Start Politik Verkehrsministerium fördert Games-Forschungsprojekte

Verkehrsministerium fördert Games-Forschungsprojekte

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Das BMVI erweitert die Games-Förderung um eine Richtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten und Studien zum Thema Computerspiele.

Seit 2019 hat das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI – neuerdings Bundesministerium für Digitales und Verkehr) rund 340 kleine und große Games-Projekte bezuschusst. 50 Millionen Euro stehen dafür pro Jahr zur Verfügung. Mit dem Geld sollen künftig auch Forschungsprojekte finanziert werden – dazu hat das Ministerium jetzt ein Interessenbekundungsverfahren eingeleitet.

Anlass ist die im Juni veröffentlichte „Strategie für den Games-Standort Deutschland“, die der bisherige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf den Weg gebracht hat: Darin ist vorgesehen, dass ein intensiverer Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft angeregt werden soll – etwa durch Verbundvorhaben aus Wissenschaft, Forschung und Industrie.

Im Ergebnis wird es eine Richtlinie geben, auf deren Basis Projekte und Studien „mit dem Forschungsgegenstand Computerspiele“ gefördert werden. Im Fokus stehen insbesondere Vorhaben, die engen Bezug mit den in der Games-Strategie formulierten Zielen aufweisen.

Um das Volumen abschätzen zu können, bittet das BMVI um die Einsendung unverbindlicher Projektideen. Zu diesem Zweck wurde ein eigenes Formular bereitgestellt, das mögliche Ziele, Laufzeiten, Starttermine und Gesamtkosten umfasst. Einsendeschluss: 21. Januar 2022.

Die faktische Umsetzung des Verfahrens dürfte einige hundert Meter entfernt vom Verkehrsministerium stattfinden: Denn seit dem 8. Dezember 2021 ist offiziell das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Leitung von Minister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) für die deutsche Games-Politik zuständig.

An der Ausformulierung erster Forschungsprojekte arbeitet bereits der Esport-Bund Deutschland (ESBD): Der Verband sieht mit der Umsetzung eine zentrale Forderung aus einem verbandseigenen 5-Punkte-Plan erfüllt („Organisierte Strukturen und Forschung im E-Sport fördern“).

„Wir freuen uns, dass der E-Sport einen solchen Auftrieb erhält“, erklärt ESBD-Präsident Daniel Luther. „In zahlreichen Themenfeldern, zum Beispiel Diversity, Ausbildung oder Inklusion, bedarf es wichtiger Grundlagenforschung. Wir haben die große Chance, dass der E-Sport-Standort Deutschland mit einer solchen Förderung zum internationalen Spitzenreiter in der Forschung wird.“

Im Koalitionsvertrag haben sich SPD, Grüne und FDP zudem die Gemeinnützigkeit für E-Sport-Vereine vorgenommen. Auch diese Facette bewertet Luther als Indiz, dass die neue Koalition „dem E-Sport offener gegenübersteht als ihr Vorgänger und Interesse an verbesserten Rahmenbedingungen zeigt“. Jetzt müssten zunächst konkrete Ergebnisse abgewartet werden.