Große Geschäfte mit kleinen Einsätzen verspricht sich (und den Investoren) das Schweizer Tech-Startup Sbarter: Gamer sollen künftig ihre Spiele-Skills monetarisieren.
Wer ein Rennspiel, ein Sportspiel, einen Multiplayer-Shooter oder ein Fighting-Game richtig gut beherrscht, der kann dieses Talent möglicherweise ab kommendem Jahr zu Geld machen: Denn Sbarter (Eigenschreibweise: sbarter) ‚matcht‘ volljährige Spieler, die im Anschluss gegeneinander antreten. Für einen zusätzlichen Thrill sollen überschaubare Geldeinsätze sorgen, mit denen die Spieler auf sich selbst setzen.
Echtgeld ist zumindest vordergründig nicht im Spiel, denn alle Ein- und Auszahlungen werden über ein Blockchain-Modell abgewickelt: Der Sieger bekommt sein Preisgeld sofort auf sein Spielkonto übertragen, abzüglich der Sbarter-Provision. Die Teilnahme soll sich auch für Studios und Publisher rechnen, weil abseits von Spiele-Verkäufen, Mikrotransaktionen und Werbung eine weitere Erlös-Säule erschlossen wird.
Das Startup wirbt mit maximaler Transparenz, hoher Sicherheit und einem juristisch wasserdichten Konzept, weil es sich eben nicht um zufallsabhängiges Glücksspiel (Gambling) handelt – stattdessen wird ausschließlich auf die eigenen Skills gewettet.
Gaming-Skills zu Geld machen: Das Geschäftsmodell von Sbarter
Nichts dem Zufall überlassen die Gründer auch mit Blick auf den Business-Plan: Für Anfang 2026 ist eine Finanzierungsrunde im Volumen von 40 Mio. € geplant – was die Dimension des Projekts aufzeigt. Bis dahin will das Management möglichst viele Investoren von der Idee überzeugen.
Eine Idee, bei der sich viele Fragen aufdrängen – Fragen, die Chief Marketing Officer Dominique Cor beantwortet. Der Manager bringt mehr als 30 Jahre Games- und Tech-Industrie-Erfahrung in Sbarter ein.
Unter anderem war Cor in führenden Rollen für Vivendi Universal und SEGA tätig – und in Summe 18 Jahre bei Electronic Arts beschäftigt, zuletzt als Head of Brand Sponsorship mit Zuständigkeit für Marken wie EA Sports FC, Battlefield und Apex Legends. Allesamt Spiele, die sich zumindest theoretisch für einen Sbarter-Einsatz eignen würden.
GamesWirtschaft: Welche Beträge werden Spieler voraussichtlich pro Match einsetzen? Gibt es Begrenzungen nach oben und nach unten, auch mit Blick auf die monatlich investierbare Gesamt-Summe?
Dominique Cor: Sbarter ist für kleine, überschaubare Einsätze gedacht – vergleichbar mit einer ‚Challenge‘ unter Freunden. Das Ziel sind nicht hohe Einsätze, sondern eine leichte, spielerische Zusatzmotivation im regulären Gameplay.
Es gibt strenge Obergrenzen, die sowohl durch das Protokoll als auch durch Publisher festgelegt werden, um verantwortungsbewusste Teilnahme sicherzustellen. Ob wöchentliche oder monatliche Limits eingeführt werden, wird derzeit noch im Rahmen unseres ‚Responsible Play‘-Konzepts geprüft.
Diese Vorgaben müssen in verschiedenen Märkten sinnvoll und regulatorisch stimmig sein. Kurz gesagt: Sbarter steht für Spaß und fairen Wettbewerb – nicht für finanzielles Risiko, Glücksspiel oder Spekulation.
Sobald Geld im Spiel ist, steigt zwangsläufig das Risiko von Manipulation – Profis könnten Lücken innerhalb von Spielen ausnutzen. Wie stellt Sbarter sicher, dass arglose Gamer nicht über den Tisch gezogen werden?
Das ist ein zentraler Punkt – genau deshalb wurde Sbarter von Beginn an auf Fairness und Transparenz ausgelegt.
Jedes Match-Ergebnis wird direkt vom Publisher verifiziert, der als eine Art ‚Orakel‘ fungiert. Dadurch entfällt die Möglichkeit der Manipulation oder subjektiven Einflussnahme. Sobald das Ergebnis bestätigt ist, führt ein Smart Contract die Auszahlung automatisch aus. Ergebnis und Transaktion werden unveränderlich auf der Blockchain gespeichert.
Zusätzlich sorgen strikte KYC- (Know Your Customer, Anm. d. Red.) und ID-Verfahren dafür, dass jeder Spieler nur ein einziges, verifiziertes Konto besitzt. Im Zusammenspiel mit Altersprüfung und Geofencing schützen diese Maßnahmen die Nutzer in jeder Phase und gewährleisten faire, sichere und voll konforme Wettbewerbe.
Welche Mechanismen sorgen dafür, dass die Matches fair ablaufen – etwa dafür, dass mir ein ebenbürtiger Rivale zugeordnet wird?
Faires Matchmaking ist entscheidend für ein ausgewogenes Spielerlebnis. Sbarter bietet volle Transparenz und Kontrolle: Vor jeder Herausforderung können Spieler die Historie und die jüngsten Leistungen ihres möglichen Gegners einsehen. So ist klar erkennbar, gegen wen man antritt.
Außerdem lassen sich Wettbewerbe auf den eigenen Freundeskreis oder bekannte Spieler begrenzen – ideal für eine vertraute, kontrollierte Umgebung. Diese Funktionen sorgen dafür, dass jedes Match fair, nachvollziehbar und an den Komfort der Spielenden angepasst bleibt.
Ist denn prinzipiell jedes Spiel ‚Sbarter-ready‘? Oder gibt es inhaltliche oder technische Grenzen? Muss der Publisher grünes Licht geben, damit sein Spiel für Sbarter genutzt werden kann?
Grundsätzlich eignet sich Sbarter für Spiele, die ein klares Ergebnis liefern – also Sieg, Punktzahl oder Platzierung. Dazu zählen etwa Racing-, Sport-, Fighting-, Puzzle- oder Strategie-Titel, bei denen Fähigkeiten das Resultat bestimmen.
Es gibt zwei Integrationsstufen:
- Mit Publisher-Beteiligung: Das Spiel ist mit unserem System verbunden. Der Publisher bestätigt die Ergebnisse und legt zugleich die Regeln fest – etwa Formate, Einsatzlimits und Struktur der Wettbewerbe. So behält der Publisher volle Kontrolle und schafft einen transparenten, vertrauenswürdigen Rahmen.
- Ohne Publisher-Beteiligung: Spieler können selbst Matches anlegen und Ergebnisse in der App bestätigen. Einsatzlimits und Teilnahmegrenzen sind im Protokoll verankert, um faire und verantwortungsvolle Bedingungen sicherzustellen. Jede Partie bleibt über die Blockchain nachvollziehbar und prüfbar.
Sbarter wurde von Beginn an flexibel entwickelt – für offizielle Partnerschaften ebenso wie für spielergetriebene Community-Wettbewerbe.
Mit welchen Studios und Publishern arbeitet Sbarter bereits zusammen – wie viele sollen perspektivisch bis Ende 2026 hinzukommen?
Wir arbeiten bereits mit einer ersten Gruppe von Publishern und Studios zusammen, die das Protokoll unter realen Bedingungen testen. Einige dieser Kooperationen befinden sich schon in Pilotphasen, andere werden vor dem Start 2026 angekündigt.
Wir befinden uns noch am Anfang – und das Ziel ist nicht, möglichst schnell viele Namen zu sammeln, sondern die richtigen. Im Mittelpunkt stehen stabile, regelkonforme Integrationen, die zeigen, dass sich Sbarter ohne Eingriff in das eigentliche Gameplay natürlich in bestehende Spiele einfügt.
Wie sehen die Pläne für die Markteinführung von Sbarter im kommenden Jahr aus?
Sbarter befindet sich derzeit in der finalen Pilotphase. Der Fokus liegt nun auf der Verfeinerung der Integrationen, dem Ausbau der Compliance-Abdeckung und dem Testen der Spielererfahrung in wichtigen Märkten.
Der offizielle Start ist für das 1. Quartal 2026 geplant – zunächst für PC- und Mobile-Titel und in Regionen, die aus regulatorischer Sicht in Frage ist.
Unser Ziel für das kommende Jahr ist ein stabiles Fundament aus starken Partnerschaften und einer vertrauenswürdigen Nutzererfahrung. Das Wachstum von Sbarter wird schrittweise, strategisch und im vollständigen Einklang mit lokalen Vorschriften erfolgen. (pf)













