Start Wirtschaft Plaion-Managerin Moreno: Die Disc-Versteherin

Plaion-Managerin Moreno: Die Disc-Versteherin

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Miroslava Moreno, seit Juni 2026 Director Global Performance and Execution bei Plaion Partners
Miroslava Moreno, seit Juni 2026 Director Global Performance and Execution bei Plaion Partners

Sie gehört zu den ganz wenigen Frauen an der Spitze großer Games-Unternehmern in Deutschland: Bei Plaion Partners operiert Miroslava Moreno am offenen Herzen.

Kingdom Come Deliverance 2, Dead Island 2, Hogwarts Legacy, Call of Duty: Black Ops 7 – dass diese und viele, viele weitere PC- und Konsolen-Spiele ihren Weg zu Elektronikmärkten und in die Hochregallager der Versender finden, gehört zu den Aufgaben von Plaion Partners.

Die Münchener Sparte der schwedischen Embracer-Gruppe vertreibt nicht nur Games eigener Studios, sondern steuert zusätzlich den Vertrieb für eine lange Liste großer Publisher, darunter Activision, Focus, Warner, SEGA, Pearl Abyss, Amazon Game Studios und viele mehr. Auch die großen Konsolen-Hersteller Microsoft, Sony und Nintendo stehen auf der Kundenliste. Immer größere Bedeutung hat zudem das wachsende Hardware-Sortiment, darunter Retro-Konsolen und Zubehör.

Plaion sitzt also an der Schnittstelle zwischen Publisher, Hardware-Herstellern und Einzelhändlern. Das zugehörige Hightech-Logistikzentrum befindet sich im Tiroler Grenzort Höfen – Adresse: Embracer-Platz 1.

Im Juni 2026 ist Miroslava Moreno zur Director Global Performance and Execution aufgestiegen und dort mittlerweile mit Prokura ausgestattet. Die Managerin und GamesWirtschaftsWeise war im Oktober 2022 vom Münchener Online-Games-Studio Travian Games zu Plaion gewechselt, wo sie mehr als zehn Jahre tätig war – zuletzt als Senior Team Lead Game Production.

Prokura für Plaion-Direktorin Moreno: „Ein bedeutsamer Moment mit Signalwirkung.“

Bei Plaion hat sich ihr Aufgabengebiet deutlich gewandelt. Noch bis vor kurzem hat Moreno die Organisationsentwicklung verantwortet – von der Entwicklung über Publishing bis hin zur Distribution. Unter Führung von Embracer-CEO Phil Rogers übernahm sie eine aktive Rolle in der laufenden Transformation von Plaion – die letztlich auch zur Ausgliederung von Fellowship Entertainment aus der Embracer Group beigetragen hat.

Im Team von Plaion Partners Business CEO Craig McNicol verfolgt sie nun das ausgegebene Ziel, der „weltweit vertrauenswürdigste globale Partner für physische Videospiel-Distribution“ zu sein. In der Praxis bedeutet dies unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Niederlassungen der Spielehersteller, die rund um den Globus verteilt sind – mit jeweils ganz unterschiedlichen lokalen Märkten und Anforderungen.

Die Berufung zur Prokuristin sieht Moreno als Ausdruck von Vertrauen und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit: „Für mich persönlich – als Frau mit südamerikanischen Wurzeln in der Games-Branche – ist Prokura ein wichtiger Meilenstein, ein bedeutsamer Moment mit Signalwirkung. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig Repräsentation ist, und ich hoffe, dass dies daran erinnert, dass Führungspersönlichkeiten vielfältig sein können.“

Für mindestens die nächsten zwölf Monate wird ihr Schwerpunkt auf einem Dreiklang aus „Konsolidierung, Klarheit und konsequenter Ausführung“ liegen. Konkret damit gemeint ist etwa die engere Abstimmung zwischen Regionen und Abteilungen – und den Umbau der Organisation voranzutreiben, um die Grundlagen für skalierbares, langfristiges Wachstum zu schaffen.

Plaion Partners wird Teil von Fellowship Entertainment

Schon jetzt ist absehbar: Das Plaion-Spiele-Publishing und die internen Studios sowie Marken wie Dead Island und Kingdom Come: Deliverance werden künftig in der neugeschaffenen, eigenständigen Embracer-Einheit Fellowship Entertainment stattfinden – und nicht mehr bei Plaion. Was folgt daraus?

Aus Sicht von Miroslava Moreno wird sich für Plaion Partons nichts Grundlegendes an der Arbeitsweise ändern: „Unser Geschäft basiert seit jeher darauf, unseren Partnern ein Höchstmaß an Service und Leistung zu bieten, unabhängig davon, ob sie Teil von Plaion sind oder unabhängige Third-Party-Publisher. Wir werden weiterhin genauso eng mit Fellowship Entertainment zusammenarbeiten wie mit all unseren Publisher-Partnern und uns darauf konzentrieren, in jedem Markt die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“

„Anpassungsfähigkeit war schon immer einer der stärksten Erfolgsfaktoren.“

Die Ausgründung von Fellowship Entertainment ist der vorläufige Schluss-Akkord einer schmerzhaften Konsolidierung und Umstrukturierung, die Embracer nach Jahren strammen Wachstums vornehmen musste. Moreno ist 2022 zu Plaion gekommen – und hat die Krise bei Embracer und nachgelagert in der kompletten Branche hautnah mitbekommen.

Dennoch blickt sie optimistisch auf die kommenden Jahre: „Die Spieleindustrie ist auch im Jahr 2026 noch immer einer der dynamischsten und widerstandsfähigsten Unterhaltungssektoren der Welt. Die Nachfrage wächst weiter, Zielgruppen verteilen sich über immer mehr Plattformen, und die Möglichkeiten, Inhalte zu entwickeln und zu vermarkten, sind größer denn je.“

Gleichwohl sei es deutlich komplexer geworden, neue Spiele zu finanzieren, zu entwickeln, zu veröffentlichen und nachhaltig zu betreiben: „Was mich dabei am meisten beschäftigt, ist nicht die Veränderung selbst, sondern das Tempo, mit der sich die Branche weiterentwickelt. Steigende Entwicklungskosten, höhere Performance-Erwartungen und ein selektiveres Investitionsumfeld erhöhen den Druck auf alle Marktteilnehmer.“

Viele Unternehmen müssten ihre Organisationsmodelle neu denken, um wettbewerbsfähig zu bleiben: „In vielerlei Hinsicht waren die Veränderungen bei der Embracer Group eine frühe Reaktion auf genau diese Marktdynamiken und nicht deren Auslöser. Seitdem sehen wir branchenweit ähnliche Entwicklungen – mit einem stärkeren Fokus auf operativer Disziplin, Effizienz und nachhaltigem Wachstum.“

Der Erfolg in der Games-Industrie hänge eben nicht mehr nur von Kreativität und starken Inhalten ab, sondern auch davon, ob Organisationen konsistent abliefern und sich schnell anpassen können.

Moreno erkennt einen klaren Trend hin zu einer „stärker kompetenzbasierten Arbeitswelt“, in der sich die Aufgaben zunehmend über individuelle Fähigkeiten statt über Jobtitel definieren – und KI beschleunige diese Entwicklung, weil etwa Recherchen leichter und weniger zeitaufwändig würden.

Die Plaion-Managerin ist überzeugt: „Anpassungsfähigkeit war schon immer einer der stärksten Erfolgsfaktoren.“

Wo, wenn nicht bei Embracer und Plaion, wäre diese Tugend ganz besonders gefragt.


Plaion gehört auch zu den bereits bestätigten Ausstellern der Gamescom 2026: In Köln zeigt das Unternehmen erstmals eine spielbare Version des Ego-Shooters Metro 2039.

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