Start Wirtschaft Bieterkampf um Warner Bros.: Netflix steigt aus

Bieterkampf um Warner Bros.: Netflix steigt aus

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Nach dem Rückzug von Netflix wird die Übernahme von Warner Bros. (inklusive Warner Bros. Games) durch Paramount Skydance wahrscheinlicher.
Nach dem Rückzug von Netflix wird die Übernahme von Warner Bros. (inklusive Warner Bros. Games) durch Paramount Skydance wahrscheinlicher.

Die Zukunft von Warner Bros. – und damit auch von Warner Bros. Games – scheint besiegelt: Das nachgebesserte Angebot von Paramount führt zum Rückzug von Netflix.

Im Dezember hatte Netflix schon die Kundschaft per Mail über die bevorstehende Übernahme des Warner Bros.-Portfolios informiert – darunter Dauerbrenner wie Harry Potter, Batman, Der Herr der Ringe und Matrix. Im Nachgang entwickelte sich eine erbitterte Schlacht zwischen dem Streaming-Dienst und dem Medienkonzern Paramount Skydance.

Jetzt gibt es einen überraschenden Twist: Denn sah es lange so aus, als würde der Warner-Verwaltungsrat weiterhin zu Netflix tendieren, legte Paramount regelmäßig nach und bot zuletzt mehr als 110 Mrd. $. Mit dem Ergebnis, dass Netflix endgütltig nicht mehr nachbessert und sich aus dem Bieterwettstreit zurückzieht – der Deal sei „finanziell nicht mehr attraktiv“. Am 20. März soll nun die finale Entscheidung fallen – im Anschluss müssen sich noch die Kartellbehörden über das Paket beugen.

Die wahrscheinlicher gewordene Warner-Übernahme durch Paramount hat auch Auswirkungen auf die Games-Industrie: Denn der Filmriese betreibt eigene Studios –  Hogwarts Legacy war 2023 eines der weltweit meistverkauften Konsolen-Spiele. Auch die LEGO-Spiele sind regelmäßig Bestseller: Am 29. Mai 2026 erscheint LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters für PlayStation 5, Xbox, Switch 2 und PC.

Eine politische Komponente bekommen die Verhandlungen durch den CEO von Paramount Skydance: David Ellison ist der Sohn von Oracle-Gründer Larry Ellison, der dem Trump-Lager nahe steht. Dort gibt es ein vitales Interesse, dass der börsennotierte Konzern Warner Bros. Discovery als Ganzes erhalten bleibt – inklusive dem Durchgriff auf den Nachrichtensender CNN. Netflix war indes nur an den Filmstudios und am Streaming-Riesen HBO interessiert und wollte dafür rund 83 Mrd. $ zahlen. Die TV-Sender sollten wie geplant abgespalten werden.

Bei den Netflix-Aktionären kommt die Zurückhaltung gut an: Seit Wochenbeginn hat das Papier fast 20 Prozent zugelegt.