Start Wirtschaft Zugunsten der PS5: Wird die PlayStation 4 wirklich eingestellt?

Zugunsten der PS5: Wird die PlayStation 4 wirklich eingestellt?

PS4 eingestellt? Noch stapeln sich Slim- und Pro-Bundles bei den Händlern.
PS4 eingestellt? Noch stapeln sich Slim- und Pro-Bundles bei den Händlern.

Lässt Sony die Produktion der PlayStation 4 auslaufen, um Platz für die PlayStation 5 zu schaffen? Was vom Internet-Gerücht zu halten ist.

Erst 2017 – also vier Jahre nach dem Verkaufsstart der PlayStation 4 – lief die letzte PlayStation 3 vom Band. In den darauffolgenden Jahren wurden PS3-Spiele-Server und PS3-Reparatur-Dienste sukzessive heruntergefahren.

Umso überraschender kommt die Meldung, wonach Sony bereits jetzt die Produktion der PlayStation 4 einstellen will – also nur wenige Wochen nach Auslieferung der ersten PlayStation-5-Kartons.

Als Quelle sollen unter anderem Hinweise im US-Online-Shop von Sony PlayStation dienen, wonach mindestens das bisherige Flaggschiff PlayStation 4 Pro nicht mehr erhältlich sein soll. Im Netz sind außerdem Fotos aus Geschäften in Japan im Umlauf, die das Produktions-Ende von fünf Modellen ankündigen:

  • PlayStation 4 Glacier White (500 GB + 1 TB)
  • PlayStation 4 Jet Black (1 TB + 2 TB)
  • PlayStation 4 Pro Glacier White (1 TB)

Eine japanische Website will direkt von Sony Interactive erfahren haben, dass mit Ausnahme eines einzigen Einsteiger-Modells (PlayStation 4 Slim mit 500 GB-Festplatte) keine PS4-Modelle mehr produziert werden sollen. Was noch auf Lager ist, wird abverkauft, danach ist Schluss. Die dann frei werdenden Kapazitäten will Sony dazu nutzen, um die Produktion der chronisch ausverkauften PlayStation 5 hochzufahren.

Was ist da dran? Wie glaubwürdig sind die Berichte?

Zunächst ist es nichts Ungewöhnliches, dass einzelne PlayStation-Baureihen auslaufen. Seit 2013 wurde eine lange Liste von PS4-Modellen eingestellt, die am Kürzel CUH erkennbar sind. Die erste Generation (CUH-10x bis CUH-12x) ist natürlich längst ausgelaufen. Das schlankere Facelift-Modell PlayStation 4 Slim (CUH-20x bis CUH-22x) wird seit 2016 produziert – aus dieser Linie sind nur noch zwei Modelle im Umlauf: einmal die Version mit 500 GB (22xxA) und einmal die Version mit 1 TB (22xxB). Von der PlayStation Pro wird einzig das Modell CUH-72xxB noch hergestellt und vertrieben.

Das im Netz kolportierte Produktions-Ende betrifft somit ausschließlich Sondermodelle, davon alleine drei weiß lackierte Versionen („Glacier White“), die ohnehin Exoten-Status haben.

Aber: Dass die PlayStation 4 Pro ausgemustert werden könnte, ist zumindest kein völlig abwegiger Gedanke. Mit einem Preispunkt von unverbindlich empfohlenen 399 Euro rangiert die Konsole in einem Segment, in dem die Kunden bereits zur PlayStation 5 Digital Edition greifen könnten (zumindest theoretisch). Selbst PS4-Pro-Bundles mit beigepacktem Spiel liegen häufig über der 450-Euro-Schwelle – und damit nur noch einen Wimpernschlag entfernt von der PlayStation 5 mit Blu-Ray-Laufwerk (UVP 499 Euro). Vor diesem Hintergrund dürfte Sonys Interesse gering sein, die PS4 Pro noch mit Nachdruck zu vermarkten.

Die PlayStation 4 Slim hingegen wurde bei Discountern wie Lidl und Aldi bereits vor einem Jahr für 199 Euro angeboten – inklusive zweitem Controller. Es ist anzunehmen, dass sich dieser Preispunkt zum Standard entwickelt, zumal auch die Xbox One S deutlich unter 200 Euro zu haben ist. Sony-Mitbewerber Microsoft hat bereits im Sommer 2020 das Produktions-Ende von Xbox One X und Xbox One S All-Digital Edition eingeläutet. Seitdem wird nur noch die Xbox One S fabriziert und verkauft.

Eine ähnliche Strategie dürfte Sony Interactive verfolgen: Mit drei Schwellen – 199 Euro (PS4), 399 Euro (PS5 Digital) und 499 Euro (PS5 Disc) – würde der japanische Videospiel-Riese alle relevanten Zielgruppen abdecken.

Trotz des möglichen Produktions-Stopps einzelner PS4-Modelle: Um die Versorgung mit Top-Titeln müssen sich PS4-Besitzer auf Jahre hinaus keine Gedanken machen, denn mit weit über 100 Millionen abgesetzten Konsolen bleibt die Plattform für jeden Dritt-Hersteller ein Muss. Auch Sony wird das System weiter unterstützen – zumal Ghost of Tsushima und The Last of Us 2 gezeigt haben, dass die Konsole noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Selbst PS5-Launch-Spiele wie Sackboy oder Spider-Man: Miles Morales sind für die PlayStation 4 erschienen. Allerdings zeigt das Beispiel Cyberpunk 2077 auch klar auf, wo die technischen Grenzen einer Plattform aus dem Jahr 2013 liegen.

Die PlayStation 5 ist seit dem 19. November 2020 auf dem Markt. Das Kontingent wird in Deutschland ausschließlich über große Versender und Online-Shops vertrieben. Seit der vorerst letzten Verkaufs-Welle am 3. Dezember ist die Konsole in ganz Europa ausverkauft – mit neuer Ware wird frühestens in der zweiten Januar-Hälfte gerechnet.


GamesWirtschaft hat Sony Interactive um eine Stellungnahme gebeten.

1 Kommentar

  1. Die PS4 slim wird natürlich eingestellt, da aktuelle Spiele nicht ordentlich auf dieser laufen – Cyberpunk ist das beste Beispiel dafür! Alles andere würde mich sehr wundern!

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