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Konzertveranstalter DEAG plant eSport-Stadion-Event

Mit Events wie dem IEM Katowice setzt die ESL bislang die Maßstäbe im eSport-Sektor. Jetzt tritt die DEAG als neuer Mitbewerber auf den Plan (Foto: MTG / Helena Kristiansson)
Mit Events wie dem IEM Katowice setzt die ESL bislang die Maßstäbe im eSport-Sektor. Jetzt tritt die DEAG als neuer Mitbewerber auf den Plan (Foto: MTG / Helena Kristiansson)

Ab 2020 will der Konzertveranstalter DEAG europaweit eSport-Shows ausrichten – den Anfang macht ein eSport-Stadion-Event in Deutschland.

Mit einem Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro gehört die börsennotierte Deutsche Entertainment AG – kurz: DEAG – zu den größten Konzert-Veranstaltern Europas. Mit MyTicket betreibt die DEAG außerdem eine eigene Ticketing-Plattform. Die Bandbreite der betreuten Bands und Künstler ist gewaltig: DEAG produziert die Tourneen von Alice Cooper, Andreas Gabalier, Dieter Bohlen und Fettes Brot ebenso wie von Oliver Pocher und den Chippendales. Nicht Bestandteil des Sortiments sind Aktivitäten im Bereich Sport.

Doch die Zuwächse im eSport-Segment bei Umsätzen und Preisgeldern sind bei DEAG nicht unbemerkt geblieben: Veranstalter wie die ESL buchen mittlerweile die größten Hallen des Landes, um „Dota 2“- oder „Counter-Strike“-Spielern die passende Bühne zu bieten.

Jetzt kündigt DEAG an, dass die konzerneigenen Gesellschaften Handwerker Promotion und Wizard Promotions gemeinsam mit der erst vor wenigen Monaten gegründeten Bochumer Agentur Ally4Ever Entertainment ein „einzigartiges eSport-Stadion-Event“ in Deutschland etablieren wollen. Der genaue Standort ist noch nicht unbekannt.

Das Konzept unterscheidet sich recht grundlegend von vielen etablierten Formaten wie der ESL One, die sich üblicherweise auf einen Spieletitel fokussieren. Drei Tage lang soll den Zuschauern vor Ort, am TV und online ein üppiges Show-Programm geboten werden. Zur Aufführung gelangen „die wichtigsten Spieletitel“, wobei bislang unklar ist, um welche Disziplinen es sich konkret handelt. In jedem Fall würde eine solche kommerzielle Auswertung entsprechende Kooperationen mit Valve, Epic Games, Electronic Arts, Ubisoft oder Riot Games voraussetzen.

Das Preisgeld liegt bei insgesamt 3,5 Millionen Euro.

Für das Rahmenprogramm sorgen „internationale Top-Stars“ aus den Segmenten Musik, Film, Sport, Showbiz und Influencern. Gemeinsam mit relevanten Anbietern aus der eSport-Industrie soll zudem eine eigene „Erlebniswelt“ entstehen. Weitere Details werden für die Launch-Kampagne erwartet, die im Sommer 2019 starten soll.

„Das Potenzial des eSport-Segments ist immens“, stellt DEAG-Vorstands-Chef Peter Schwenkow fest. „Für unser Unternehmen bietet sich die Möglichkeit der nachhaltigen Ausweitung in einen neuen, stark wachsenden Live-Entertainment-Bereich mit einer jungen Zielgruppe.“ Ziel sei es, gemeinsam mit erfahrenen Partnern einen Wissens und Erfahrungs-Vorsprung in dieser Sparte herauszuarbeiten. Wizard-Promotions-Geschäftsführer Oliver Hoppe spricht bereits „von der next generation des Live-Entertainments in Europa“.

Mit der DEAG betritt ein gleichermaßen namhafter wie kapitalstarker Event-Veranstalter den Ring, der allerdings im eSport-Segment bislang noch nicht verwurzelt ist. Den bisherigen Ankündigungen zufolge bildet eher der Show-, weniger der sportliche Charakter von eSport-Wettbewerben den Fokus.

Nicht nur beim Marktführer Turtle Entertainment (ESL) wird man die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

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