Start Wirtschaft Microsoft Xbox streicht mehr als 3.000 Jobs – immer mehr Details (Update)

Microsoft Xbox streicht mehr als 3.000 Jobs – immer mehr Details (Update)

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Asha Sharma, seit Februar 2026 Executive Vice President und CEO Microsoft Gaming
Asha Sharma, seit Februar 2026 Executive Vice President und CEO Microsoft Gaming

Das neue Microsoft-Geschäftsjahr startet mit dem befürchteten Stellenabbau in der Xbox-Abteilung: 3.200 Beschäftigte verlieren ihre Jobs.

Update vom 7. Juli 2026 (15 Uhr): ‚Pünktlich‘ zum Launch der Doom: The Dark Ages-Erweiterung Revelations entlässt Microsoft weite Teile der Belegschaft beim texanischen Kultstudio Id Software, das mit den Ego-Shootern Quake und Doom Spielegeschichte geschrieben hat. Nach übereinstimmender Darstellung von Mitarbeitern wurde jeder zweite Job gestrichen, darunter insbesondere Programmierer, aber auch Spieldesigner, Grafiker und viele weitere Gewerke. Neben der Zentrale in Dallas unterhält Id Software auch ein Büro im Herzen von Frankfurt.

Obsidian Entertainment (Avowed, Grounded, The Outer Worlds 2) hat es ebenfalls hart getroffen: Nach US-Medienberichten wurden zwischen 60 und 70 Entwickler freigestellt – teils mit jahrzehntelanger Erfahrung. Zuvor war im Netz über eine bevorstehende Schließung spekuliert worden; diese Gerüchte hatten sich aber schon im Vorfeld als haltlos erwiesen.

Besonders unwürdig ist die Lage für Beschäftigte bei der zugekauften Sparte Blizzard Entertainment: Demnach bleiben die Macher von Diablo und World of WarCraft zwar zunächst weitgehend verschont. Doch ein internes Memo von Blizzard-Chefin Johanna Faries macht deutlich, dass Details zu den Restrukturierungs-Maßnahmen erst in den kommenden Wochen folgen. Bedeutet: Das Team arbeitet auf ‚Bewährung‘ – und bleibt im Unklaren, welche Arbeitsplätze konkret betroffen sind.


Medienbericht: Game Pass-Abos deutlich unter Plan

Update vom 7. Juli 2026 (10 Uhr): Im Nachgang zur gestrigen Meldung werden immer mehr Details zu den Ursachen und Konsequenzen der Xbox-Umstrukturierung öffentlich. So zitiert das US-Wirtschaftsmagazin Fortune aus einem Interview mit Asha Sharma, wonach allein die schwächelnde Xbox-Konsole verblüffende 80 Prozent des Games-Business von Microsoft ausmacht – der ‚Rest‘ entfällt somit auf Spiele und den Game Pass.

Laut Wall Street Journal wurden die ursprünglichen Ziele von mittelfristig 77 Millionen Game-Pass-Abonnenten deutlich verfehlt: Demzufolge liegt die aktuelle Reiseflughöhe bei rund 30 Millionen Kunden. Microsoft hat sich offiziell seit Jahren nicht mehr zur Entwicklung des Abo-Stamms geäußert. Der neue Chief Strategy Officer Matthew Ball hatte zuletzt eingeräumt, dass die drastische Preiserhöhung im Herbst 2025 zu mehreren Millionen Kündigungen geführt hatte.

Microsoft-Managerin Sharma macht keinen Hehl daraus, dass die jahrelang verfolgte Strategie – massive Zukäufe in der Erwartung exponentiell steigender Game-Pass-Umsätze – nicht aufgegangen sei. Jetzt also die Rolle rückwärts: Fokus auf die großen Spiele-Marken, Abwicklung kleinerer Studios und Nischen-Titel, Kostensenkungen auf breiter Front. Bemerkenswert: Mit Helen Chiang wird erstmals eine Chief Operating Officer (COO) installiert, die das Tagesgeschäft überwacht.

Im Lichte stark gestiegener Komponenten-Preise steht das Management nun unter dem Druck, ein neues, nachhaltiges Xbox-Geschäftsmodell zu entwickeln.


Microsoft Xbox streicht mehr als 3.000 Jobs und trennt sich von Studios

Meldung vom 6. Juli 2026 (16 Uhr): Asha Sharma ist kaum ein halbes Jahr im Amt – und die neue Xbox-CEO verliert keine Zeit: Punkt für Punkt werden die Baustellen abgeschichtet, die ihr Vorgänger Phil Spencer infolge der jahrelangen Expansion hinterlassen hat – und jene, die seit der Kostenexplosion im Speicherchip-Bereich neu hinzugekommen sind.

In einem Memo an die Belegschaft schreibt Sharma, das Unternehmen stehe vor der „wichtigsten Restrukturierung“ in der 25jährigen Xbox-Geschichte.

Im Ergebnis baut Microsoft in zwei ‚Wellen‘ rund 3.200 Arbeitsplätze in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Hardware und Entwicklung ab und beendet die Zusammenarbeit mit fünf Entwickler-Studios. In unterschiedlichem Ausmaß betroffen sind unter anderem die Sparten Activision, Bethesda, Blizzard, King (Candy Crush Saga), Mojang (Minecraft) und Xbox Game Studios. Die Zahl der Management-Ebenen soll signifikant reduziert werden.

Nach Bloomberg-Informationen steht Zenimax / Bethesda vor einem grundlegenden Umbau: Der Fokus wird künftig auf den Rollenspiel-Universen Fallout und The Elder Scrolls sowie auf den Shooter-Marken Doom, Quake und Wolfenstein liegen.

Microsoft Xbox sucht Käufer für Arkane Lyon

Immerhin: Zu den befürchteten Standort-Schließungen kommt es im ersten Schritt nicht – auch laufende Spiele-Projekte würden nicht eingestellt.

Vielmehr werden aus Double Fine Productions (Keeper) und Compulsion Games (South of Midnight) wieder konzern-unabhängige Indie-Studios mit voller Kontrolle über Markenrechte und Spiele. Der Start in Publisher-Verhandlungen und neue Projekte wird durch eine Microsoft-Mitgift erleichtert.

Ninja Theory (Hellblade) und Undead Labs (State of Decay) bekommen neue Eigentümer; die Verhandlungen laufen noch. Auch in diesen Fällen können die Studios die bestehenden Spiele-Marken und -Inhalte künftig selbst vermarkten. Für das französische Studio Arkane Lyon (Dishonored, Marvel’s Blade) wird ebenfalls nach einer Anschlussverwendung gefahndet.

Zur Begründung schreibt Xbox-CEO Sharma, es sei weder möglich noch wünschenswert, jedes großartige Indie-Studio selbst zu betreiben. Man habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass Microsoft nicht die beste Heimat für jede Art von Studio sei.

Mit den Kostensenkungen reagiert Microsoft auf die papierdünnen Margen im Xbox-Business: Trotz milliardenschwerer Zukäufe, teils deutlicher Preiserhöhungen für Konsolen sowie mehrfacher Strategiewechsel (auch mit Blick auf den Game Pass) sei es bislang nicht gelungen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. In den Worten von Asha Sharma: „Our business today is not healthy.“

Die Xbox-Managerin gibt sich kämpferisch: „Die Geschichte kennt viele Unternehmen, die glaubten, ihre jahrzehntelange Erfolgsgeschichte mache sie unangreifbar. Wir werden nicht dazugehören.“

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