
Bei einem Vor-Ort-Termin an einem Düsseldorfer Gymnasium hat die NRW-Landesregierung das Präventions-Spiel Wer ist Bilal? vorgestellt.
Unter dem Eindruck des tödlichen Messerangriffs auf einem Stadtfest in Solingen im August 2024 hat Nordrhein-Westfalen ein ganzes Maßnahmen-Bündel aufgelegt – inklusive einem 277.000 €-Sonder-Budget zur Entwicklung von Videospielen, die Medienkompetenz stärken und Radikalisierungs-Tendenzen eindämmen sollen.
Unter den geförderten Projekten ist Wer ist Bilal?: Das Spiel „zur Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation“ wurde vom Berliner Studio Paintbucket Games entwickelt. Das Mobilegame lässt sich ab sofort kostenlos in den Appstores für iOS (iPhone, iPad) und Android herunterladen.
Der Spieler begibt sich auf die Suche nach dem jungen Protagonisten Finn, der mit Manipulation, Gruppendruck und extremistischen Positionen konfrontiert wird – die getroffenen Entscheidungen zeigen auf, wie Radikalisierungsprozesse entstehen, auch entlang von sozialen Netzwerken.

Die Feuertaufe für Wer ist Bilal? erfolgte am heutigen Freitag am Mataré-Gymnasium in Meerbusch nahe Düsseldorf: Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU) und Innenminister Herbert Reul (CDU) nahmen an einem schulischen Projekttag mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 teil – dort kam das Mobilegame zum Einsatz. Auch Paintbucket-Gründer Jörg Friedrich war eigens nach NRW gereist.
Medienminister Nathanael Liminski: „Junge Menschen sind täglich einer Flut von digitalen Inhalten ausgesetzt, die unter Umständen zur Gefahr werden können. Desinformation hat insbesondere da leichtes Spiel, wo Emotionen über Fakten gestellt werden. Deshalb gilt: Wer Jugendliche ernst nehmen und für diese Themen sensibilisieren will, muss sie dort abholen, wo sie sich informieren und orientieren. Deshalb setzen wir als Land bewusst auf innovative Formate wie interaktive Games.“
Mit Spielen wie Wer ist Bilal sollen Jugendliche ohne moralischen Zeigefinger informiert werden und eine differenzierte Auseinandersetzung über Ursachen ermöglichen – ohne diese zu vereinfachen und zu verharmlosen, so Liminski.
Innenminister Herbert Reul: „Radikalisierung passiert nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Sie beginnt häufig im Netz über Chats, Videos und Games, oft unbemerkt. Genau da müssen wir dagegenhalten. Mit dem neuen Spiel heben wir unsere Präventionsarbeit auf das nächste Level. Junge Leute erleben, wie Extremisten online vorgehen und sehen, wie deren Narrative funktionieren. Sie lernen, Manipulation früh zu erkennen und Stopp zu sagen. Wenn wir Jugendliche stark machen mit Selbstbewusstsein, Medienkompetenz und einem klaren Wertefundament, dann ist das der beste Schutz für unsere Demokratie.“












