Start Wirtschaft Deutscher Games-Markt stagniert 2016 bei 2,9 Milliarden Euro

Deutscher Games-Markt stagniert 2016 bei 2,9 Milliarden Euro

Der deutsche Games-Markt im Überblick: So haben sich die Teilsegmente seit 2013 entwickelt.
Der deutsche Games-Markt im Überblick: So haben sich die Teilsegmente seit 2013 entwickelt.

Plus bei Spielen und In-App-Käufen, Minus bei Spielkonsolen und Zubehör: Der Gesamtumsatz 2016 im deutschen Games-Markt ist gegenüber dem Vorjahr fast unverändert.

Trotz neuer Spielekonsolen-Modelle wie der PlayStation 4 Pro und PlayStation 4 Slim und der Markteinführung mehrerer Virtual-Reality-Brillen (Oculus Rift, HTC Vive, PlayStation VR) verharrt der Gesamtmarkt für Computer- und Videospiele im Jahr 2016 auf dem Vorjahresniveau von rund 2,9 Milliarden Euro.

Kurzum: Der Gesamt-Markt für Games in Deutschland wächst nicht, sondern tritt auf der Stelle.

BIU: Gesamtmarkt für Games 2016 verharrt bei 2,9 Milliarden Euro

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: Beim Blick in die Details der Daten des Branchenverbands BIU und des Marktforschers GfK zeigen sich deutliche Unterschiede in den einzelnen Segmenten.

So stieg der Umsatz mit dem Verkauf von Computer-, Video- und Smartphone-/Tablet-Spielen sowie Online- und Abo-Gebühren erstmals über die Marke von 2 Milliarden Euro. Hier rechnet der BIU allerdings die Einnahmen von gebührenpflichtigen Online-Netzwerken wie PlayStation Plus, EA Access und Xbox Live Gold hinzu, die im vergangenen Jahr noch nicht explizit ausgewiesen wurden.

Während es bei Mikrotransaktionen (also Ingame-Käufen) und Online-Spiele-Abos kräftige Zuwächse gab, schrumpfte der Umsatz mit klassischen PC- und Konsolenspielen um rund 25 Millionen Euro auf mittlerweile unter 1,2 Milliarden Euro. Die negative Entwicklung hatte sich schon zur Halbzeit des Jahres 2016 abgezeichnet – trotz Weihnachtsgeschäft mit Bestsellern wie „FIFA 17„, „Battlefield 1“ oder dem „Landwirtschaft-Simulator 2017“ ist dem Markt auf der Schlussgeraden die Puste ausgegangen.

Hauptverantwortlich für die Misere sind insbesondere enttäuschende Verkaufszahlen von Neuheiten wie „Dishonored 2“, „Call of Duty: Infinite Warfare“ oder „Titanfall 2“.

Deutscher Games-Markt 2016: Umsatzrückgang bei Spielkonsolen und Peripherie

Deutlich zurückgegangen ist der Umsatz mit Spielkonsolen (PlayStation 3 und 4, Xbox One, Nintendo DS/3DS/Wii) und Zubehör (Gamepads, Gamer-Mäuse etc.): Das Minus gegenüber 2015 beträgt 130 Millionen Euro. Der BIU begründet die Rückgänge bei Konsolen und Peripherie damit, dass die Durchschnittspreise pro Konsole gefallen seien.

Daten von Preisvergleichs-Diensten belegen die These: So kostet eine Xbox One (1 TB) oder PlayStation 4 (500 GB/1 TB) heute rund 30 bis 40 Euro weniger als noch vor einem Jahr. Überarbeite Einstiegsmodelle wie die Xbox One S und die PlayStation 4 Slim sind für deutlich unter 300 Euro zu haben.

Gleichzeitig kamen 2016 Neuheiten wie die VR-Brille PlayStation VR und die aufgebohrte PlayStation 4 Pro mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von jeweils 400 Euro in den Handel.

Weiterhin rückläufig ist auch der Markt für Hybrid Toys: Das einstige Shooting-Star-Segment mit Sammelfiguren (Nintendo Amiibo, Disney Infinity, Lego Dimensions) sank von 32 auf 28 Millionen Euro.

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