Start Wirtschaft Die neue Xbox-Chefin: Wer ist Asha Sharma?

Die neue Xbox-Chefin: Wer ist Asha Sharma?

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Asha Sharma, seit Februar 2026 Executive Vice President und CEO Microsoft Gaming
Asha Sharma, seit Februar 2026 Executive Vice President und CEO Microsoft Gaming

Ohne Games-Business-DNA, dafür aber mit hehren Vorsätzen startet Asha Sharma in ihre neue Aufgabe als Chefin der Xbox-Sparte von Microsoft.

Bodenständig, umgänglich, Kumpeltyp – und ein ‚echter‘ Gamer: Zum Ende seiner 38jährigen Microsoft-Karriere wurde Phil Spencer mit freundlichen Worten von Kollegen, Mitbewerbern und langjährigen Weggefährten regelrecht überhäuft.

Kurz vor dem Wochenende hat Spencer den sofortigen Rückzug bekanntgegeben. In seine Amtszeit fallen mehrere Konsolen-Launches, die Einführung des Game Pass und einige der größten Zukäufe in der Videospiele-Geschichte – allen voran Activision Blizzard, Zenimax / Bethesda und das Minecraft-Studio Mojang.

Die Fußstapfen sind also gewaltig – und damit auch die Überraschung und Skepsis, die Spencers Nachfolgerin Asha Sharma entgegenschlägt, die mit sofortiger Wirkung ihre Aufgabe als Executive Vice President und CEO Microsoft Gaming antritt.

Ihr Name ist so neu, dass zur Stunde noch nicht einmal ein Wikipedia-Eintrag existiert.

Die neue Xbox-Chefin: Wer ist Asha Sharma?

Pünktlich zum 25-Jahre-Xbox-Jubiläumsjahr übernimmt die 43jährige die Führung der Gaming-Sparte – inklusive rund 40 Studios und einigen der bedeutendsten und kommerziell relevantentesten Videospiele-Marken des Planeten, darunter Call of Duty, Diablo, Candy Crush Saga, Minecraft, Fallout, Halo, World of WarCraft und The Elder Scrolls.

Sharma ist neu im Games-Biz – und macht daraus auch keinen Hehl. Bei Microsoft ist sie erst seit 2024 angestellt: Als President CoreAI Product verantwortete sie KI-Modelle, -App und -Tools. Ihre vorherigen Stationen: die Lieferdienst-Software Instacart und der Facebook-Konzern Meta. Die Managerin sitzt außerdem im Aufsichtsrat der US-Baumarkt-Kette Home Depot und beim südkoreanischen E-Commerce-Anbieter Coupang.

Demut und Dringlichkeit – das ist die Ausgangs- und Gefühllage, mit der Asha Sharma nach eigener Aussage in ihren neuen Job startet. Die Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass die XXL-Akquisitionen der vergangenen Jahre zwar das Umsatzvolumen vervielfacht haben, bislang aber nicht die erwarteten Margen-Effekte zeitigen. Im Gegenteil: Das Hardware-Geschäft befindet im freien Fall, der Game Pass kommt nicht vom Fleck, selbst die Cashcow Call of Duty schwächelt.

CEO Asha Sharma und Chief Content Officer Matt Booty stehen ab Februar 2026 an der Spitze der Gaming- und Xbox-Sparte von Microsoft.
CEO Asha Sharma und Chief Content Officer Matt Booty stehen ab Februar 2026 an der Spitze der Gaming- und Xbox-Sparte von Microsoft.

Die größte Achillesferse – nämlich die fehlende Gaming-Expertise – ist gleichzeitig die größte Chance: Sharma muss keine Rücksicht nehmen auf Befindlichkeiten und Strukturen, sondern kann unbelastet von bisherigen Entscheidungen eigene Akzente setzen und Fehlentwicklungen korrigieren. In ihrer Antritts-Botschaft deutete sie bereits an, sich sehr genau anzuschauen, was funktioniert und was nicht.

Auf dieser Reise stellt ihr Microsoft-CEO Satya Nadella einen in der Wolle gefärbten Xbox-Gefährten zur Seite: Studio-Boss Matt Booty steigt zum Chief Content Officer auf und muss jene „great games“ liefern, die seine Vorgesetzte in ihrer ersten Stellungnahme angekündigt hat – in der sie außerdem das unterbringt, was Belegschaft und Fans hören wollen, darunter ein überraschend klares Bekenntnis zum Konsolen-Business plus Investments in Studios und „iconic franchises“.

Die Sorgen mit Blick auf ihre KI-‚Vergangenheit‘ bei Microsoft begegnet sie einer Absage an kurzfristige Effizienz-Gewinne oder „seelenlosen AI slop“ – an diesen markigen Ankündigungen wird sich die Xbox-Führungsriege messen lassen müssen.

In der Zwischenzeit setzt Sharma ihren Gaming-Crashkurs fort: Ihr erst seit Januar 2026 bestehender Xbox-Account samt der gespielten Titel und Achievements machen nach außen sichtbar, dass sich die ‚Neue‘ einen ersten Überblick verschafft. Im nächsten Schritt ist eine regelrechte Kaskade an LinkedIn- und X-Postings zu erwarten, die sie auf Antrittsreisen zu Xbox-Studios und Third Parties (Studios, Publisher) zeigen – und in sechs Monaten möglicherweise auch erstmals zur Gamescom nach Köln führen. (pf)