Start Marketing & PR PlayStation Store: Sind PSN-Guthaben-Karten wirklich ab 18 Jahren?

PlayStation Store: Sind PSN-Guthaben-Karten wirklich ab 18 Jahren?

Kleiner, aber feiner Unterschied: Das Ab-18-Stop-Schild auf der PSN-Guthabenkarte ähnelt zwar dem USK-Logo, ist aber eine Sony-Eigen-Entwicklung (Abbildung: Sony Interactive)
Kleiner, aber feiner Unterschied: Das Ab-18-Stop-Schild auf der PSN-Guthabenkarte ähnelt zwar dem USK-Logo, ist aber eine Sony-Eigen-Entwicklung (Abbildung: Sony Interactive)

Das rote Ab-18-Stop-Zeichen auf den Guthaben-Karten für PSN-Store oder PlayStation Plus sorgt regelmäßig für Verwirrung – wir klären auf.

Geburtstag, Weihnachten, Ostern oder einfach zwischendurch: Guthaben-Karten erfreuen sich großer Beliebtheit – sei es für Amazon, iTunes, Twitch, Google Play, FIFA Ultimate Team oder Netflix. Diese Karten gibt es in zwei Varianten: als digitaler Gutschein per E-Mail oder als physische Karte, wie sie im Kassenbereich von Supermärkten, Discountern und Tankstellen in großer Auswahl angeboten werden.

Sobald die Karte an der Kasse bezahlt und aktiviert wurde, kann das Guthaben jederzeit durch Eingabe eines zwölfstelligen Codes freigeschaltet werden. Damit lassen sich wiederum Spiele oder Zusatz-Inhalte erwerben.

Beim PSN-Guthaben für den PlayStation Store gibt es eine Besonderheit: Denn auf der Karte ist ein rotes Stopschild („Ab 18“) aufgedruckt, das dem bekannten USK-Siegel frappierend ähnelt. Auf der Rückseite ist zusätzlich vermerkt: „Um diesen Gutschein-Code kaufen oder nutzen zu können, musst du das 18. Lebensjahr vollendet haben.“

Bei Sony-Mitbewerbern wie Nintendo (eShop), Steam oder Microsoft (Xbox Network) gibt es einen solchen Aufdruck nicht. Zwangsläufige Frage: Warum ist das so?

GamesWirtschaft hat dort nachgefragt, wo man sich von Berufs wegen mit Altersfreigaben auseinandersetzt: bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) in Berlin.

Überraschende Erkenntnis: Beim USK-ähnlichen Logo auf Sony-Guthabenkarten handelt es sich um eine Sony-Eigenkreation. Das Logo stammt also nicht von der USK, entfaltet aber die gleiche Wirkung.

Und das kommt so: Spielehersteller, Plattformbetreiber und Streaming-Dienste müssen in ihren Online-Stores dafür sorgen, dass für Kinder und Jugendliche „ungeeignete Inhalte üblicherweise nicht wahrgenommen“ werden, wie USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker erklärt. Dabei kommt es weniger auf die konkrete Umsetzung an, sondern auf das Ergebnis. So gibt es Anbieter, die software-seitige Maßnahmen einsetzen, etwa Vorsperren oder Jugendschutzprogramme.

Begehrtes Geschenk, nicht nur an Weihnachten: Guthabenkarten und Gutscheine
Begehrtes Geschenk, nicht nur an Weihnachten: Guthabenkarten und Gutscheine

Sony geht einen eigenen und recht einmaligen Weg: Der PlayStation-Hersteller verpflichtet Versender und Einzelhändler dazu, die Guthaben-Karten ausschließlich an Erwachsene zu verkaufen. Das gilt nicht nur für das PlayStation Network (PSN) und den PlayStation-Store, sondern auch für PlayStation Plus und den Streaming-Dienst PlayStation Now.

Die Sony-Karten sind systemseitig „ab 18“ im Handel hinterlegt. In der Praxis bedeutet das: Wird die Guthabenkarte vom Kassen-Scanner erfasst, erfolgt ein optischer oder akustischer Hinweis – im Zweifel muss das Alter des Käufers überprüft werden. Die Guthabenkarten unterliegen also den gleichen Beschränkungen wie eine Film-DVD oder ein Videospiel mit der Kennzeichnung „Keine Jugendfreigabe“, landläufig: FSK 18 respektive USK 18. Gleiches gilt für den Kauf im Online-Store: Dort werden zusätzliche Daten abgefragt, etwa Personalausweis- oder Kreditkartendaten.

Im Gegensatz zu Nintendo, Ubisoft, Activision Blizzard, Electronic Arts oder YouTuber Gronkh ist Sony Interactive kein Mitglied von USK.online. Diese Anbieter lassen ihre Websites, Online-Spiele oder Web-Shops nämlich laufend von der USK überprüfen, inwieweit sie jugendschutzkonform gestaltet sind. Dennoch ist man bei der USK der Auffassung, dass die sehr spezielle Sony-Vorgehensweise den gesetzlichen Jugendschutz-Vorgaben Rechnung trägt.

Dass Sonys Guthaben-Karten nur an Erwachsene abgegeben werden, ist also eine unternehmerische Entscheidung seitens Sony Interactive, um den rechtlichen Vorgaben in Deutschland zu genügen. Die Beispiele anderer Plattformbetreiber zeigen, dass es auch weitere Möglichkeiten gäbe – etwa einen Alters-Check beim tatsächlichen Kauf oder Download eines USK-18-Spiels.