Start Wirtschaft Flashpoint Germany GmbH: Über 50 Jobs bleiben erhalten

Flashpoint Germany GmbH: Über 50 Jobs bleiben erhalten

Die Flashpoint AG mit Sitz in Hamburg ist insolvent.
Die Flashpoint AG mit Sitz in Hamburg ist insolvent.

Neustart in Hamburg: Nach der Insolvenz der Flashpoint AG samt Sanierung  nimmt die Flashpoint Germany GmbH den Betrieb auf.

Neustart für Flashpoint Germany GmbH (Update vom 11. Dezember 2018)

Die Flashpoint AG gibt es seit dem 22. November nicht mehr – an ihre Stelle tritt die Flashpoint Germany GmbH, die am 1. Dezember 2018 offiziell den Betrieb aufgenommen hat. Fünf Monate lang hat der Insolvenzverwalter den Betrieb aufrecht erhalten – nach der Sanierung soll nun der „Neustart unter verbesserten Bedingungen“ gelingen, wie es in der Ankündigung heißt.

Flashpoint gilt als einer der größten Games-Großhändler in Deutschland und beliefert den Einzelhandel mit Computer- und Videospielen, Fanartikeln und Peripherie. Seit dem Insolvenzantrag war klar, dass Strukturen und Portfolio des Unternehmens angepasst werden müssten, um am Markt bestehen zu können. Das eingeleitete Insolvenzverfahren gab dazu die Gelegenheit: Unter anderem wurde der Warenbestand deutlich reduziert, defizitäre Geschäftsbeziehungen endeten.

Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz von der Frankfurter Kanzlei White & Case spricht im Rückblick von „schwierigen Ausgangsbedingungen“ – letztlich gelang der Verkauf des verschlankten Betrieb an die Flashpoint Germany GmbH unter Leitung von Flashpoint-Gründer und -CEO Thomas Altemeier. Die neue GmbH werde sich dem Vertrieb von „ausgesuchten Zubehör-, Merchandising- und Software-Produkten widmen“, so Altemeier.

Die überwiegende Mehrheit der Arbeitsplätze konnte nach Unternehmensangaben erhalten und übernommen werden. In Summe bleiben 53 Mitarbeiter an Bord, darunter langjährige Führungskräfte wie Markus Blumenberg (Einkauf und Vertrieb), Justiziarin Britta Borgmann und Marcel Sommer (Head of Operations).

Flashpoint AG: Hamburger Spiele-Großhändler meldet Insolvenz an (Meldung vom 27. Juli 2018)

Im 30. Jahr des Bestehens muss der Hamburger Spiele-Großhändler und Distributor Flashpoint AG Insolvenz anmelden. 

Zum 19. Juli 2018 hat das Amtsgericht Hamburg ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Flashpoint AG eröffnet. Seitdem ist der Hamburger Rechtsanwalt Sven-Holger Undritz als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Die Flashpoint AG gehört zu den traditionsreichsten und umsatzstärksten Großhändlern und Importeuren von Computer- und Videospielen, Merchandising, Peripherie-Geräten und Zubehör im deutschsprachigen Raum. Unter den Lieferanten finden sich nahezu alle relevanten Konsolen-Hersteller und Games-Publisher. Flashpoint bezeichnet sich selbst als „Marktführer unter den deutschen Großhändlern der Gamesbranche“.

Die heutige AG wurde bereits 1988 – also vor exakt 30 Jahren – als Versandhandels-GmbH gegründet. Kurz darauf wurde die Belieferung von Privatkunden eingestellt – Flashpoint entwickelte sich zum Großhändler. Allein das erst 2012 bezogene Lager- und Logistikzentrum umfasst eine Fläche von 5.000 Quadratmetern. Für das Unternehmen sind rund 70 Mitarbeiter tätig.

Gegenüber dem Handelsmagazin IGM hat CEO Thomas Altemeier angekündigt, dass man die Geschäfte fortführen wolle. Bei den Gesprächen mit Kunden und Lieferanten habe es positives Feedback für eine weitere Zusammenarbeit gegeben: „Wir sehen die Insolvenz durchaus auch als Chance für einen Neuanfang. Aber selbstverständlich sind wir nicht so blauäugig zu denken, es geht einfach alles weiter wie zuvor. Eine klassische Sanierung muss und wird stattfinden.“

Games-Großhandel unter enormem Druck

Erst im Januar wurde bekannt, dass der Erfurter Flashpoint-Mitbewerber Playcom zum 31. Mai 2018 den Betrieb einstellt – ebenfalls nach fast 30 Jahren.

Den deutschen Spiele-Großhändlern bereiten gleich mehrere Entwicklungen enorme Probleme – einerseits die Konzentration im Einzelhandel und damit der Wegfall von Kunden, andererseits der ruinöse Preiskampf seitens der Marktführer Amazon, Media Markt und Saturn. Dort sind zudem Special Editions und Collector’s Editions häufig exklusiv erhältlich.

Die steten Rückgänge im Software-Geschäft haben dazu geführt, dass nahezu alle Großhändler ihr Lieferprogramm an Zubehör (Headsets, Lenkräder, Gamepads etc.) sowie Trend- und Fanartikeln aufgestockt haben.

Der wichtigste Faktor für die anhaltende Konsolidierung besteht allerdings darin, dass Spiele immer häufiger und teils ausschließlich digital vertrieben und erworben werden – also Download und Streaming statt Datenträger. Die Zahlen des Branchenverbands sprechen hier eine deutliche Sprache. Laut Flashpoint-Geschäftsbericht hat sich dieser Trend bereits im vorletzten Jahr deutlich verschärft – ein Grund, warum im Geschäftsjahr 2016/17 ein Verlust von ca. 1,8 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

Der Aufsichtsrat der Flashpoint AG machte „die rasante Entwicklung hin zur Digitalisierung“ für das „sehr schwierige und unbefriedigende Geschäftsjahr“ verantwortlich. Wörtlich heißt es: „Die Flashpoint AG musste mit starken Umsatzrückgängen im Spielebereich kämpfen. Das Games-Boxen-Geschäft war praktisch von heute auf morgen tot; nicht nur im Spiele-Exclusive-Bereich, sondern im gesamten Bereich der Computerspiele.“

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