Start Wirtschaft Ubisoft-Aktie bricht um über 30 Prozent ein

Ubisoft-Aktie bricht um über 30 Prozent ein

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Allein zwischen Januar 2025 und Januar 2026 hat die Ubisoft-Aktie mehr als 60 Prozent verloren.
Allein zwischen Januar 2025 und Januar 2026 hat die Ubisoft-Aktie mehr als 60 Prozent verloren.

Die Börse reagiert brutal auf den Konzern-Umbau und eingestellte Spiele-Projekte: Die Ubisoft-Aktie verliert zum Handelsstart mehr als ein Drittel an Wert.

Am Mittwoch-Abend hatte der französische Publisher Ubisoft eine regelrechte Schockwelle durch die Industrie geschickt: Das Unternehmen stellt große Projekte ein, schreibt Hunderte Millionen Euro ab, weitet das Sparprogramm aus, kassiert Umsatz- und Ertrags-Ziele und stellt die Unternehmens-Struktur komplett neu auf. Fünf ‚Creative Houses‘ verantworten ab April die Entwicklung einzelner Marken und Genres – der Umbau wird viel Zeit, viel Geld und viel Energie kosten.

Jede einzelne Komponente der Adhoc-Meldung war und ist dazu geeignet, sowohl die Kunden als auch Belegschaft und Investoren massiv zu verunsichern. Mit dem Ergebnis, dass sich die Aktionäre zum Börsen-Auftakt am Donnerstag-Morgen bei außergewöhnlich großen Volumina von Ubisoft-Aktien trennen. Um 10:30 Uhr notierte das Papier bei 4,50 € – mehr als 30 Prozent unter dem Vortags-Schlusskurs.

Zur Einordnung: Wer sich zum PlayStation 5-/Xbox Series-Launch im Herbst 2020 mit Ubisoft-Aktien eingedeckt und die Position seitdem gehalten hat, verzeichnet mittlerweile ein Minus von 95 Prozent. Der Börsenwert lag am Vormittag knapp über 600 Mio. € – der polnische Mitbewerber CD Projekt (Cyberpunk 2077, The Witcher 3) wird derzeit mit dem Zehnfachen bewertet.

Ubisoft-Aktie bricht um über 30 Prozent ein

Bereits im November hatte Europas größter Spiele-Hersteller für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt: Die Bekanntgabe der Halbjahreszahlen wurde in buchstäblich letzter Minute ohne Angabe von Gründen verschoben – der Aktienhandel musste vorübergehend ausgesetzt  werden (Hintergrund).

Ubisoft steht vor gewaltigen Herausforderungen – und das Management um CEO Yves Guillemot hat bislang kein Rezept gefunden, um auf die Unwucht wirksam zu reagieren. Kern-Problem: Deutlich gestiegene Entwicklungskosten treffen auf einen fundamental veränderten Markt – Blockbuster wie Assassin’s Creed Shadows können nicht an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen.

Insbesondere das Online-Shooter-Segment, das Ubisoft mit Rainbow Six Siege bespielt und im Idealfall laufende Einnahmen generiert, ist von massivem Wettbewerb geprägt: Zusätzlich zu Dauerbrennern (Counter-Strike 2, PUBG, Apex Legends, Fortnite etc.) drängen Neuheiten wie ARC Raiders und Battlefield 6 auf den Markt. (pf)