
Die Investitionsverpflichtung für Streamer und Sender kommt: Die Bundesregierung flankiert den „Filmbooster“ mit einer massiven Erhöhung der Fördermittel.
„Die Flut, die da kommt, wird alle Boote heben“ – so lautet die Prognose von Kultur-Staatsminister Wolfram Weimer (parteilos) im Gespräch mit dem Branchendienst DWDL mit Blick auf die sogenannte Investitionsverpflichtung.
Am Vormittag hat die Bundesregierung Weimers Gesetzentwurf gebilligt: Demnach müssen große Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+, aber auch Privatsender und Öffentlich-Rechtliche mindestens 8 Prozent ihres Jahresumsatzes in den Filmstandort Deutschland investieren – also in Film-Produktionen, Serien oder Dokus.
Ab einer Investitionsquote von 12 Prozent oder mehr können die Medienunternehmen von einzelnen Detailvorgaben abweichen. Diese ‚Öffnungsklausel‘ soll dazu dienen, einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Geschäftsmodelle der Streamer und Sender zu vermeiden.
Im Gegenzug verdoppelt der Bund die Filmfördermittel auf 250 Mio. € pro Jahr – hinzu kommen die kulturelle Film-Förderung und die Programme der Bundesländer. Zum Vergleich: Die Bundes-Games-Förderung wurde zur Saison 2026 auf 120 Mio. € aufgestockt.
An der staatlichen Investitionsverpflichtung hatte es zuvor viel Kritik von Lobbyverbänden und US-Konzernen gegeben. Der Staatsminister verteidigt den ‚Filmbooster‘ und verspricht sich einen Vorteil im internationalen Standort-Wettbewerb, weil einerseits Planbarkeit hergestellt wird und andererseits Streaming-Anbieter und Sender stärker als bisher in die Pflicht genommen werden. „Nun ist es an der Branche, diese Chance zu nutzen, um Filmhits ‚made in Germany‘ in Serie zu produzieren“, so Weimer.
Auch Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) verspricht sich vom Mediendienste-Investitionsverp

Investitionsverpflichtung für Streaming-Dienste kommt
Die Subventionierung der deutschen Film- und TV-Branche funktioniert also künftig nach komplett anderen Spielregeln als die Computerspiele-Förderung. Zwar gilt Deutschland mit einem Games-Software-Umsatz von mehr als 6 Mrd. € im internationalen Vergleich als Top-5-Absatzmarkt (hinter den USA, China, Japan und Südkorea) – doch nur die wenigsten der großen Games-Publisher lassen überhaupt hierzulande produzieren.
Zu den Hauptprofiteuren des Umsatz-Wachstums zählen hingegen Plattform-Betreiber wie Apple, Google, Sony, Valve (Steam), Microsoft und Nintendo – also eine ähnliche Gemengelage wie im Film-Bereich, wo große Player den Markt unter sich aufteilen.
Eine Investitionsverpflichtung im Games-Bereich hätte erhebliche Auswirkungen. Ein Beispiel: Sony Interactive hat mit PlayStation-Spielen zuletzt 37,4 Mio. € in Deutschland umgesetzt – daraus würde sich ein Investment von mindestens 3 Mio. € in Games made in Germany errechnen. Derzeit sind es 0 (in Worten: null).

Der Industrie-Verband Game lehnt eine Investitionsverpflichtung à la Weimer rundherum ab, wie eine GamesWirtschaft-Anfrage vom Februar 2026 zeigt. Begründung: Produktion und Vermarktung von Videospielen und Filmen seien „nur bedingt vergleichbar“, weil Games „besonders stark international ausgerichtet“ seien. Spiele-Entwicklung sei personalintensiv, ein Großteil der Wertschöpfung entstehe dadurch am Standort – zumal in sozialversicherungspflichtigen Jobs. Diese Realitäten müssten sich in den Rahmenbedingungen widerspiegeln.
Analog zur Film-Branche pocht der Verband weiterhin auf die Einführung einer steuerlichen Förderung in Form von Tax Credits, wie sie Union und SPD vor einem Jahr im Koalitionsvertrag hinterlegt haben. Einen Zeitplan oder gar einen Gesetzentwurf gibt es bislang nicht.












