
Wer ein Spiel auf Steam anbieten will, muss den Einsatz von KI-Tools offenlegen. Zum Start ins Jahr 2026 hat Valve die Vorgaben angepasst.
Die Frage, wie man es mit der Künstlichen Intelligenz hält, spaltet weiterhin Befürworter und Gegner: Während Schwergewichte wie Krafton, Nexon und Electronic Arts offensiv die KI-Nutzung forcieren, gibt es bei den Kreativen und in weiten Teilen der Kundschaft erhebliche Widerstände – explizit mit Blick auf generative KI. Die Konfliktlinien verlaufen vielfach quer durch ganze Studios.
Bereits seit 2024 fordert die marktführende PC-Download-Plattform Steam von allen Spieleherstellern die Offenlegung, ob und wenn ja: in welcher Weise KI-generierte Inhalte im Spiel auftauchen. Diese Vorgabe, die zu mehr Transparenz beitragen soll und direkt in den Produktbeschreibungen auf Steam angezeigt wird, wurde nun nachgeschärft und konkretisiert.
Steam entschärft Offenlegung von KI-Nutzung
Wie aus einem LinkedIn-Posting von Simon Carless hervorgeht, muss nun nicht mehr gekennzeichnet werden, wenn die Entwickler KI-Tools während des Produktionsprozesses zur Beschleunigung und Effizienz-Steigerung einzelner Aufgaben genutzt haben, etwa im Bereich Coding und Debugging.
Die Offenlegungs-Pflicht gilt jedoch weiterhin für alle Spielarten von KI, soweit sie für den Kunden wahrnehmbar sind – und zwar sowohl im Spiel selbst (Spielwelt, Grafik, Musik, Effekte, Lokalisierung) als auch mit Blick auf Texte und Marketing-Materialien wie Trailer und Artworks. Gleiches gilt für Inhalte, die innerhalb des Spiels durch KI-Mechaniken generiert werden, etwa Avatare.
In der Praxis dürfte die Abgrenzung immer schwieriger bis unmöglich werden: Sobald Entwickler auf ChatGPT, Gemini, Co-Pilot oder DeepL für die Übersetzung von Quests zurückgreifen, müssten diese Gewerke entsprechend in den Steam-Beschreibungen aufgeführt werden.
In immer mehr Tools und Engines sind KI-Elemente serienmäßig verbaut. Eine davon: die Unreal Engine von Epic Games. Dessen CEO Tim Sweeney – der auch den Steam-Rivalen Epic Games Store betreibt – hält die Kennzeichnung für überholt: Mittelfristig würden nahezu alle Games-Produktionen in irgendeiner Form auf KI-Elemente zurückgreifen. (pf)












