Start Wirtschaft Ubisoft: Umsatz und Gewinn rückläufig

Ubisoft: Umsatz und Gewinn rückläufig

Ubisoft zählt neben Embracer Group zu den größten Spieleherstellern Europas (Abbildung: Ubisoft)
Ubisoft zählt neben Embracer Group zu den größten Spieleherstellern Europas (Abbildung: Ubisoft)

Viel Prosa, wenig Konkretes: Ubisoft verspricht den Anlegern die Rückkehr zu steigenden Umsätzen – verrät aber nicht, wie. 

Zum ersten Mal in der Unternehmens-Historie haben drei große Ubisoft-Marken jeweils mehr als 300 Millionen € eingespielt und damit neue Bestmarken aufgestellt: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Konkrete Verkaufszahlen nennt Ubisoft nicht. Die Bestandstitel – also der üppige ‚Back-Katalog‘ – steuert außerdem mehr als zwei Drittel zu den Umsätzen bei und sorgt für ein angenehmes Umsatz-Grundrauschen.

Das war es dann aber auch schon mit den positiven Nachrichten. Denn auch wenn im ersten Quartal 2022 die Umsätze noch einmal kräftig angezogen sind: Für das Gesamtjahr 2021/22 meldet Ubisoft rückläufige Einnahmen von 2,12 Milliarden € (minus 5 %) bei gesunkener Profitabilität.

Erst für die Saison 2022/23 stellt Ubisoft die Rückkehr zu alter Einnahmen-Reiseflughöhe in Aussicht, angetrieben durch Neuheiten wie Avatar: Frontiers of Pandora, Mario + Rabbids: Sparks of Hope, Skull & Bones sowie mehrere Free2Play-Spiele auf Basis großer Marken.

Bis einschließlich Juni 2022 ist mit Rabbids: Party of Legends nur ein Vollpreis-Konsolenspiel vorgesehen – flankiert von Zusatz-Inhalten für Dauerbrenner wie Anno 1800, Assassin’s Creed Valhalla, For Honor und Rainbow Six Siege. Ob und in welcher Form die umstrittene Blockchain-Plattform Quartz fortgeführt wird, dazu schweigt das Unternehmen.

Nach mehreren Belästigungs- und Diskriminierungs-Skandalen liegt das besondere Augenmerk des Managements auf Themen wie Thema Diversität und Personalwesen: Demnach ist mittlerweile ein Viertel der Belegschaft weiblich – auf Führungsebene sind es über 40 Prozent. Den mehr als 1.000 Ubisoft-Mitarbeitern in der umkämpften Ukraine sichert Vorstands-Chef Yves Guillemot die ungeteilte Solidarität des Unternehmens zu.

Mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als 5 Milliarden € gilt Ubisoft weiterhin als potenzielles Übernahmeziel kapitalkräftigerer Mitbewerber. Marktgerüchten zufolge will sich die Gründer-Familie Guillemot durch Allianzen mit Investoren gegen feindliche Übernahme-Versuche wappnen. Zu den größten Anteilseignern gehören der chinesische Weltmarktführer Tencent Games und der Private-Equity-Riese Black Rock mit jeweils 5 Prozent.

2 Kommentare

  1. Das Unternehmen sollte sich statt auf die Aktionäre und Umsatzziele mal lieber wieder auf das Kerngeschäft fokussieren, Spiele zu entwickeln. Abgesehen von ein paar Kernmarken hat das Unternehmen vor allem eines produziert, großartige Spiele – von Entwicklern, die das Unternehmen verlassen haben. Meiner Erfahrung nach schränken solche Großkonzerne die Mitarbeiter einfach zu sehr ein um wirklich innovative neue Entwicklungen hervorbringen zu können, gerade wenn das Management am Ende eines Pitches erstmal den Rotstift ansetzt um das maximale an Gewinn bei minimalem Aufwand aus der Entwicklung herauszuholen. Das dabei kreative Ideen auf der Strecke bleiben ist ja wohl mehr als verständlich, außer für das Management natürlich.
    Ich bin ehrlich gespannt wie lange es dauern wird bis man hier erkennt, dass es nicht nur erforderlich ist sich die Situation schön zu reden, sondern auch endlich damit anzufangen die 30 Jahre alten „Erfolgsrezepte“ mal zu den Akten zu legen und die Entwicklung ins Jahr 2022 zu holen

  2. „Private-Equity-Riese“ – Könnte man auch mit „Beteiligungskapital-Riese“ umschreiben. Nicht, weil es fachlich richtiger wäre, sondern deswegen, weil unsere Sprache genug Kapazitäten für solche Wortschöpfungen hat.

    Lieben Gruß

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