Start Wirtschaft Kahlschlag bei Bungie: Sony-Studio entlässt weite Teile des Destiny-Teams

Kahlschlag bei Bungie: Sony-Studio entlässt weite Teile des Destiny-Teams

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Sony-Manager Hermen Hulst verantwortet die Games-Entwicklung in den konzerneigenen PlayStation Studios.
Sony-Manager Hermen Hulst verantwortet die Games-Entwicklung in den konzerneigenen PlayStation Studios.

Kosten runter – koste es, was es wolle: Sony Interactive baut Hunderte Stellen beim Destiny-Studio Bungie ab, will aber an Marathon festhalten.

Zum wiederholten Male binnen weniger Monate muss PlayStation Studios-Boss Hermen Hulst drastische Einschnitte verkünden: Vier Jahre nach der 3,6-Mrd.-$-Übernahme des US-Studios Bungie und nach Abschreibungen in dreistelliger Millionen-Höhe verlieren rund 300 Beschäftigte ihre Jobs, darunter weite Teile des Destiny-Teams sowie Entwickler des im März 2026 gestarteten Online-Shooters Marathon. Zusätzlich sind auch Mitarbeiter bei Sony Interactive Entertainment betroffen.

Hulst spricht von „schmerzhaften Nachrichten“. Der Entscheidung vorausgegangen sind intensive Beratungen, wie Studio und Portfolio zukunftsfest gemacht werden können. Im Ergebnis hat sich Sony Interactive für den Stellenabbau entschieden. Die Maßnahme hatte sich angedeutet, nachdem Bungie Anfang Juni die letzte Erweiterung für den Dauerbrenner Destiny 2 veröffentlicht hat.

Das Bungie-Management hat sich seinerseits via X zu Wort gemeldet und räumt ein: „Wir stellen fest, dass Destiny 2 in den vergangenen Jahren nicht die Erwartungen erfüllt.“ Weil sich zudem künftige Projekte noch in einem frühen Stadium befinden, könne das Unternehmen nicht mit der bestehenden Belegschaft fortgeführt werden.

Marathon soll indes fortgeführt werden – laut Hermen Hulst handelt es sich um einen „wichtigen Bestandteil“ des Spiele-Sortiments. Die Halbwertszeit dieser Aussage bleibt abzuwarten, zumal die Spielerzahlen auf der Stelle treten: Das jüngste Update hat zwar für einen kurzzeitigen Spielzeit-Anstieg gesorgt, der aber schon wenige Wochen wieder abgeebbt ist. Spätestens im Herbst droht Ungemach durch Action-Blockbuster wie Call of Duty: Modern Warfare 4 und Grand Theft Auto 6 (das allerdings keinen Multiplayer-Modus aufweist).

Kahlschlag bei Bungie: Sony-Studio entlässt weite Teile des Destiny-Teams

Die neuerlichen Einschnitte sind ein weiterer Beleg für die weitgehend gescheiterte Live-Service-Games-Offensive von Sony Interactive, die bereits die Einstellung mehrerer Großprojekte zur Folge hatte, darunter The Last of Us Online. Das Multiplayer-Action-Spiel Concord wurde nur wenigen Wochen nach Release im Sommer 2024 gestoppt – inklusive Schließung der Firewalk Studios. Im selben Jahr hat das Unternehmen mit Helldivers 2 einen Volltreffer geliefert. Weiterhin in Entwicklung befindet sich FairGame$ von Haven Studios.

Kernkompetenz der PlayStation Studios bleiben epische Singleplayer-Games: Im September folgt zunächst Marvel’s Wolverine von Insomniac Games, gefolgt vom neuen God of War-Abenteuer Laufey, das bei Santa Monica Studio entsteht. Das Team von Naughty Dog (Uncharted, The Last of Us) arbeitet an der neuen Spielemarke Intergalactic: The Heretic Prophet, das nicht vor 2027 erscheinen wird.

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