfangreiche Bibliothek an Film- und Serien-Marken auswerten soll – im ersten Schritt Star Trek, Avatar, SpongeBob und eben die Teenage Mutant Ninja Turtles (TMNT). Künftig könnten weitere Franchises dazukommen, darunter Mission Impossible, Yellowstone, Paw Patrol oder Top Gun.

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The Last Ronin: Paramount übernimmt – PlatinumGames entwickelt

Dass die Entwicklung eines Computerspiels von einem zum anderen Studio wandert, ist nichts völlig Ungewöhnliches. Eine besondere Facette bekommt der Vorgang allerdings durch die Games-Förderung des Bundes.

Denn mit einem Volumen von 3,16 Mio. € gehört The Last Ronin – das in den amtlichen Datenbanken unter dem Arbeitstitel Super Shotgun geführt wird – zu den Top-5-Spielen mit den höchsten Zuschüssen seit Einführung des Förderprogramms.

Abhängig von der Projektgröße übernimmt der Staat zwischen 25 und 50 Prozent der veranschlagten Produktionskosten; eine Rückzahlung ist nicht vorgesehen. Die gewährten Subventionen werden nicht vorab überwiesen, sondern auf Tranchen verteilt und über die veranschlagte Laufzeit ausgezahlt – also meist über mehrere Jahre. Der angepeilte Fertigstellungs-Termin wurde im vorliegenden Fall ab 2023 mehrfach nach hinten verlagert – von 2025 auf 2027 und zuletzt auf Juni 2028.

Doch was passiert, wenn die Entwicklung vorzeitig eingestellt oder zu einem Standort ins Ausland verlagert wird – wie im Falle von The Last Ronin? Das kommt in der Praxis vergleichsweise selten bis nie vor. Der Bund darf bewilligte Fördergelder komplett oder anteilig zurückfordern; für Härtefälle, etwa Insolvenzen, werden individuelle Lösungen gesucht.

The Last Ronin: Was passiert mit der 3-Mio.-€-Förderung?

Mittlerweile ist das Bundes-Forschungsministerium für Vergabe, Auszahlung und Kontrolle der Fördermittel zuständig. Auf GamesWirtschaft-Anfrage räumt das BMFTR ein, dass dem beauftragten Projektträger „die Situation bekannt“ sei. Es gebe einen „kontinuierlichen Austausch“ mit dem Zuwendungsempfänger, sprich: Black Forest Games – unter anderem mit Blick auf Fragen zur weiteren Entwicklung und zu „möglichen Anpassungen am Vorhaben“.

Klar ist: Nachdem The Last Ronin nicht länger im badischen Offenburg gebaut wird, entfällt auch die Förder-Grundlage. Denn Geld vom Staat gibt es nur für Games made in Germany. Das Projekt dürfte zeitnah aus den Datenbanken verschwinden – wie schon zuvor das eingestellte Piranha-Bytes-Rollenspiel mit dem Codenamen Currywurst oder ein weiteres Herr der Ringe-Spiel von Daedalic Entertainment.

THQ Nordic selbst bestätigt auf Anfrage nur das Offensichtliche – nämlich, dass das vor drei Jahren angekündigte Spiel nunmehr von PlatinumGames entwickelt werde. Darüber hinaus gäbe es keine Informationen. Der Publisher selbst unterhält seit Jahren enge Beziehungen zu Paramount, etwa bei der Umsetzung der SpongeBob Squarepants-Spiele, die beim Wiener THQ-Nordic-Studio Purple Lamp entstehen.

Black Forest Games gehört seit 2017 zu THQ Nordic und hatte sich seitdem zu einem der größten Studios in Deutschland entwickelt. Nach einem schmerzhaften Stellenabbau Anfang 2024 halbierte sich die Belegschaft auf rund 50 Beschäftigte. Das Team hat unter anderem die Destroy All Humans!-Spiele gebaut und zuletzt am Gothic Remake mitgewirkt, das sich innerhalb der ersten Woche mehr als 500.000 Mal verkauft hat. Weitere Projekte sind derzeit nicht bekannt.

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