Start Gamescom Gamescom-Eröffnung: Klingbeil zaudert bei der Zocker-Steuer 

Gamescom-Eröffnung: Klingbeil zaudert bei der Zocker-Steuer 

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Kein ‚One more thing‘: Finanzminister Klingbeil wirbt zum Gamescom-Auftakt um Geduld bei der Umsetzung der zugesagten Steuer-Freibeträge für Games-Entwickler.

Die Zeitplanung war dann doch ein Tick zu ambitioniert: Mit mehr als einstündiger Verspätung startete am Mittwoch-Nachmittag die politische Eröffnung der Gamescom 2026. Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) waren von der Kabinettsklausur aus dem brandenburgischen Neuhardenberg direkt nach Köln gereist.

Gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen übernahmen sie die offizielle Eröffnung des weltgrößten Games-Events, während in den benachbarten Hallen schon längst der Messebetrieb begonnen hatte.

Zuvor hatten Ubisoft-Manager Benedikt Grindel und Game-Geschäftsführer Felix Falk abermals intensiv für Steuer-Rabatte (‚Tax Breaks‘) geworben, um die Produktionskosten am Games-Standort Deutschland zu senken. Nur durch dieses Instrument sei es möglich, international Schritt zu halten. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag ist die entsprechende Absichtserklärung hinterlegt.

Gamescom-Eröffnung: Branchenverband pocht auf Steuer-Rabatt

In seiner Rede musste Klingbeil einräumen, dass er – anders als vereinzelt antizipiert – nicht mit einem konkreten Konzept nach Köln gekommen war. Er könne leider nicht mehr versprechen, als dass daran gearbeitet werde. NRW-Regierungschef Wüst sicherte seine Unterstützung zu.

Bedeutet: Die Branche muss sich weiter gedulden, bis die ermäßigte ‚Zocker-Steuer‘ zum Einsatz kommen kann – Wiedervorlage: Gamescom 2027.

Gleichwohl sollen die bestehenden Games-Subventionen im kommenden Jahr in gleicher Höhe fortgeführt werden: Trotz klammer Kassen wollen ‚Games-Ministerin‘ Dorothee Bär und Klingbeil weitere 120 Mio. € im 2027-Haushalt für die Computerspiele-Förderung einplanen.

Koelnmesse-Chef Gerald Böse, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, EU-Kommissions-Vize Henna Virkkunen, Finanzminister Lars Klingbeil, Forschungsministerin Dorothee Bär, Game-Geschäftsführer Felix Falk und Verbands-Vorstands-Chef Lars Janssen bei der politischen Eröffnung der Gamescom 2026.
Koelnmesse-Chef Gerald Böse, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, EU-Kommissions-Vize Henna Virkkunen, Finanzminister Lars Klingbeil, Forschungsministerin Dorothee Bär, Game-Geschäftsführer Felix Falk und Verbands-Vorstands-Chef Lars Janssen bei der politischen Eröffnung der Gamescom 2026.

Die Nachricht kommt auch deshalb überraschend, weil es offenbar gar nicht so leicht ist, das viele Geld unterzubringen: Bis zum Start der Gamescom lagen erst Anträge für knapp 40 Mio. € von 120 Mio. € vor. Es fehlt an großen Studios, die überhaupt in der Lage sind, substanzielle Summen abzurufen und zu verarbeiten (Analyse).

Bär verfolgt dennoch den Plan, die Maximal-Fördersumme von derzeit 8 Mio. € (erstmals erreicht von Rockfish Games) auf 20 Mio. € zu erhöhen – was allerdings noch Verhandlungen mit der EU erfordert. Des Weiteren soll ein ‚vorzeitiger Maßnahmenbeginn‘ ermöglicht werden: Die Studios dürfen dann bereits vor Antragstellung mit der Entwicklung loslegen – allerdings auf eigenes Risiko. Auch die amtliche Games-Strategie, die noch aus der Scheuer-Ära stammt, soll ein Upgrade erfahren.

An der Veranstaltung nahmen viele weitere politische Gäste aus dem politischen Berlin und aus den Ländern teil, darunter die einstige Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang, NRW-Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek (CDU) aus dem Digitalministerium und Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler).

Klingbeil, Bär und Wüst reißen bei Astragon die Hütte ab

Im Nachgang brachen Klingbeil, Wüst und Bär zu einem Rundgang durch die Hallen auf. Zu den Stationen gehörten unter anderem der Stand des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie die Messestände von Electronic Arts (EA Sports FC 27) und Astragon Entertainment, wo das Wiesbadener Studio Weltenbauer den Abrissmodus des kommenden Bau-Simulator Evolution präsentierte. 

Der NRW-Ministerpräsident ließ es sich beim Gang durch die Hallen nicht nehmen, auf jedes noch so abseitige Gefährt zu klettern – vom XXL-Traktor beim Landwirtschafts-Simulator-Studio Giants Software bis hin zum Fantasy-Drachen bei Ubisoft.

Am Donnerstag-Vormittag wird erstmals ein Bundespräsident zur Gamescom erwartet: Frank-Walter Steinmeier eröffnet den Gamescom Congress mit einer Rede und verfolgt mehrere Panels zum Konferenz-Motto ‚Spielfeld Demokratie‘ (Livestream).

Die Gamescom 2026 ist noch bis zum Sonntag für das Publikum geöffnet – Karten gibt es für den Freitag (28.8.) und den Sonntag (29.8.). Koelnmesse und Branchenverband erwarten mehr als 350.000 Besucher auf dem vollständig belegten Gelände.

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