Start Wirtschaft MediaMarkt und Saturn vereinheitlichen Ladenkonzepte

MediaMarkt und Saturn vereinheitlichen Ladenkonzepte

MediaMarkt und Saturn sind Teil der börsennotierten Ceconomy AG (Foto: MediaMarktSaturn Holding)
MediaMarkt und Saturn sind Teil der börsennotierten Ceconomy AG (Foto: MediaMarktSaturn Holding)

Core, Smart, Xpress, Lighthouse: Die europaweit 1.000 Filialen von MediaMarkt und Saturn basieren künftig auf einem von vier Konzepten.

Wäre MediaMarkt ein Smartphone-Spiel, würde man von einem Softlaunch sprechen: In Italien hat die MediaMarktSaturn Retail Group neue Konzepte getestet – unter anderem in Rom und Turin. Offenkundig mit Erfolg: Denn aus dem Testlauf sind vier Store-Konzepte entstanden, die nun in allen der mehr als 1.000 Filialen in ganz Europa nach und nach umgesetzt werden. Bestehende Märkte werden entsprechend umgebaut – bei Neueröffnungen wird von vornherein eine der vier ‚Blaupausen‘ eingesetzt.

Damit reagiert der Consumer-Electronics-Marktführer auf das veränderte Kundenverhalten: Denn die jahrzehntelang angewandte Einzelhandels-Formel „Mehr Quadratmeter = mehr Produkte = mehr Frequenz = mehr Umsatz“ gilt nicht mehr. Die Verbraucher kaufen nicht erst seit Corona viel gezielter ein, informieren sich vorab im Netz, erwarten Zusatz-Leistungen und profitieren von transparenten Preisen. Deshalb setzt das Unternehmen künftig je nach Standort auf Komfort plus Service und Beratung und – wo sinnvoll – auf ‚Erlebnis‘, wie das Beispiel des Kölner Xperion zeigt.

Das Signal: Trotz steigender Umsätze auf mediamarkt.de und saturn.de sowie gestrafftem Filialnetz investiert MediaMarktSaturn weiter in den stationären Einzelhandel – allerdings eng verknüpft mit den jeweiligen Online-Shops.

Die neuen Store-Formate von MediaMarkt und Saturn im Überblick:

Core: Dieses Modell bildet auch künftig das Herzstück – hier soll es weiterhin das komplette Portfolio an Produkten und Service-Leistungen geben. Aufgrund der Größe findet man die Core-Märkte bevorzugt in großen Einkaufszentren und in Gewerbeparks.

Smart: Diese Märkte dienen als Anlaufpunkte in City-Lagen, allen voran in Fußgängerzonen. Prinzipiell haben die Kunden auch hier Zugriff auf sämtliche Produkte: Vor Ort gibt es allerdings nur ein „sorgsam selektiertes Sortiment“ – der Schwerpunkt liegt bei Click & Collect, sprich: online reservieren und dann an der Service-Theke abholen. Das ist immer öfter auch am selben Tag möglich.

Xpress: Diese Shops sind an andere Handelspartner angedockt, etwa an Supermärkte. In Ungarn kooperiert MediaMarktSaturn beispielsweise mit Tesco.

Lighthouse: Die Flagship-Stores sind die künftigen Vorzeige-Projekte des Elektronikmarktriesen – großzügige Flächen, neueste Technik zum Ausprobieren, Shop-in-Shop-Auftritte von Marken wie Apple, Bose, Logitech und Sony sowie wechselnde Ausstellungen sollen für überregionale Strahlkraft sorgen. Der erste Lighthouse-Markt steht seit Juli 2020 in Mailand (‚MediaWorld Tech Village‘) und umfasst 50.000 Produkte auf 11.000 Quadratmetern – ’normal‘ sind 2.500 Quadratmeter. Die nächste Eröffnung ist für Ende 2021 im niederländischen Rotterdam geplant.

Der börsennotierte Mutterkonzern Ceconomy hat herausfordernde Monate hinter und vor sich – inklusive monatelangem Lockdown im Einzelhandel. Im April 2021 waren weniger als die Hälfte der Märkte geöffnet – seit Juni 2021 sind nahezu alle Läden wieder ohne Testpflicht und Terminvereinbarung zugänglich. Während MediaMarkt in ganz Europa präsent ist, gibt es die Marke Saturn nur noch in Deutschland und Luxemburg.