Shooter. Rennspiele. Und jede Menge Sport: GamesWirtschaft analysiert, welche PC- und Konsolen-Spiele das Zeug zum Blockbuster im Weihnachtsgeschäft 2017 haben.

Man muss kein allzu talentierter Prophet sein, um das meistgekaufte PC- und Konsolen-Spiel des Jahres 2017 vorherzusagen. Denn wenn es so läuft wie 2016 und 2015, dann heißt die Nummer 1 auch in diesem Jahr „FIFA“. Mehr noch: Durch die weiter gestiegene PlayStation-4-Verbreitung dürften die Bestmarken der vergangenen Jahre noch zügiger fallen.

Weihnachtsgeschäft 2017: Die wichtigsten Spiele-Neuheiten für PC und Konsole

Nachdem diese Frage geklärt ist, bleibt festzuhalten: Das Weihnachtsgeschäft 2017 machen auch in diesem Jahr die etablierten Spiele-Marken unter sich aus. Indizien liefern nicht nur die Amazon-Vorbesteller-Charts, sondern auch die Warteschlangen auf den Messeständen der Gamescom 2017. GamesWirtschaft hat Neuheiten und Termine analysiert und die wichtigsten Trends für die Zeit von September bis Dezember herausgearbeitet.

Die wichtigsten Neuheiten im Weihnachtsgeschäft 2017 (Stand: 11.9.17, Verschiebungen vorbehalten)
Die wichtigsten Neuheiten im Weihnachtsgeschäft 2017 (Stand: 11.9.17, Verschiebungen vorbehalten)

Erfolg in Serie: Marke über alles

Forza 7, Assassin’s Creed 10, Call of Duty 14, FIFA 18, Need for Speed 24: Mindestens die großen Publisher weichen keinen Millimeter vom bewährten Muster ab und pflegen ihre bewährten Marken. Lediglich „For Honor“ (Ubisoft) und „Horizon: Zero Dawn“ (Sony) haben es im laufenden Jahr geschafft, sich als neue Marke zu etablieren. Gefragt bleiben auch Dauerbrenner wie „Grand Theft Auto 5“ oder der „Landwirtschafts-Simulator“.

Release-Stau im Weihnachtsgeschäft

Nicht nur PlayStation-Deutschland-Chef Uwe Bassendowski ist unglücklich darüber, wie viele Neuheiten sich im letzten Drittel des Jahres stauen – als ob es zwischen Januar und August keinen Bedarf an spannenden Neuheiten gäbe. Die Auswertung zeigt, dass in den ersten Monaten des Jahres nur eine Handvoll Blockbuster veröffentlicht wurden. Der Großteil geht auf das Konto von Nintendo: Neuheiten wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ und „Mario Kart 8 Deluxe“ gehören gleichsam zur Grundausstattung für die im März eingeführte Nintendo Switch.

Sport- und Rennspiele bleiben gefragt

Wie schon in den Vorjahren sind Sport- und Rennspiele von enormer Bedeutung für weltweit aktive Publisher, auch abseits von „FIFA 18“ und „PES 2018“. Insbesondere Take 2 hat sich mit Serien wie dem Basketball-Spiel „NBA 2K“ als relevanter Lieferant etabliert.

Für Sony und Microsoft sind „Gran Turismo Sport“ und „Forza Motorsport 7“ die mit Abstand wichtigsten Produkte im Weihnachtsgeschäft – im Falle der neuen Xbox One X (erscheint am 7.11.) ist das neue „Forza“ gar das einzige Microsoft-exklusive Spiel, dem abgesehen von den Multiplattform-Titeln zugetraut wird, den Absatz der Konsole zu befördern. Ubisoft tat gut daran, mit „The Crew 2“ ins erste Quartal 2018 auszuweichen und sich nicht auf ein Wettrennen mit „Need for Speed Payback“ einzulassen.

Kampf der Multiplayer-Shooter

Im Vorjahr duellierten sich „Battlefield 1“ und „Call of Duty: Infinite Warfare“ – in diesem Jahr streiten „Star Wars: Battlefront 2“ und „Call of Duty WWII“ um die Gunst der Shooter-Fans. Die Einzelspieler-Kampagnen sind für die langfristige Strategie der Spielehersteller nebensächlich: Entscheidend ist die Kundentreue mit Blick auf die Mehrspielermodi – nur diese Komponente verspricht Zusatzgeschäft durch DLCs und Season-Passes.

Die meistverkauften PC- und Konsolenspiele des Jahres 2016 im Überblick.
Die meistverkauften PC- und Konsolenspiele des Jahres 2016 im Überblick.

Virtual Reality wird Realität – ein bisschen

Mit „Skyrim VR“, „Fallout 4 VR und „Doom VFR“ (alles Bethesda) und „LA Noire: VR Case Files“ (Rockstar Games) leisten einige der weltbesten Spiele-Studios einen Beitrag, damit der Virtual-Reality-Sektor im Gespräch bleibt. Denn mit „Resident Evil 7“ und „Farpoint“ gab es in diesem Jahr nur zwei Spiele, die das Versprechen der Branche zumindest im Ansatz einlösen konnten.

Sowohl Publisher als auch Hardware-Hersteller betonen – inzwischen – unisono, dass der VR-Markt weiterhin in den Kinderschuhen steckt. Mit weiteren direkten und indirekten Preissenkungen, etwa durch Bundles, ist auch im Weihnachtsgeschäft 2017 zu rechnen.

Sony und Microsoft planen neue Bundles

Weihnachten ist Geschenke-Zeit: Traditionell schnüren die Spielehersteller Best-of-Pakete ihrer Spiele, also inklusive aller Erweiterungen. Beispiele sind die Game-of-the-Year-Edition von „Fallout 4“ und die Platin-Edition des „Landwirtschafts-Simulator 2017“.

In den Wochen vor der großen Bescherung erscheinen außerdem gleich mehrere Bundles aus Konsole plus Spiel zum attraktiven Preis. Bereits angekündigt sind PlayStation-4-Pakete mit „FIFA 18“, „Call of Duty WWII“ und „Star Wars: Battlefront 2“. Von Microsoft kommt Anfang Oktober ein Xbox-One-Modell im „Minecraft“-Design.

Deutsche Spiele-Großprojekte bleiben Mangelware

Aus bekannten Gründen tun sich Deutschlands Spielehersteller weiterhin schwer, Multiplattform-Spiele mit internationaler Relevanz zu entwickeln. „The Surge“ (Deck 13) und „Die Säulen der Erde“ (Daedalic) zählen im Kalenderjahr 2017 zu den wenigen Titeln, die außerhalb des Heimatmarkts auf messbare Resonanz gestoßen sind. Große Hoffnungen liegen auf dem Piranha-Bytes-Rollenspiel „ELEX“, das am 17. Oktober erscheint. In allen drei genannten Fällen handelt es sich im Übrigen um komplett neue Spiele-Marken ohne unmittelbare Vorgänger.

Weitere Neuheiten made in Germany kommen von Kalypso („Dungeons 3“ im Oktober) und THQ Nordic („Spellforce 3“ und „Black Mirror“).

Nintendo Switch etabliert sich

Das vollmundige Versprechen, die Nintendo Switch bekäme von Drittanbietern mehr Zuneigung als die glücklose Nintendo Wii U, wird zunehmend eingelöst. Zwar kommen die „System-Seller“ weiterhin direkt vom Hersteller, doch mit „FIFA 18“, „NBA 2K18“, „PES 2018“, „Battle Chasers“, „Dragon Ball Xenoverse 2“, dem „Landwirtschafts-Simulator 2017“, „Lego Worlds“ und „LA Noire“ gibt es auch abseits des gewohnten Super-Mario-Sortiments genügend Nachschub.

Die Nachfrage nach der Switch bleibt hoch: Zuletzt kam es regelmäßig zu Ausverkäufen – in vielen Filialen der Elektronikketten ist die Konsole derzeit nicht vorrätig.

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