Das neue Microsoft-Geschäftsjahr startet mit dem erwarteten Stellenabbau in der Xbox-Abteilung mit einer Größenordnung von 3.200 Jobs.
Asha Sharma ist kaum ein halbes Jahr im Amt – und die neue Xbox-CEO verliert keine Zeit: Punkt für Punkt werden die Baustellen abgeschichtet, die ihr Vorgänger Phil Spencer infolge der jahrelangen Expansion hinterlassen hat – und jene, die seit der Kostenexplosion im Speicherchip-Bereich neu hinzugekommen sind.
In einem Memo an die Belegschaft schreibt Sharma, das Unternehmen stehe vor der „wichtigsten Restrukturierung“ in der 25jährigen Xbox-Geschichte.
Im Ergebnis baut Microsoft in zwei ‚Wellen‘ rund 3.200 Arbeitsplätze in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Hardware und Entwicklung ab und beendet die Zusammenarbeit mit fünf Entwickler-Studios. In unterschiedlichem Ausmaß betroffen sind unter anderem die Sparten Activision, Bethesda, Blizzard, King (Candy Crush Saga), Mojang (Minecraft) und Xbox Game Studios. Die Zahl der Management-Ebenen soll signifikant reduziert werden.
Nach Bloomberg-Informationen steht Zenimax / Bethesda vor einem grundlegenden Umbau: Der Fokus wird künftig auf den Rollenspiel-Universen Fallout und The Elder Scrolls sowie auf den Shooter-Marken Doom, Quake und Wolfenstein liegen.
Microsoft Xbox streicht mehr als 3.000 Jobs und trennt sich von Studios
Immerhin: Zu den befürchteten Standort-Schließungen kommt es im ersten Schritt nicht – auch laufende Spiele-Projekte würden nicht eingestellt.
Vielmehr werden aus Double Fine Productions (Keeper) und Compulsion Games (South of Midnight) wieder konzern-unabhängige Indie-Studios mit voller Kontrolle über Markenrechte und Spiele. Der Start in Publisher-Verhandlungen und neue Projekte wird durch eine Microsoft-Mitgift erleichtert.
Ninja Theory (Hellblade) und Undead Labs (State of Decay) bekommen neue Eigentümer; die Verhandlungen laufen noch. Auch in diesen Fällen können die Studios die bestehenden Spiele-Marken und -Inhalte künftig selbst vermarkten. Für das französische Studio Arkane Lyon (Dishonored, Marvel’s Blade) wird ebenfalls nach einer Anschlussverwendung gefahndet.
Zur Begründung schreibt Xbox-CEO Sharma, es sei weder möglich noch wünschenswert, jedes großartige Indie-Studio selbst zu betreiben. Man habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass Microsoft nicht die beste Heimat für jede Art von Studio sei.
Mit den Kostensenkungen reagiert Microsoft auf die papierdünnen Margen im Xbox-Business: Trotz milliardenschwerer Zukäufe, teils deutlicher Preiserhöhungen für Konsolen sowie mehrfacher Strategiewechsel (auch mit Blick auf den Game Pass) sei es bislang nicht gelungen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. In den Worten von Asha Sharma: „Our business today is not healthy.“
Die Xbox-Managerin gibt sich kämpferisch: „Die Geschichte kennt viele Unternehmen, die glaubten, ihre jahrzehntelange Erfolgsgeschichte mache sie unangreifbar. Wir werden nicht dazugehören.“
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