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Ubisoft verteidigt Präsenz-Arbeitsmodell (Update)

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Ubisoft-CEO Yves Guillemot bei der 30-Jahres-Feier von Ubisoft Mainz im Mai 2025 (Foto: GamesWirtschaft)
Ubisoft-CEO Yves Guillemot bei der 30-Jahres-Feier von Ubisoft Mainz im Mai 2025 (Foto: GamesWirtschaft)

Weil Ubisoft weltweit die Home-Office-Regelung kippt, organisiert Verdi eine Protest-Aktion bei den Anno 117: Pax Romana-Machern in Mainz.

Update vom 2. Oktober (20 Uhr): Auf GamesWirtschaft-Anfrage nimmt Ubisoft Stellung zur Verdi-Aktion am Donnerstag:

„Wir respektieren das Recht unserer Mitarbeitenden und von Arbeitnehmervertretungen, ihre Ansichten und Positionen zum Ausdruck zu bringen.

Wie bereits kommuniziert, hat Ubisoft in Deutschland auf das neue Präsenzarbeitsmodell umgestellt. Dieses umfasst eine festgelegte Anzahl von Remote-Arbeitstagen pro Jahr, um den Mitarbeitenden weiterhin Flexibilität zu bieten. Darüber hinaus sieht es Ausnahmen für individuelle Situationen vor.

Diese Weiterentwicklung spiegelt unsere Überzeugung wider, dass die gemeinsame Arbeit vor Ort die Zusammenarbeit, den Wissensaustausch und die Integration in die Teams fördert. Gleichzeitig werden dadurch die täglichen Interaktionen gestärkt, die zu einer reibungsloseren Zusammenarbeit beitragen.

Wir verstehen, dass diese Veränderung für einige Mitarbeitende eine Umstellung bedeutet. Wir bleiben weiterhin entschlossen, unsere Teams während dieses Übergangs bestmöglich zu unterstützen.“


Verdi konkretisiert Protest-Aktion bei Ubisoft Mainz

Update vom 2. Oktober (13 Uhr): Auf GamesWirtschaft-Anfrage räumt Verdi ein, dass sich nicht präzise beziffern lässt, wie viele Angestellte von Ubisoft Mainz sich an der Aktion beteiligt haben.

Zusätzlich zu einem Info-Stand vor der Niederlassung hätten auch Gespräche in den Räumlichkeiten stattgefunden. Zudem seien Buttons verteilt worden, auf denen gegen die ‚Return to Office‘-Pflicht protestiert wird.

Eine vergleichbare Aktion habe es auch bei Ubisoft Düsseldorf gegeben – also in der Deutschland-Zentrale des Spiele-Herstellers.

Ubisoft selbst hat sich bislang nicht geäußert.


Meldung vom 2. Oktober (8 Uhr): Mit mehr als 160 Beschäftigten gilt Ubisoft Mainz als einer der größten Games-Arbeitgeber des Landes. Seit Mai 2025 gibt es dort einen Betriebsrat – ebenso wie bei Ubisoft Berlin und Ubisoft Düsseldorf (mehr dazu in dieser Kolumne). Weit über die Hälfte der Belegschaft war an Inhalten für Anno 117: Pax Romana beteiligt; Mainz gehört außerdem zum internationalen Studio-Konsortium von Beyond Good & Evil 2 und Rainbow Six: Siege.

Mit Wirkung zum 1. Oktober hat Ubisoft Mainz nun die Home-Office-Regelungen abgeschafft, die insbesondere entlang der Covid-Phase ausgeweitet wurden. Bedeutet: Ab sofort gilt wieder Anwesenheitspflicht im Büro. Das Management folgt damit einer Entscheidung der Konzernzentrale, die Anfang des Jahres verkündet wurde und für alle Standorte rund um den Globus gelten soll.

Vor Ort stößt die Entscheidung auf erkennbaren Unmut: Mit freundlicher Unterstützung der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi kam es am Firmensitz an der Römer-Passage im Herzen von Mainz zu Protesten. Aus der Verdi-Pressemitteilung geht nicht hervor, wie viele Personen sich daran beteiligt haben.

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Ubisoft Mainz: Protest gegen Home-Office-Streichung

Verdi-Gewerkschaftssekretär Holger Meuler hält die Präsenz-Pflicht für einen Rückschritt, der das Unternehmen für Arbeitnehmer unattraktiver mache. Schließlich hätten die vergangenen Jahre gezeigt, dass sich auch mit flexiblen Arbeitszeitmodellen erfolgreiche Spiele entwickeln lassen.

Meuler: „Für die Beschäftigten bedeutet diese Entscheidung nicht nur längere Wege, sondern auch höhere Kosten und weniger Zeit für ihre Familien. Die Geschäftsführung muss erklären, welches konkrete Problem sie damit lösen will. Anwesenheit allein macht weder ein gutes Spiel noch gute Zusammenarbeit aus.“

Die Gewerkschaft warnt vor der Abwanderung von Fachkräften und drängt auf einen Tarifvertrag, der unter anderem die anfallenden Kosten für Hardware, Strom und Internet sowie Arbeitsschutz und Erreichbarkeit regelt.

Meuler wirbt zudem für eine gewerkschaftliche Organisation der mehr als 700 Ubisoft-Angestellten in Deutschland. Verdi hat zuvor eine ganze Kaskade an Betriebsrats-Wahlen bei Ubisoft und weiteren deutschen Studios fachlich begleitet.

GamesWirtschaft hat eine Stellungnahme bei Ubisoft angefragt (Update folgt).