Start Wirtschaft Keine PlayStation-Discs ab 2028: Sony DADC in Österreich erfindet sich neu

Keine PlayStation-Discs ab 2028: Sony DADC in Österreich erfindet sich neu

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Das Werk von Sony DADC im österreichischen Thalgau nahe Salzburg produziert seit Jahrzehnten PlayStation-Discs - 2028 endet diese Ära.
Das Werk von Sony DADC im österreichischen Thalgau nahe Salzburg produziert seit Jahrzehnten PlayStation-Discs - 2028 endet diese Ära.

Sony beendet die Produktion von PlayStation-Games auf Blu-Ray-Disc: Die dafür zuständige Sparte Sony DADC in Österreich ist auf den Tag X vorbereitet.

„Wenn Innovation auf Know-how trifft, ist dein Erfolg garantiert!“ – so wirbt die Sony DADC Europe GmbH im österreichischen Thalgau um neue Mitarbeiter. Das Werk befindet sich eine halbe Autostunde von Salzburg entfernt in einer Bilderbuch-Alpenlandschaft und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter.

Die Abkürzung DADC stand ursprünglich für Digital Audio Disc Corporation und beschreibt damit ziemlich präzise das Geschäftsmodell der Sony-Tochter, nämlich die Produktion optischer Speichermedien. Im DADC-Hauptquartier liefen seit 1991 Milliarden von CDs, UHDs, DVDs und Blu-Ray-Discs vom Band – von Helene-Fischer- und Böhse Onkelz-Alben bis hin zu PlayStation 5-Blockbustern wie God of War Ragnarök. Weitere Niederlassungen befinden sich in den USA, Shanghai und Australien.

600.000 Discs werden nach Unternehmensangaben Tag für Tag ausgeliefert – die PlayStation 5 macht bislang 50 Prozent des Gesamtvolumens aus.

Seit dem gestrigen Mittwoch ist offiziell, dass Sony bis Ende 2027 die Produktion von Games auf Blu-Rays einstellt: Ab 2028 sind PlayStation-Neuheiten nur noch rein digital via Download erhältlich. Weil Sony DADC der einzige Hersteller dieser Scheiben ist, sind von der Entscheidung des japanischen Mutterkonzerns zwangsläufig auch alle anderen Spielehersteller betroffen, die PlayStation-Games entwickeln und vermarkten.

Aus für PlayStation-Discs: Sony DADC in Österreich erfindet sich neu

In Thalgau hat man von der Disc-Abschaffung natürlich nicht aus den Medien erfahren – vielmehr bereiten sich Management und Belegschaft längst auf den Tag X vor.

Denn der Marktanteil physischer Datenträger am Gesamtaufkommen im Spiele-Markt ist seit Jahren rückläufig und wird weiter abnehmen. Sony DADC-Geschäftsführer Dietmar Tanzer räumt ein: „Die Einstellung der Disc für neue Spiele war ja keine Überraschung für uns. Das hat die Entwicklung am Markt bereits gezeigt.“

Die Unternehmens-Leitung will mit dem angesammelten Knowhow nun neue Geschäftsfelder erschließen und investiert dazu 30 Mio. € in die Entwicklung sogenannter ‚Micro Optics‘. Dahinter verbergen sich Mikrolinsen, die Licht präzise lenken und projizieren können; mögliche Einsatzbereiche gibt es beispielsweise im Automobil-Bereich und in der Logistik. Die Serienreife ist für das kommende Jahr geplant.

Immerhin: Durch das absehbare Aus für die PlayStation-Disc-Produktion sind aus heutiger Sicht keine Jobs gefährdet, weil die Mitarbeiter umgeschult und im neuen Geschäftsbereich eingesetzt werden.

Gegenüber der Wirtschaftskammer Salzburg betont Sony-DADC-Chef Tanzer: „Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden, sind aber zuversichtlich, dass wir das auch schaffen.“

Vorerst wird jedoch weiterproduziert: PlayStation-Spiele, die bis Ende 2027 auf den Markt kommen, können buchstäblich auf Disc verewigt werden – falls der jeweilige Publisher das möchte. Rockstar Games hat sich im Falle von Grand Theft Auto 6 bewusst dagegen entschieden.


Einen Überblick über die vielfältigen Auswirkungen der Sony-Entscheidung bietet diese GamesWirtschaft-Analyse.

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