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Games-Standort Bayern: Luft nach oben

Games-Standort Bayern: Die Landeshauptstadt München ist Sitz von Travian Games, Chimera Entertainment und vielen weiteren kleinen und großen Studios.
Games-Standort Bayern: Die Landeshauptstadt München ist Sitz von Travian Games, Chimera Entertainment und vielen weiteren kleinen und großen Studios.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) hat die Relevanz der Games-Branche im Freistaat untersuchen lassen – und daraus Empfehlungen abgeleitet, wie Bayern im Vergleich zur europäischen Spitze aufschließen könnte.

„Die Games-Industrie in Bayern“ – so lautet die Überschrift der Studie, die von der Hamburg Media School im Auftrag des Verbands der bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt wurde. Die Daten basieren auf einer erweiterten Auswertung einer bundesweiten Games-Standort-Studie, die zur Gamescom 2017 vorgestellt wurde. Den Erkenntnissen liegen allerdings die Daten des Jahres 2015 zugrunde – daher sind die Statistiken nicht mehr zwingend taufrisch.

Die Studie nennt die Zahl von 118 Spiele-Entwicklern, Publishern, Plattformbetreibern und Zulieferern für den Freistaat Bayern. Der Umsatz lag zum damaligen Zeitpunkt bei 560 Millionen Euro, was einem Marktanteil von 18 Prozent in Deutschland entsprochen hat. In diesem Wert sind allerdings Hardware- und Software-Umsätze inklusive.

Laut Verbands-Geschäftsführer Bertram Brossardt ist Bayern damit der drittgrößte Games-Standort in der Bundesrepublik, hinter Berlin und Nordrhein-Westfalen – mit Luft nach oben: Insbesondere der Ausbau der technischen Infrastruktur, gut ausgebildete Fachkräfte und die Gründungsfinanzierung stehen auf der Wunschliste der Wirtschaft. Hier gebe es noch Nachholbedarf, diagnostiziert Brossardt.

Games-Standort Bayern: US-Konzerne steuern größte Umsätze bei

Durch Standortinitiativen wie Games Bavaria und den 2-Millionen-Euro-Topf des FilmFernsehFonds Bayern sieht sich die bayerische Wirtschaft gut aufgestellt. Schmerzlich vermisst wird jedoch ein „Triple-A-Projekt“, also ein PC- und Konsolen-Blockbuster, der „dem Standort international Geltung verleihen könnte“, so der Verband.

Denn analog zum Großraum Frankfurt und Nordrhein-Westfalen entfällt der Löwenanteil des bayerischen Games-Umsatz auf internationale Konzerne, die zwar kommerziell enorm erfolgreiche Produkte importieren und vertreiben, aber selbst keine Spiele in Deutschland entwickeln – und daher mit vergleichsweise kleiner Belegschaft auskommen.

Allein der US-amerikanische „Grand Theft Auto“-Hersteller Take-Two Interactive meldete für Deutschland zuletzt einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro – Activision Blizzard kommt mit Spielen wie „Call of Duty“ oder „Destiny“ regelmäßig auf dreistellige Millionen-Umsätze. Beide unterhalten Niederlassungen in München, ebenso wie der Xbox-Hersteller Microsoft. Der einzige lokale Champion Koch Media wurde im Februar 2018 von der schwedischen Mediengruppe THQ Nordic AB übernommen.

Die größten bayerischen Spiele-Entwickler nach Umsatz und Mitarbeitern heißen Travian Games (München), Upjers (Bamberg) und CipSoft (Regensburg). Daneben gibt es Dutzende mittelständischer und kleiner Studios, in denen laut Studie rund 1.500 Beschäftigte arbeiten.

Die Zuständigkeit für die bayerischen Spiele-Entwickler liegt seit kurzem wieder in der Staatskanzlei: Im Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist Digital- und Medienminister Georg Eisenreich (CSU) für die Games-Branche verantwortlich.

Die komplette Studie ist als kostenloses PDF auf der Website des VBW abrufbar.

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