
Hat die Gamescom 2026 ein Sicherheitsproblem? Gleich mehrere Indie-Studios wurden Opfer von Hardware-Diebstählen.
Update vom 4. September 2026: Knapp eine Woche ist seit Bekanntwerden der Laptop-Diebstähle in der Business Area der Gamescom vergangen – inklusive einer Stellungnahme, die international für massive Kritik gesorgt hatte (mehr dazu in dieser Kolumne). Seitdem herrschte Funkstille auf dem offiziellen X-Kanal.
Jetzt reagieren die Gamescom-Veranstalter mit einer weiteren Stellungnahme: Die Kritik sei berechtigt. Das Statement habe nicht in den richtigen Ton getroffen – „We are sorry“.
Man sei sich dessen bewusst, dass Vorfälle dieser Art weit über den materiellen Schaden hinausreichen, weil die Arbeit von Monaten oder Jahren zerstört werde. Mittlerweile hätten Gespräche mit den Betroffenen stattgefunden. Gleichzeitig sei man überwältigt von der Hilfsbereitschaft anderer Aussteller – was die Ausrichter aber nicht von der eigenen Verantwortung entbinde.
Im nächsten Schritt werde es nun eine gezielte Aufarbeitung der Sicherheitsmaßnahmen geben: Dazu werden die Betreiber von Indie-Gemeinschaftsständen angesprochen. Darüber hinaus ergeht die Aufforderung an alle Aussteller, etwaige Schäden zu melden, auch wenn sie bereits einige Zeit zurückliegen.
Update vom 31. August 2026: Die Koelnmesse hat offenkundig den Dialog mit Ryan Laley gesucht – jenem Solo-Entwickler, der in der Nacht zum Freitag Opfer eines Laptop-Diebstahls in der Business Area der Gamescom 2026 wurde.
Der Fall hat enorme internationale Aufmerksamkeit ausgelöst: Sein emotionales Video wurde bislang mehr als 4,5 Millionen Mal abgerufen.
Laut X-Posting gab es ein Gespräch mit dem ‚Director of Gamescom‘, womit mutmaßlich Koelnmesse-Manager Tim Endres gemeint ist. Zum Inhalt will sich Laley in den kommenden Tagen in einem weiteren Video äußern.
Update vom 30. August 2026: Mit der Sicherheitslage auf dem Gamecom-Gelände beschäftigt sich aus aktuellem Anlass diese GamesWirtschaft-Kolumne.
Koelnmesse äußert sich zu den Hardware-Diebstählen auf der Gamescom
Update vom 29. August 2026 (13:30 Uhr): Die Koelnmesse als Co-Veranstalter der Gamescom hat am Mittag eine englischsprachige Stellungnahme veröffentlicht. Darin heißt es, man habe Kenntnis von den Hardware-Diebstählen, nehme die Meldungen sehr ernst und habe Verständnis für den Frust der betroffenen Aussteller.
Ohne auf den konkreten Fall einzugehen, verweist die Koelnmesse darauf, dass uniformiertes Personal auf dem Gelände für Sicherheit sorgen soll. Den Unternehmen wird außerdem empfohlen, ihre Ausrüstung gegen Diebstahl zu versichern. Dies sei so in den Teilnahmebedingungen und in den technischen Richtlinien festgehalten.
Laut Vertragsunterlagen (PDF) übernimmt der Veranstalter keine Obhutspflicht für die Standausrüstung und demzufolge auch „keine Haftung bei Verlust der von Ausstellern und Dritten eingebrachten Gegenstände, Einrichtungen, Aufbauten und sonstigen Wertgegenstände“.
Die Koelnmesse selbst beauftragt externe Dienstleister mit der Beaufsichtigung der Hallen sowie den Eingangs-Kontrollen. Damit sei explizit keine Standbewachung im Einzelfall verbunden: Die Aussteller haben die Möglichkeit, gegen Aufpreis zusätzliche Standwachen zu engagieren. Diebstähle und Schäden müssen der Polizei, dem Veranstalter und der Versicherungsgesellschaft unverzüglich angezeigt werden.
Auch im Falle der Gamescom 2026 seien die Vorgänge an die Behörden weitergeleitet worden – die Untersuchungen laufen: „Wir möchten außerdem versichern, dass es sich um Einzelfälle findet, die wir sehr bedauern. Weil Sicherheit zu unseren höchsten Prioritäten zählt, stimmt es uns traurig, dass Indie-Entwickler betroffen sind. Bei einem Event dieser Größenordnung kann es jedoch immer vorkommen, dass Einzelne versuchen, aus dieser Situation Kapital zu schlagen. Unsere Sicherheitsmaßnahmen sollen dazu beitragen, solche Risiken so weit wie möglich zu minimieren.“
Meldung vom 29. August 2026 (12:30 Uhr): Ein singulärer Vorfall wäre schon betrüblich – mittlerweile muss man von einer Serie sprechen: Auf der Gamescom 2026 ist es zu einer ganzen Reihe von Hardware-Diebstählen gekommen. Die Täter hatten es auf hochwertige Gaming-Notebooks und Zubehör abgesehen.
Kleinster gemeinsamer Nenner: Betroffen waren und sind ausschließlich Indie-Studios, die ohnehin oft Schwierigkeiten haben, die erheblichen Kosten für einen Gamescom-Auftritt (Tickets, Standfläche, Unterkunft, Anreise etc.) zu stemmen.
Den Anfang machte ein emotionales Video von britischen Studio-Gründer Ryan Laley am gestrigen Freitag. Unter Tränen schildert der Macher des Horror-Abenteuers Mimic: „Meine Gamescom ist vorzeitig zu Ende. All unsere Laptops wurden gestohlen. Über Nacht. Nicht nur meiner, auch von anderen. Gerade für einen Indie-Solo-Entwickler ist das alles hier teuer und hart, alles selbst zu machen. Dass sowas passiert, ist mehr als frustrierend und herzzerreißend.“
Er habe den Vorfall an die Veranstalter, an die Hallen-Security und an die Polizei gemeldet – gehe aber nicht davon aus, dass die Hardware wieder auftaucht.
Die Meldung hat zu einer Welle an Sympathie-Bekundungen geführt: Andere Studios – darunter CD Projekt Red – sowie Hardware-Hersteller haben Unterstützung angeboten.
Indie-Entwickler auf Gamescom 2026 ausgeraubt
Neben Laley hat es mit dem US-amerikanischen Anbieter Iam8Bit (Petal Runner, Escape Academy 2) einen weiteren Spielehersteller am selben Gemeinschaftsstand in Halle 4.1 der Business Area getroffen, die nur für Aussteller, Fachbesucher und Medienvertreter zugänglich ist.
Ein weiterer Vorfall betrifft The Zibbo Show in der Indie Area Halle 10.2 – dort am ‚Games from Spain‘-Stand. Am Mittwoch sei das Schließfach aufgebrochen worden: Zwei Laptops und ein Steam Deck wurden entwendet, heißt es im Video vom preisgekrönten spanischen Studio Tessera Studios.
Co-Gründer Pere Suau erhebt auf X schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter: „Das Schlimmste ist, das die Gamescom keine Verantwortung übernimmt.“ Zuvor hatte bereits eine Social-Media-Reaktion des offiziellen Gamescom-Kanals Empörung ausgelöst.
Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Diebstählen entlang der Gamescom-Woche kommt. Die Stände der großen Publisher werden üblicherweise von eigens angeheuertem Personal überwacht – weshalb es die Diebe erkennbar auf weniger gut einsehbare Flächen wie Business-Gemeinschaftsstände abgesehen haben.
Dass in diesem Jahr gleich mehrere Studios von Übergriffen betroffen sind, wirft zwangsläufig Fragen nach dem Sicherheitskonzept des weltgrößten Videospiele-Events auf – und inwieweit es nachgeschärft werden muss, um Vorfälle dieser Art zu vermeiden. GamesWirtschaft hat die Koelnmesse um eine Stellungnahme gebeten – Update folgt.
Der Privatbesucher-Bereich der Gamescom 2026 ist noch bis Sonntagabend geöffnet. In der Business Area laufen seit dem Freitagabend bereits die Abbau-Arbeiten.
Alle Informationen rund um die Gamescom 2026 (Tickets, Aussteller, Spiele, Öffnungszeiten, Hallenplan, Events etc.) finden Sie bei GamesWirtschaft.













Nun ja, die Koelnmesse ist unter Ausstellern verschiedenster Branchen berühmt-berüchtigt für nächtliche Diebstähle von wertvoller Technik von nicht durch separat angeheuertes Sicherheitspersonal bewachten Ständen. Da soll es professionell organisierte Banden geben, die mit dem Reinigungspersonal zusammenarbeiten (ist aber ein nicht verifizierbares Gerücht…). Wir mussten das vor einigen Jahren auf einer Messe für die Bau-Branche in Köln auch schmerzhaft erfahren, als uns in der Nacht vor der Eröffnung ein Präsentations-TV geklaut wurde. Man hat uns dann zu einer Nachtwache geraten, was wir dann auch in Anspruch genommen hatten. War jedenfalls günstiger als ständig neue TV vom Standbauer bringen zu lassen, auch wenn alles versichert war.
An anderen Messe-Standorten wie z.B. Düsseldorf oder München ist uns das nie passiert…
Ich finde auch die (nicht hier) berichtete Fahrlässigkeit bei den Kontrollen bedenklich. Wenn Taschen nicht kontrolliert werden, ist das ganze Sicherheitskonzept hinfällig. Anscheinend haben die Veranstalter nichts aus den Vorfällen der letzten Massenveranstaltungen gelernt. Einem Amokläufer steht nicht auf der Stirn geschrieben, was sein nächster Schritt sein wird.
Arbeite für einen AAA Entwickler auf der Gamescom und auch uns wurden bereits Mittwoch TAGSÜBER 2 Tastaturen, Mäuse und Controller geklaut. Trotz Aufsicht und Videoüberwachung. Security wird informiert aber die können wohl nix machen.
Hat sich mal jemand das Sicherheitspersonal die letzten Jahre angeguckt…, da wundert einen gar nichts! Da bräuchte es Sicherheitspersonal fürs Sicherheitspersonal….
Traurig 🙁
Ein Aussteller aus dem Ausland kann nicht jeden Abend die komplette Hardware aus der Halle schleppen. Dafür gibt es nachts Security.
Wenn trotzdem Stände aufgebrochen und Laptops mit Builds und Firmendaten geklaut werden, ist das kein Pech, sondern ein Sicherheitsversagen. Die Gamescom verdient daran richtig Geld und verkauft sich als Aushängeschild. International ist das peinlich. So etwas darf auf einer Messe dieser Größe einfach nicht passieren – und ‚steht in den AGB, extra bewachen lassen, wir sind sehr traurig‘ macht es nicht besser.
Regel 1 für Standbesitzer: man lässt nichts über Nacht am Stand.
Regel 2: man lässt seine Sachen tagsüber nicht aus den Augen.
Regel 3: Jedes Ding bekommt einen Localisator. Wenn es weg ist kann man es wenigstens noch orten…….
Wo viele Leute, da auch Diebe. Ist doch klar.
Hast du mal überlegt, ein Buch mit solchen Geheimtipps zu veröffentlichen? Da ist bestimmt vor dir noch keiner drauf gekommen!
über Nacht hat keiner was in den Hallen zu suchen. oder eben nur das Überwachungspersonal. noch Fragen?
und du kannst doch nicht jede Nacht den halben Stand abbauen.
Wie soll ein kleiner Indie Entwickler sowas sicherstellen? Es kann doch nicht sein, dass so viele Dinge einfach geklaut werden!
Oh weia…die Leute werden immer dreister.
ich Frage mich nur wie kann das nachts passieren? sollte da nicht auch alles abgesperrt und überwacht sein? Oder ist dort für gewöhnlich nachts kein Sicherheitsdienst anwesend?
Ich wünschte man hätte meine Firma angefragt…ich würde es liebend gerne machen.
naja die sicherheitskräfte welche zum beispiel heute dienst hatten saßen kaugummi kauend auf stühlen während sie am handy hingen oder sich miteinander unterhalten während sie gar nichts mitbekommen, was um sie herum passiert. Zudem kann niemand nachts drinne gewesen sein außer die secruity. man könnte glatt denken dass es paar schwarze schafe in der secruity branche gibt
Sicherheitsdienst der Messe gibt es nur noch an den Messeeingängen und an ein paar wenigen Punkten auf dem Gelände. Einige Stände haben einen eigenen Sicherheitsdienst, der den Stand die ganze Nacht überwacht (hab kurz mit einem Mitarbeiter darüber gesprochen).
Ich war selbst am Donnerstag Abend nach offiziellem Ende wieder in den Hallen, ist wirklich nicht schwierig und man kann sich eigentlich uneingeschränkt bewegen.
Ich war auf einer kleinen After Party, ebenfalls in Halle 4.1, die After Party ging bis etwa 22 Uhr. Hab leider nichts bemerkt, aber war auch gut angetrunken.
Überwachungsaufnahmen werden wohl nichts bringen, da da ja nahezu jeder mit einer Tasche unterwegs ist, in die Notebooks hineinpassen.