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Deutscher Entwicklerpreis 2022: Upgrade eines Klassikers

Arbeiten intensiv am Deutschen Entwicklerpreis 2022: Kristin Janulik und Benedikt Grindel von Games NRW (Foto: GamesWirtschaft)
Arbeiten intensiv am Deutschen Entwicklerpreis 2022: Kristin Janulik und Benedikt Grindel von Games NRW (Foto: GamesWirtschaft)

Nicht alles, aber Vieles wird neu beim Deutschen Entwicklerpreis 2022: Wie Games NRW die Traditions-Auszeichnung weiterentwickeln will.

Als sich im Frühjahr 2022 die überraschende Gelegenheit bot, den Deutschen Entwicklerpreis zu übernehmen, habe man nicht lange überlegen müssen, sagt Benedikt Grindel. Nach zwei, drei Wochen sorgsamen Abwägens stand fest: Wir machen’s. 

Mit „Wir“ ist Games NRW gemeint: Die von Ehrenamtlichen betriebene Standortinitiative vertritt die Interessen nordrhein-westfälischer Spiele-Entwickler – und ist seit April offizieller Gastgeber des DEP.

Grindel ist im Hauptberuf Managing Director der deutschen Ubisoft-Studios in Berlin, Düsseldorf und Mainz – und damit Chef von fast 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Vorstands-Sprecher koordiniert er gemeinsam mit Vorstands-Kollegin Kristin Janulik die Entwicklerpreis-Vorbereitungen, damit die Verleihung wie geplant am 8. Dezember in der Kölner Flora über die Bühne gehen kann – nach zwei rein digitalen Ausgaben, die noch von Computec Media verantwortet wurden.

Der Deutsche Entwicklerpreis ist eine echte Institution in der deutschen Games-Industrie: Schließlich wird der Preis bereits seit 2004, also seit fast 20 Jahren, verliehen. Zwar gibt es im Unterschied zum staatlichen Deutschen Computerspielpreis keine Preisgelder, doch die prestigeträchtige Trophäe ist begehrt – auch deshalb, weil die breit aufgestellte Jury überwiegend aus Spiele-Entwicklern mit langjähriger Erfahrung besteht. Und weil die Gala meist in der Adventszeit angesetzt ist, hat sich der DEP als inoffizielle Weihnachtsfeier der deutschen Spiele-Entwickler etabliert.

An dieser DNA – „ein Preis aus der Branche für die Branche“ – soll sich nach Vorstellung von Games NRW auch nichts ändern. Doch die Staffelübergabe bietet natürlich auch die Chane, um neue Akzente zu setzen und Verbesserungen umzusetzen.

Beispiel: Zur DEP-Gala-Folklore gehören die festlich gedeckten Rundtische mit feudalen Kerzenleuchtern und weihnachtlicher Deko – die zwar stets ein wunderbares Ambiente zauberten, aber gleichzeitig die Gespräche mit Tischnachbarn buchstäblich etwas einseitig gestalteten. Zugleich war die Zahl der Plätze zwangsläufig limitiert – nominierte Studios, die mit ihrer Belegschaft feiern wollten, konnten nicht in voller Mann-/Fraustärke anreisen, was zuweilen für Enttäuschung sorgte.

Deshalb bekommt der Festsaal eine neue Bestuhlung, die neben mehr Kapazität auch mehr Kommunikation ermöglicht. „Alle, die dabei sein wollen, können dabei sein“, verspricht Janulik.

Gar nicht erst zur Debatte stand indes die Frage, ob der Preis an einen anderen Ort umzieht – der DEP bleibt in Köln. „Der Preis gehört hierhin“, betont Grindel. Deshalb zählen auch die Düsseldorfer Staatskanzlei, die Film- und Medienstiftung NRW und die Kölner Wirtschaftsförderung weiterhin zu den Partnern der Veranstaltung, ebenso wie der Branchenverband Game.

Dafür fallen die Korrekturen an den nunmehr 13 Kategorien umso einschneidender aus. Für erkennbare Unruhe in der Branche hat zum Beispiel gesorgt, dass einige besonders gefragte Kategorien – etwa das „Bestes Studio“, „Bester Publisher“, „Dauerbrenner“ oder „Bestes Mobile Game“ ersatzlos gestrichen wurden.

Grindel und Janulik begründen die Entscheidung damit, dass man erstens die zuletzt ausufernde Präsenz-Veranstaltung habe zeitlich straffen wollen. Der Fokus soll (wieder) auf den Spielen und den handwerklichen Disziplinen wie Grafik, Audiodesign oder Gamedesign liegen. Zudem sollen in allen Kategorien möglichst objektive und nachprüfbare Kriterien zum Einsatz kommen. Das Ziel: mehr Transparenz – was auch einschließt, dass alle Einreicher nach der Verleihung erstmals eine schriftliche Jury-Beurteilung abrufen können.

Komplett neu ist die Kategorie „Bestes Game Beyond Entertainment“: Gemeint sind Spiele, die über den reinen Spielspaß hinaus weitere ‚Benefits‘ mitbringen – etwa Spiele, die historische oder gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen oder in der Therapie eingesetzt werden können.

Während bis zum Start des Ticket-Vorverkaufs noch einige Wochen ins Land gehen, ist mit Blick auf die Einreichung Eile geboten – denn die Jury steht schon in den Startlöchern. Mit Rücksicht auf die anhaltenden Sommerferien wurde der Teilnahmeschluss etwas verlängert und endet nun am 18. September (kommender Sonntag).

Eingereicht werden können Computer-, Konsolen-, Online- und Mobile-Games, die maßgeblich in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz produziert wurden und vor dem 15. Oktober 2022 erscheinen. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website.

1 Kommentar

  1. Wie bereits bei der Ankündigung erwähnt, bin ich sehr gespannt ob jetzt endlich ALLE Berufsgruppen ihre Annerkennung bekommen oder ob es wieder ein reines „künstlerisches“ Schulterklopen wird und die Techniker, die das Spiel überhaupt erst möglich machen, außen vor gelassen werden. Bisher ruht sämtliche Anerkennung leider ausschließlich auf den Kreativberufen, was dem Ganzen absolut nicht gerecht wird!

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