Start Wirtschaft Meshcapade: Epic Games kauft Tübinger KI-Startup

Meshcapade: Epic Games kauft Tübinger KI-Startup

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Epic Games übernimmt das Tübinger KI-Startup Meshcapade.
Epic Games übernimmt das Tübinger KI-Startup Meshcapade.

Die Max-Planck-Ausgründung Meshcapade ist künftig Teil von Epic Games: Die Technologie des KI-Startups generiert 3D-Körpermodelle.

Realistische Bewegungsabläufe von Figuren in Filmen und Videospielen sind üblicherweise ein Fall für zeit- und kosten-aufwändige Motion-Capturing-Prozesse unter Beteiligung von verkabelten Schauspielern, die in Anzügen mit Markern agieren – wie hier im Falle von The Last of Us Part 2.

Anders der Ansatz der Meshcapade GmbH: Das Spin-Off des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme im baden-württembergischen Tübingen baut seit 2018 Software für die Erstellung und Animation digitaler Menschen. Das SMPL-Körpermodell (Skinned Multi-Person Linear) wurde mit Tausenden von 3D-Scans trainiert und kann hochdetaillierte 3D-Modelle inklusive Mimik und Gestik via Künstlicher Intelligenz anhand von Videos, Fotos und Text (via Prompot) generieren. Die Tools werden nicht nur für die Animation eingesetzt, sondern zum Beispiel auch für virtuelle Ankleidekabinen in Online-Shops oder virtuelle Influencer. In Planung: Hair Capture.

Jetzt wurde Meshcapade vom US-Spiele-Konzern Epic Games übernommen, der zusätzlich zu den Standorten Berlin, Köln und München ein Büro in Tübingen eröffnet. Epic betreibt nicht nur eigene Spiele wie Fortnite und eine Vertriebsplattform für PC-Spiele (Epic Games Store), sondern vermarktet mit der Unreal Engine auch einen der wichtigsten Baukästen für die Games-Entwicklung. Auch Dutzende deutscher Studios entwickeln Unreal-Engine-5-Spiele, darunter Deck 13 in Frankfurt und Aesir Interactive in München.

Kim Libreri, Chief Technology Officer bei Epic Games Epic: „Wir wollen die Hürden für glaubwürdige, ausdrucksstarke digitale Charaktere senken und sie in Echtzeit für unterschiedlichste Anwendungen verfügbar machen. Mit dem Meshcapade-Team und seinen branchenführenden Technologien erweitern wir unser Portfolio um leistungsfähige Spezialwerkzeuge für die Generierung digitaler Menschen in Gaming, Film und virtueller Produktion.“

Bram Wijlands, Geschäftsführer von Max-Planck-Innovation: „Diese Übernahme ist ein klares Signal, dass ‚KI made in Germany‘ lokal skalieren und international konkurrenzfähig sein kann.“

Max-Planck-Präsident Patrick Cramer: „Das ist wirklich bemerkenswert. Es zeigt, wie schnell Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in konkrete Anwendungen mit weltweiter Wirkung überführt werden können.“