Start Wirtschaft CD Projekt über GOG Connect: Darum fehlt Witcher 3

CD Projekt über GOG Connect: Darum fehlt Witcher 3

Neu seit Anfang Juni 2016: GOG Connect verknüpft den GOG-Account mit dem Steam-Konto.
Neu seit Anfang Juni 2016: GOG Connect verknüpft den GOG-Account mit dem Steam-Konto.

Wer FTL, Braid, To the Moon und andere Spiele bereits bei Steam erworben hat, kann sie künftig auch parallel bei GOG nutzen: Mit dem neuen Service GOG Connect wird der GOG-Account mit dem Steam-Konto verknüpft. Wir sprachen mit CD Projekt über Risiken und Nebenwirkungen.

DRM-freie Spiele, Geld-zurück-Garantie, großes Angebot an Klassikern, faire Preise: Durch kundenfreundliche Regelungen hat es GOG.com geschafft, dass die Download-Plattform des polnischen Konzerns CD Projekt seitens der PC-Spieler bei den „Guten“ verortet wird. Dementsprechend euphorisch fielen auch die Reaktionen auf die Ankündigung von GOG Connect aus.

GOG Connect: Diese Daten werden von Steam übertragen

Mit GOG Connect werden die Spielebibliotheken beider Plattformen abgeglichen: Bereits auf Steam gekaufte Spiele lassen sich damit auch bei GOG freischalten – und zwar kostenlos. Motto: „Es sind deine Spiele – warum solltest du ein zweites Mal dafür bezahlen?“ Klingt gut, doch das Angebot gilt längst nicht für alle Titel: GOG Connect umfasst zum Start nur 23, vorwiegend ältere Titel, weitere sollen folgen. Nun hat niemand etwas zu verschenken, auch GOG nicht. GamesWirtschaft hat daher bei CD Projekt nachgefragt, was das Unternehmen mit dem Dienst vor hat und welche Risiken und Nebenwirkungen für den Kunden damit verbunden sind. Unter anderem muss der Kunde logischerweise einwilligen, dass GOG einen Blick in den Account der Konkurrenz – also Steam – werfen darf.

Rede und Antwort stand Piotr Karwowski, der seit 18 Jahren für CD Projekt tätig ist und  als einer der Erfinder von GOG.com gilt. Er war für Design und Entwicklung der Website zuständig und ist heute der Managing Director des Download-Portals.

English version below

Piotr Karwowski ist Managing Director bei GOG.com und sitzt auch im Vorstand des Mutterkonzerns CD Projekt.
Piotr Karwowski ist Managing Director bei GOG.com und sitzt auch im Vorstand des Mutterkonzerns CD Projekt.

GamesWirtschaft: Welche Ziele verfolgt GOG mit GOG Connect?
Karwowski: Für uns ist GOG Connect ein Weg, um neue Kunden für GOG.com zu gewinnen – egal ob man es als netten Bonus ansieht oder als Gelegenheit, um Spielebibliotheken zu vereinheitlichen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch unser Ansatz, dass dem Spieler sein Spiel gehört: Wir wollen, dass der Spieler frei entscheiden kann, wie und wann er er seine Spiele spielt. Wenn man also die Wahl haben möchte, warum das Spiel mehr als einmal kaufen? Außerdem war GOG Connect ein großer Wunsch unserer Community, dem wir hiermit nachkommen. Die Spieler lieben es und schätzen die Wahlfreiheit. Wir sind überwältigt, wie gut Connect bereits jetzt ankommt. Wir wurden bereits von Entwicklern und Publishern kontaktiert, die dabei sein möchten. Ihr könnt euch also auf weitere Spiele in diesem Programm einstellen.

GamesWirtschaft: Warum kann man die Spiele nur innerhalb weniger Tage synchronisieren – und nicht auch noch in den nächsten Wochen und Monaten?
Karwowski: Das hängt von den Vereinbarungen mit den Entwicklern und Publishern ab – die entscheiden letztlich, wie lange die Spiele verfügbar sind und wir sind hier offen für Vorschläge. Im Rahmen der Einführungswoche sind bestimmte Titel im Angebot – in Zukunft wird die Transferperiode vermutlich von Spiel zu Spiel unterschiedlich ausfallen. Aber das wird sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren.

GamesWirtschaft: Warum sind die konzerneigenen Spiele wie Witcher 2 und Witcher 3 nicht Teil von GOG Connect?
Karwowski: GOG Connect ist ja gerade erst gestartet – und wir werden nach und nach weitere Spiele hinzufügen. Zwar „gehören“ die Witcher-Spiele nicht uns direkt, sondern unserer Schwesterfirma CD Projekt Red, allerdings kann man bereits die The Witcher: Enhanced Edition freischalten, wenn man sie via Steam erworben hat.

GamesWirtschaft: Laut FAQ kommt für GOG Connect die Steam-API – also eine Programmierschnittstelle – zum Einsatz. Welche persönlichen Daten – User-Profil, Freundesliste, bevorzugte Genres, Adresse, Alter, Geschlecht etc. – werden dabei übertragen, gespeichert und von GOG ausgewertet?
Karwowski: Wir rufen derzeit nur drei Informationen ab: Steam-Name, die Liste der Spiele und den Steam-Avatar, damit dieser auf der GOG-Connect-Seite angezeigt werden kann. Wir fragen die Daten nur ein einziges Mal pro User ab, sobald dieser seinen Accounts auf der GOG-Connect-Seite manuell aktualisiert. Darüber hinaus speichern wir keine weiteren Steam-Konto-Informationen.

GamesWirtschaft: Nach unserem Kenntnisstand gibt es keine GOG-API. Würdet es GOG begrüßen, wenn andere Download-Anbieter wie Steam, Uplay oder Origin einen ähnlichen Service anbieten?
Karwowski: Wir sind selbst Spieler und nutzen diese Plattformen – daher wäre es wirklich wunderbar, wenn sich dieses Modell durchsetzen würde. Jede Plattform bietet etwas Einzigartiges an. Wir sind dafür, die Kunden die Wahl der Plattform zu überlassen – unabhängig davon, wo sie ein Spiel kaufen. Wenn die Spieler ihre Spiele auf GOG.com kaufen und dann woanders spielen, ist das aus unserer Sicht immer noch eine Win-Win-Situation.

English version

GamesWirtschaft: What are your actual goals and plans with GOG Connect?
Karwowski: GOG Connect is a great way to introduce new users to GOG.com – regardless of whether it’s a nice bonus or a chance to migrate their libraries. A big part of it is also our approach to game ownership – we appreciate the freedom to choose how and when you play your games, so now we’re asking one more question: if you want to choose, why buy the games more than once? Additionally, GOG Connect has been hugely requested by our community, it’s just a really neat thing to do – gamers enjoy it, they appreciate the option, and we’ve been overwhelmed by its popularity so far. We’ve already been contacted by several developers and publishers interested in joining the program, so as for our plans: you can expect more games in the near future.

GamesWirtschaft: Why is it that the transfer period only lasts a couple of days and not weeks or months?
Karwowski: It all depends on our agreements with developers and publishers – it’s up to them to decide how long the games are available, and we’re open to their ideas. Right now the games are available for a week for the big launch event – in the future, the transfer period will probably vary from game to game. Only time will tell so do stay tuned for more GOG Connect news.

GamesWirtschaft: Why are your „own“ games – like Witcher 2 and Witcher 3 – not included in this program?
GOG Connect just launched, and we plan to keep adding new titles to the program. While The Witcher games aren’t ours per se – the developer, CD PROJEKT RED, is our sister company – you can already redeem the original The Witcher: Enhanced Edition through GOG Connect if you bought it on Steam.

GamesWirtschaft: You claim that you’re using the Steam-API to analyze the games already purchased via Steam. What personal user data is transferred, stored, used and evaluated by GOG (e. g. user profile, friendslists, preferred genres, address, age, gender etc.)? Is the connected Steam-account permanently monitored regarding added games?
Karwowski: We only look at three things right now: the Steam username & avatar (so that they can be displayed on the GOG Connect page) and the list of games. We only do that once per user until they manually refresh their accounts on the GOG Connect page. Beyond that we don’t store any information from users‘ Steam accounts.

GamesWirtschaft: To our knowledge, there is no such thing as a GOG-API. Would you appreciate if other platforms like Steam, Uplay or Origin connect the same way as you do with Steam?
Karwowski: As gamers and users of those platforms, it’d be really awesome for this to be a more common practice. Every platform offers something unique, so we’re all for letting people choose their platform regardless of where they make the purchase – especially if it means not being restricted to just one storefront. If gamers wanted to get their games on GOG.com and play them elsewhere, it’s still a win-win in our eyes.

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