Die PlayStation 4 Pro markiert einen Paradigmenwechsel in Sonys Konsolen-Strategie: Zusätzlich zu einem Facelift („PlayStation 4 Slim“) erscheint innerhalb einer Geräte-Generation ein Modell mit höherer Leistung.

[no_toc]Monatelang subsumierten sich alle Gerüchte rund um eine leistungsstärkere Variante der PlayStation 4 unter dem Codenamen PlayStation 4 Neo. Unter all den anderen denkbaren  Unterscheidungsmerkmalen („PlayStation 4 Super“, „PlayStation 4 Ultra“, „PlayStation 4 Turbo“, „PlayStation 4 Super Ultra Turbo“…) entschied sich Sony schlussendlich für „PlayStation 4 Pro“.

Konkurrent Microsoft hat bereits zur E3 im Juni eine aufgebohrte Fassung der Xbox One für das Weihnachtsgeschäft 2017 angekündigt („Xbox Scorpio“). Mindestens terminlich kommt Sony dem Rivalen nun ein Jahr zuvor, denn die PlayStation 4 Pro wird bereits zum Weihnachtsgeschäft 2016 ausgeliefert. Und somit trotz oder gerade wegen des Tarifes von knapp 400 Euro zu einem der begehrtesten Präsente unter der Tanne avancieren.

Die Erweiterung des Sortiments durch eine leistungsstärkere PlayStation-Variante innerhalb einer Konsolen-Generation ist ein Novum. Bislang unterschieden sich die PlayStation 4-Modelle im Wesentlichen nur durch die Größe der Festplatte (500 MB oder 1 TB) und gegebenenfalls durch die Zahl der beiliegenden Controller. Kritiker sprechen von einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Um diesem Vorwurf entgegenzutreten, will Sony wesentliche Segnungen des neuen Geräts auch Besitzern einer herkömmlichen PlayStation 4 zuteil werden lassen.

Zudem sollen alle bestehenden und künftigen Spiele auf sämtlichen PlayStation-4-Systemen abspielbar sein – der Unterschied wird lediglich die Grafikqualität betreffen. Dies ist auch deshalb wichtig, um beispielsweise bei Multiplayer-Titeln wie Call of Duty: Infinite Warfare oder Battlefield 1 Chancengleichheit zu gewährleisten.

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PlayStation 4 Pro: Termin, Preis, Features

Die PlayStation 4 Pro (CUH-7000) profitiert von der stärkeren Leistung des verbauten Grafikprozessors – die Taktrate wird zwar unterhalb der noch in weiter Ferne liegenden Xbox Scorpio rangieren, aber dennoch deutlich über dem des klassischen PlayStation 4-Modells. Sony verspricht höhere Bildwiederholraten, mehr Grafikdetails und HDR-Qualität. High Dynamic Range (HDR) sorgt beispielsweise für einen besseren Bildkontrast und brillantere Farben.

Insbesondere Spiele auf Basis der Virtual-Reality-Brille PlayStation VR (erscheint im Oktober) sollen vom Leistungs-Turbo profitieren. Auch bereits erhältliche Spiele – etwa Uncharted 4 – werden nachträglich an der geballten Power teilhaben: Kostenlose Updates heben die Grafikqualität auf ein neues Level.

Getreu dem Motto „This is for the players“ hat Sony explizit die Hardcore-Spieler unter den Konsolen-Fans im Blick. Also beispielsweise jene Zielgruppe, deren Wohnzimmer mit einem 4K-Fernsehgerät ausgestattet ist. Der Clou: Die Konsole erkennt die Art des Displays und skaliert die Grafikqualität entsprechend.

Videostream-Anbieter wie Netflix oder Youtube wollen darüber hinaus Apps für 4K-Streaming bereitstellen.

Das Design der PlayStation 4 Pro ist an die bisherige PlayStation 4 anlehnt: Statt zweier „Blöcke“ besteht die PS4 Pro aus dreien – dies soll laut Sony die „Leistungsfähigkeit“ symbolisieren. Serienmäßig ist die PlayStation 4 Pro mit einem zusätzlichen USB-Anschluss, dem gewohnten Bluray-Laufwerk und einer 1-Terabyte-Festplatte ausgestattet – genügend Platz für Spiele, Demos, Videos und Downloads aller Art.

Die PlayStation 4 Pro erscheint am 10. November 2016, kostet 399 Euro und ist ab sofort vorbestellbar (zum Beispiel bei Amazon.de).

PlayStation 4 Slim: Termin, Preis, Features

Zwei PlayStation 4 zum Preis von einer: Media Markt räumt die Regale.
Zwei PlayStation 4 zum Preis von einer: Media Markt räumt die Regale.

Zwei PlayStation 4 zum Preis von einer – mit Alles-muss-raus-Sommerschlussverkäufen räumte noch am Tag der Sony-Pressekonferenz die Elektromarktkette Media Markt die Lager und Regale. Denn die Facelift-Version erscheint bereits am 15. September, also knapp eine Woche später. Preis der PlayStation 4 Slim: 299 Euro – also in etwa der Preis, der derzeit für das herkömmliche Basisgerät aufgerufen wird.

Die Tarife für PS4-Restposten dürften also in den kommenden Tagen und Wochen rasant fallen.

Die PlayStation 4 Slim (CUH-2000) ersetzt die „alte“ PlayStation 4, die im November 2013 in Deutschland gestartet ist. Wie der Name andeutet, fällt das Design erwartungsgemäß flacher und etwas rundlicher aus, die Leistung ist jedoch identisch mit der bisherigen PS4. Maße und Gewicht wurden gegenüber dem letzten Facelift nochmals reduziert: Die neue PlayStation 4 ist um gut ein Drittel kompakter. Auch der Energieverbrauch verringert sich.

PlayStation 4 Pro und PlayStation 4 Slim: Vorteil Sony

Mit der PlayStation 4 Pro und der PlayStation 4 Slim schnürt Sony attraktive Angebote. Ambitionierte Spielefans werden angesichts des vergleichsweise geringen Preisunterschieds von gerade einmal 100 Euro ohnehin zur PlayStation 4 Pro oder zu einem der anstehenden Bundles greifen – und ihr weiterhin mehr als konkurrenzfähiges Altgerät gebraucht weiterverkaufen. Die PlayStation 4 Slim ist technisch und preislich als direkte Alternative zur Xbox One S positioniert.

Der wesentliche Unterschied zwischen PlayStation 4 Pro und Microsofts Xbox Scorpio ist offensichtlich: Sony liefert – und zwar noch in diesem Jahr.

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