Start Wirtschaft Microsoft-Zahlen: Games-Sparte meldet Umsatz-Minus

Microsoft-Zahlen: Games-Sparte meldet Umsatz-Minus

Xbox Series X im Test (Foto: GamesWirtschaft)
Xbox Series X im Test (Foto: GamesWirtschaft)

Kein Forza, kein Halo und erst recht kein Starfield: Microsoft meldet ein schwaches Xbox-Weihnachtsgeschäft und richtet den Blick auf die Saison 2023.

Anders als bei den meisten US-Unternehmen startet das Microsoft-Geschäftsjahr nicht im April, sondern im Juli – weshalb der Software-Riese am gestrigen Mittwoch nach Börsenschluss die Zahlen für das 2. Quartal vorgelegt hat, also für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2022.

Bereits im Vorfeld hatte Konzern-Chef Satya Nadella in Reaktion auf das konjunkturelle Umfeld einen massiven Stellenabbau angekündigt: 10.000 Jobs fallen weg, auch in der Games- und Xbox-Sparte.

Der Quartalsumsatz von fast 53 Milliarden Dollar liegt zwar dezent über dem Vorjahr, doch die Geschäftsbereiche weisen eine sehr unterschiedliche Performance auf. Während das Cloud-Business weiterhin deutlich im Plus liegt und mittlerweile den Großteil des Umsatzes beisteuert, entwickelten sich die Einnahmen mit Konsolen, Services und Games zuletzt in die umgekehrte Richtung.

Gegenüber dem starken Weihnachtsgeschäft 2021 mit gleich mehreren Blockbustern (Halo Infinite, Forza Horizon 5) verzeichnet die Abteilung von CEO Phil Spencer zweistellige Rückgänge: Der Umsatz mit Spielen und Software fällt um 12 Prozent, bei der Hardware beträgt das Minus 13 Prozent. Ein Grund neben Verschiebungen von Eigenproduktionen: geringere Einnahmen durch Spiele und In-Game-Käufe externer Publisher, wo Microsoft analog zu Sony prozentual mitverdient.

Positiv entwickeln sich laut Nadella die Abonnentenzahlen beim Flatrate-Tarif Xbox Game Pass – allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Gleiches gilt traditionell für den Absatz von Xbox Series X und Xbox Series S: Microsoft ist der einzige der drei großen Konsolen-Bauer, der keine Verkaufszahlen ausweist. Immerhin: Die Zahl der monatlich aktiven User (MAU) beziffert das Unternehmen mit 120 Millionen – ein neuer Rekord.

Am heutigen Mittwoch-Abend gibt Microsoft einen Ausblick auf Xbox-Spiele-Neuheiten der konzerneigenen Studios – erwartet werden konkrete Termine für den Bethesda-Shooter Redfall und die Rennsimulation Forza Motorsport 7.

Völlig offen ist weiterhin der Ausgang der geplanten Übernahme von Activision Blizzard (Call of Duty, Candy Crush Saga, Diablo), die ursprünglich bis Mitte 2023 abgeschlossen sein sollte. Die Kartellbehörden in der EU, in den USA und im Vereinigten Königreich haben Bedenken formuliert mit Blick auf eine mögliche Microsoft-Dominanz im Videospiele-Segment, etwa bei Spiele-Abos, Streaming und Cloud-Services.