
Kosten, Konjunktur, KI: Am Himmel über dem Berliner Digital- und Kreativ-Standort ziehen dunkle Wolken auf, wie das Medienbarometer 2026 zeigt.
Von „unverändert großen Herausforderungen“ für die Kreativen in der Hauptstadt-Region spricht Jeannine Koch: Die Geschäftsführerin des Medianet Berlin-Brandenburg verweist unter anderem auf den deutlich verschlechterten Geschäftsklima-Index im Medienbarometers 2026 (kostenloser Download), die am Vormittag vorgestellt wurde. Die Goldmedia-Studie analysiert Rückmeldungen von 205 Unternehmen und Unternehmern aus der Medien-, Kreativ- und Digitalwirtschaft in Berlin und Brandenburg.
Hinrich Holm von der Investitionsbank Berlin wird noch deutlicher: Die Ergebnisse seien „ernüchternd“ – die Stimmung in den Medienunternehmen seit „nach wie vor auf einem Tiefstand“.
So gehen 44 Prozent der befragten Betriebe von sinkenden Umsätzen aus. 62 Prozent der Branche erwarten für die nächsten drei Jahre eine negative Branchen-Entwicklung; jedes dritte Gewerbe erwartet einen Personalabbau.
Helge Jürgens, Geschäftsführer der New-Media-Förderung beim Medienboard Berlin-Brandenburg, sorgt sich um die besonderen Herausforderungen kleinerer Unternehmen, die erkennbar mit Kostensteigerungen und Umsatz-Rückgängen zu kämpfen haben.
In der Games-Industrie zeigt sich immerhin ein optimistischer Ausreißer nach oben: Hier rechnen 54 Prozent mit steigenden Umsätzen und ’nur‘ 23 Prozent mit sinkenden Einnahmen – in der Film-Branche ist das Verhältnis genau umgekehrt.
Medienbarometer 2026: Stimmung in der Hauptstadt „auf dem Tiefstand“
Aus den alarmierenden Daten leiten die Initiatoren eine Reihe von Forderungen ab – angefangen vom Bürokratie-Abbau bis hin zu einem besseren Zugang zu Finanzierungen und Förderung, auch mit Blick auf KI-Prozesse, die zu einer Entlastung von Fachkräften, Kostenreduzierungen und höherer Produktivität führen könnten. Die umstrittene Ausbildungsabgabe solle „dringend überdacht“ werden.
Die Creative-Tech-Branche hat große Relevanz für den Großraum Berlin: Laut jüngster Erhebung sind diesem Wirtschaftszweig 43.800 Unternehmen mit 245.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zuzuordnen. Der Umsatz von 56 Mrd. € entspricht 15 Prozent dessen, was die Berliner Wirtschaft in Summe umsetzt. Das Spektrum der Gewerke reicht von Film und Fernsehen über Social-Media-Marketing bis hin zu Computerspielen, Musik, Buchmarkt und Presse.
Größter Games-Arbeitgeber der Hauptstadt-Region ist der Mobilegames-Entwickler Wooga, gefolgt von Gameduell und Kolibri Games.













