Start Wirtschaft Phishing, Ebay, Fake-Shops: Vorsicht vor PlayStation-5-Abzocke (Update)

Phishing, Ebay, Fake-Shops: Vorsicht vor PlayStation-5-Abzocke (Update)

Für 800 Euro aufwärts werden PS5-Konsolen bei Ebay angeboten - und verkauft (Abbildungen: Screenshot / Sony)
Für 800 Euro aufwärts werden PS5-Konsolen bei Ebay angeboten - und verkauft (Abbildungen: Screenshot / Sony)

Geschäftemacher und Betrüger nutzen die große Nachfrage nach PlayStation 5 und Xbox Series X aus – wir geben Tipps, wie Sie sich vor Reinfällen schützen können.

Update vom 30. Oktober 2020: Tagtäglich melden sich Leser mit der Frage, ob dieser oder jene Online-Shop seriös sei, der in sozialen Netzwerken mit vorbestellbaren PS5-Konsolen wirbt.

Wir können nur davon abraten, bei vorgeblichen Händlern zu bestellen, die erst vor wenigen Wochen den Betrieb aufgenommen haben, keinen telefonischen Kontakt anbieten und nun angeblich auf mehreren Paletten mit kurzfristig lieferbaren PlayStation-5-Kartons sitzen.

Unser Rat: Leisten Sie Vorkasse und Überweisungen ausschließlich bei etablierten Anbietern und Fachhändlern. Etliche Fake-Shops sind inzwischen längst wieder aus dem Netz verschwunden – sofern nicht der Käuferschutz von PayPal oder Kreditkarten-Betreibern greift, müssen Kunden das vorab überwiesene Geld abschreiben.

Update vom 8. Oktober 2020: Seit Wochen sind Versender damit beschäftigt, PS5-Mehrfach-Bestellungen auszusortieren. Leider sind auch Vorbesteller betroffen, die mit besten Absichten für Freunde, Familie oder Kollegen mitbestellt haben.

Gleichzeitig dürfte dies auch Auswirkungen haben auf Geschäftemacher, die ihre vorbestellten PlayStation 5-Konsolen auf Ebay angeboten haben – und nun schlichtweg nicht liefern können. Wir raten weiterhin davon ab, überteuerte Tarife für solche womöglich ungültigen Reservierungen zu bezahlen – beteiligen Sie sich nicht an diesen Spekulations-Geschäften.

Update vom 1. Oktober 2020: Wir haben zwischenzeitlich weitere Online-Shops mit angeblichen PlayStation-5-Beständen überprüft, auf die uns Leser hingewiesen haben. In einem Fall gehört die angegebene Firmen-Telefonnummer einer ahnungslosen Privatperson, in einem anderen Fall ist die Handelsregister-Nummer eines Dachdecker-Betriebs (!) angegeben.

Die Lage ist unverändert: Die PlayStation 5 ist bundes- und europaweit ausverkauft – es gibt keinen Anbieter, der zur Stunde 100 oder 1.000 Konsolen im Rahmen einer ‚Blitzaktion‘ verkaufen könnte.

Der PS5-Vorverkauf läuft ausschließlich über große Versender wie MediaMarkt, Saturn, Otto, Euronics, Expert, Medimax, GameStop, Alternate, Conrad und Amazon plus einige wenige renommierte Fachhändler. Es ist ausgeschlossen, dass bislang unbekannte Shops plötzlich Konsolen aus dem Hut zu zaubern.

Wir können nur weiterhin dringend davor warnen, bei diesen Fake-Shops eine Bestellung zu tätigen oder gar der Zahlungsaufforderung nachzukommen.

Update vom 29. September 2020: Uns erreichen weiterhin viele Nachfragen zu Online-Shops, die – angeblich – eine PlayStation 5 oder Xbox Series X mit Lieferung im November anbieten. Oft liegen die Preise deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung von jeweils 499 Euro.

Wir haben uns die Websites angeschaut – und sehen uns in der Warnung bestätigt: Die Firmen existieren nicht, die Telefonnummern und Umsatzsteuer-Nummern sind entweder erfunden oder gehören ganz anderen Unternehmen. In einem Fall ist die Straße der vorgeblichen Firma nach dem Geschäftsführer benannt.

Bitte fallen Sie nicht auf diese Fake-Shops herein – fünf Minuten Google-Recherche reichen oft schon, um den Schwindel zu enttarnen. Auf gar keinen Fall sollten Sie Vorauszahlungen an Ihnen unbekannte Händler leisten.

Ursprünglicher Beitrag vom 27. September 2020: Die PlayStation 5 ist derzeit ausverkauft, ebenso wie die Xbox Series X. Beide Konsolen waren in den vergangenen Wochen vorbestellbar, werden aber erst Mitte November ausgeliefert.

Klar ist: Die große Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem – das vorhandene Kontingent war jeweils binnen weniger Stunden, oft schon nach wenigen Minuten vergriffen. Selbst große Shop-Websites und -Apps brachen unter dem Ansturm zeitweise zusammen.

Das anhaltend gigantische Interesse an den Next-Generation-Konsolen wird weiterhin vielfach ausgenutzt, um arglose Kunden über den Tisch zu ziehen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir einige Tipps zusammengestellt. Wenn Sie weitere Hinweise oder Fragen haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail.

Eine laufend aktualisierte Marktübersicht mit der Liefersituation bei PS5-Konsolen, PS5-Spielen und PS5-Zubehör finden Sie hier.

Tipp 1: Vorsicht vor Fake-Shops!

Wie schon bei der zeitweise ausverkauften Nintendo Switch schießen plötzlich Online-Shops aus dem Boden, die angeblich PS5-Konsolen, PS5-Zubehör oder auch eine Xbox Series X im November zustellen können – natürlich gegen Vorkasse.

Lassen Sie sich nicht vom professionellen Shop-Design oder vermeintlichen Gütesiegeln (TÜV, Trusted Shops etc.) blenden. Eine kurze Recherche ergibt schnell: die deutsche Firmen-Adresse, Umsatzsteuer- und Handelsregister-Nummer, Geschäftsführer, Telefonnummer – alles oft frei erfunden oder aus dem Netz kopiert. Meist handelt es sich um .com-Adressen, die Shops existieren zum Teil erst seit wenigen Tagen und Wochen, im Netz finden sich null Erfahrungsberichte.

Dadurch beantwortet sich auch die oft an die Redaktion gestellte Frage, ob diese Shops ’seriös‘ seien: klares Nein. Wer hier bestellt und Vorkasse leistet, wird sein Geld so schnell nicht wieder sehen – wenn überhaupt.

Faustregel: Der Vorverkauf der PlayStation 5 und der Xbox Series X erfolgt in Deutschland ausschließlich über einige wenige renommierte Fachhändler sowie Versender wie MediaMarkt, Saturn, Amazon, Otto, Euronics, Expert, Cyberport und Conrad. In stationären Filialen werden keine PS5-Vorbestellungen entgegen genommen.

Tipp 2: Finger weg von überteuerten PlayStation-5-Angeboten bei Ebay

Kaufen Sie keine PlayStation 5 und keine Xbox Series X auf Ebay und vergleichbaren Plattformen. Warum?

  1. Sie unterstützen damit Spekulanten, die schamlos die Warenknappheit ausnutzen. Im großen Stil wurden manuelle, voll- und halbautomatische Mehrfach-Vorbestellungen getätigt, nur um die Ware anschließend sofort zu verkaufen – für 700, 800, 1.000 Euro und mehr.
  2. Derzeit werden auf Ebay keine Next-Generation-Konsolen verkauft, sondern bestenfalls „Bestellbestätigungen“ – also Reservierungen für eine Auslieferung ab dem 10.11. (Xbox) beziehungsweise 19.11. (PlayStation). Niemand kann garantieren, dass der Versender einzelne Vorbestellungen nicht doch noch storniert – wie es bereits in Hunderten Fällen passiert ist. So werden unter anderem Mehrfach-Bestellungen an ein- und dieselbe Lieferadresse derzeit nachträglich händisch ‚aussortiert‚.
  3. Falls Sie doch mitbieten möchten oder bereit sind, den geforderten Preis zu zahlen: Lesen Sie ganz genau den Beschreibungs-Text durch – zum Teil wird lediglich die Verpackung (also der PS5-Karton ohne Inhalt) angeboten. Ein Rückgabe-/Rücktrittsrecht ist bei diesen perfiden Angeboten so gut wie nie vorgesehen.

Tipp 3: Fallen Sie nicht auf Phishing-Mails herein

Seit Tagen kursieren täuschend echte Mails, in denen Kunden auf angebliche Vorbestell-Aktionen hingewiesen werden. Teilweise wird eine Registrierung empfohlen, andere bitten um eine Rückbestätigung oder um Bezahlung.

Seien Sie misstrauisch: Prüfen Sie genau den Absender der Mail, achten Sie auf Rechtschreibfehler, klicken Sie nicht arglos auf Links und öffnen Sie vor allem keine Anhänge.

Und: Wenn Sie bei Saturn bestellt haben, wird Ihnen Otto keine Bestellbestätigung schicken – und umgekehrt. Woran Sie beispielsweise Amazon-Phishing-Mails erkennen, erfahren Sie hier.

Tipp 4: Ärger um stornierte PS5-Vorbestellungen

Natürlich kein ‚richtiger‘ Betrug, aber sehr wohl ein mindestens fragwürdiger Umgang mit teils langjährigen Kunden ist derzeit bei großen Versendern zu beobachten: Hunderte PlayStation-5-Vorbestellungen wurden nachträglich storniert – selbst dann, wenn eine Vorauszahlung per Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal geleistet wurde.

Oft wurden die Kunden erst per Zufall darauf aufmerksam, dass der Auftrag annulliert wurde. Der Grund: Es wurden viel (viel!) mehr Bestellungen angenommen, als Ware vorhanden ist – ein Mix aus technischen Problemen und Kalkül.

Ob diese Vorgehensweise überhaupt rechtens ist, hängt von den jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ab. Grundsätzlich ist der Händler verpflichtet, die bestellte und noch dazu bezahlte Ware zu beschaffen – wenn ihm dies zum offiziellen Verkaufsstart (10.11. bzw. 19.11.) nicht möglich erscheint, dann eben zu einem späteren Zeitpunkt. Die Produktion und Auslieferung von Xbox Series X und PlayStation 5 geht ja jetzt erst richtig los: Die Lieferung ist also nicht ‚unmöglich‘, wie es etwa bei Sonderangeboten der Fall ist.

GamesWirtschaft hat Verbraucherschutz-Organisationen und Juristen um eine Bewertung gebeten.


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1 Kommentar

  1. Sry, aber wer abseits der bekannten Shops einkauft, der ist auch ein wenig selber Schuld! Wartet lieber ab, als auf ominöse Verkäufer reinzufallen!.

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