Immer mehr Crytek-Mitarbeiter berichten von ausstehenden Gehältern. Wie schlimm ist die Lage beim Frankfurter Traditionsstudio (CryEngine, The Climb)?

Die GamesWirtschaft-Nachrichten vom 12. Dezember 2016: Crytek, GDC Europe, Jo-Mei Games

GDC Europe wird eingestellt

Rund 1.000 Euro musste investieren, wer die GDC Europe besuchen wollte. Die englischsprachige Entwicklerkonferenz fand in den vergangenen acht Jahren stets am Montag und Dienstag vor der Kölner Gamescom statt und lockte vor allem ein internationales Publikum aus Entwicklern, Journalisten und Branchenvertretern ins Congress-Centrum in Köln-Deutz. Der nun ausgelaufene Vertrag mit der KoelnMesse wird nicht verlängert: Veranstalter UBM stellt das Konferenzformat ein – und wirbt stattdessen für den Besuch der Game Developers Conference 2017 in San Francisco.

Als einer der Gründe für die Absage gilt die veränderte Tages-Reihenfolge ab der Gamescom 2017: Bei einer weiterhin zweitägigen Veranstaltung hätte die GDC Europe bereits am Sonntag starten müssen.

Die KoelnMesse arbeitet bereits an einer internationalen Ersatz-Konferenz und führt dazu Gespräche mit mehreren Veranstaltern.

Crytek: Immer mehr Berichte über ausstehende Gehälter

Bereits im November erreichten GamesWirtschaft gleich mehrere Hinweise auf ausstehende Gehaltszahlungen beim Frankfurter Studio Crytek (Crysis, The Climb, Warface). Zu diesem Zeitpunkt musste man noch von Einzelfällen ausgehen, zumal die Gerüchte nicht in allen Fällen verifiziert werden konnten.

In den vergangenen Wochen verdichteten sich jedoch die Informationen, wonach weite Teile der knapp 400köpfigen Belegschaft für die Monate Oktober und November noch kein Gehalt erhalten haben. Am Wochenende meldeten sich zudem mutmaßliche Betroffene in verschiedenen Foren zu Wort.

Crytek selbst nimmt derzeit keine Stellung zu den Vorwürfen. Den aktuellen Stand der Erkenntnisse haben wir im Report „Am Abgrund: Ist Crytek noch zu retten?“ zusammengefasst.

GAME Bundesverband wählt Linda Kruse in den Vorstand

Seit dem Rücktritt von Daedalic-Gründer Carsten Fichtelmann im August war ein Vorstandsposten beim GAME Bundesverband vakant. Am vergangenen Donnerstag wurde Linda Kruse vom Kölner Studio The Good Evil in den Vorstand gewählt. Gleichzeitig bekommt der Verband eine neue Struktur: Die Vorstandsmitglieder teilt die Aufgaben unter sich auf – einen neuen Geschäftsführer und damit Nachfolger von Thorsten Unger wird es nicht geben.

EA Originals: Electronic Arts verpflichtet Berliner Studio Jo-Mei Games

Inmitten betrüblicher Meldungen rund um die deutsche Gamesbranche gibt es natürlich auch weiterhin positive Nachrichten. Eine davon: Das außergewöhnliche Entdecker-Spiel „Sea of Solitude“ ist nach dem PlayStation-4-Spiel „Fe“ das zweite Spiel im „EA Originals“-Programm.

Sea of Solitude entsteht beim Berliner Studio Jo-Mei Games.

EA Originals ist Teil einer Charme-Offensive des weltweit zweitgrößten Spieleherstellers: Abseits großer Eigenmarken wie FIFA, Battlefield und Titanfall will der Publisher kleine Indie-Studios unterstützen und deren Spiele weltweit vermarkten.

 

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