Start Wirtschaft USK-Jahresstatistik 2025: „Selbstkontrolle muss für alle Marktteilnehmer gelten“

USK-Jahresstatistik 2025: „Selbstkontrolle muss für alle Marktteilnehmer gelten“

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Diese erweiterten USK-Kennzeichen sind ab Januar 2023 auf den Packungsrücksieten von Computer- und Videospielen zu finden (Abbildung: USK / Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)
Diese erweiterten USK-Kennzeichen sind ab Januar 2023 auf den Packungsrücksieten von Computer- und Videospielen zu finden (Abbildung: USK / Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)

Der Launch der Nintendo Switch 2 sorgt für mehr Arbeit bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle: Die Zahl der USK-Verfahren stieg 2025 um 10 Prozent auf 1.679.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) – eine Einrichtung des Branchenverbands Game – hat die Statistiken für das abgelaufene Jahr 2025 veröffentlicht. In Summe wurden 1.675 klassische Prüf-Verfahren durchgeführt; das Plus von 10,8 Prozent gegenüber Vorjahr ist unter anderem auf den Launch der Nintendo Switch 2 am 5. Juni zurückzuführen, die 2025 bereits auf einen Anteil am Gesamtvolumen von mehr als 8 Prozent kam.

Daneben fließen beispielsweise auch spielbare Gamescom-Demos in die Statistik ein: In der Entertainment Area darf nur öffentlich gezeigt werden, was zuvor von der USK freigegeben wurde.

Im Online-Bereich steigt die Zahl der Titel auf 1,3 Mio. Spiele, die das automatisierte, KI-gestützte Bewertungssystem der IARC durchlaufen haben. Die IARC-Altersfreigaben sind auf fast allen großen Plattformen im Einsatz, etwa im Google Play Store, im Nintendo eShop, im PlayStation Store und demnächst auch bei Roblox. Eine Ausnahme bilden weiterhin Apple (iOS-Appstore) und Valve (Steam).

USK-Jahresstatistik 2025: Nur ganz wenige Games erhalten keine Kennzeichnung

Das Gros der Entscheidungen des Jahres 2025 (nämlich 70 Prozent) entfällt auf den familientauglichen Bereich bis maximal USK 12, weitere 20 Prozent auf USK 16 und 10 Prozent auf USK 18 (‚Keine Jugendfreigabe‘). Im abgelaufenen Jahr zählten dazu beispielsweise Resident Evil Requiem (im September geprüft, im Februar 26 erschien), Reanimal, Call of Duty Black Ops 7, Borderlands 4, Ghost of Yotei, Ninja Gaiden 4, Mafia: The Old Country und Battlefield 6.

Eine Kennzeichnung gänzlich verweigert wurde nur 0,2 Prozent der eingereichten Titel – der prominenteste Fall ist sicherlich das Zombie-Spiel Dying Light: The Beast von Techland. Der polnische Publisher zählt zu den neuen USK-Mitgliedern, die von den Expertinnen und Experten in Jugendschutzfragen beraten werden.

Teil der Einstufung sind außerdem Zusatzhinweise, die Eltern einen Hinweis auf konkrete Risiken und Nebenwirkungen eines Spiels geben können – solche ‚Deskriptoren‘ werden allerdings in großen Online-Shops wie Amazon erst gar nicht angezeigt. Klar auf Platz 1 liegen ‚In-Game-Käufe‘ (17,3 %) und ‚Chats‘ (10,4 %) – was unter anderem Anfang 2025 zu einer Hochstufung von Roblox auf eine Altersfreigabe von 16 Jahren geführt hat.

Mit Blick auf die anhaltende Debatte um Alters-Untergrenzen bei der Social-Media-Nutzung nimmt USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker in Anspruch, dass der Jugendschutz bei Games seit vielen Jahren verlässlich funktioniere: „Die Alterskennzeichen der USK sorgen dafür, dass digitale Spiele geprüft und altersgerecht bewertet werden. In Kombination mit technischen Begleittools für Eltern entsteht so ein wirksamer Schutz von Kindern und Jugendlichen.“

Damit dieses System dauerhaft Bestand habe und keine Schutzlücken entstünden, müssten die Alterskennzeichen der Selbstkontrollen jedoch für alle Marktteilnehmer gelten, so Secker – und meint damit unter anderem Apple, das auf eine eigene Systematik (4+, 9+, 13+ etc.) setzt.