
Wurden Mitarbeiter des Off the Grid-Studios Gunzilla Games zu spät oder gar nicht bezahlt? Das Management wehrt sich gegen „Hater“ und Medienberichte.
Bereits in den ersten Zeilen der Stellungnahme auf seinem X-Kanal wird deutlich, dass sich bei Vlad Korelev Einiges aufgestaut hat: Der CEO und Co-Gründer von Gunzilla Games reagiert auf eine wachsende Zahl an Medienberichten, die sich auf LinkedIn-Postings bestehender und ehemaliger Angestellter berufen. Demzufolge schulde der Spielehersteller etlichen Mitarbeitern die Zahlungen für mehrere Monate – Zusagen des Managements seien nicht eingehalten worden.
Gunzilla Games ist ein gleichermaßen verschwiegener wie selbstbewusster Spielehersteller mit Zentrale in Frankfurt am Main und Niederlassungen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sowie in London. Zur Zahl der Mitarbeiter in Frankfurt wollte sich das Unternehmen auf mehrfache Anfrage nicht äußern – Korelev selbst nennt nun eine Größenordnung von 400 Beschäftigten über alle Studios hinweg.
https://x.com/VladK133/status/2042223095155392526
Ab 2020 hat Gunzilla mit einem dreistelligen Millionen-Budget der Science-Fiction-Online-Shooter Off the Grid entwickelt. Der Titel für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S ist prinzipiell kostenlos herunterlad- und spielbar. In-Game-Waffen und -Rüstungen lassen sich optional mit der Kryptowährung GUNZ auf einer Blockchain-Plattform handeln – Gunzilla verdient an Provisionen (Details). Darüber hinaus ist eine Art Season-Pass in Form eines Monats-Abos (OTG Pro) für 11,99 € erhältlich.
Gunzilla Games wehrt sich gegen Anschuldigungen
Co-Gründer Korelev widerspricht nun Spekulationen, wonach Off the Grid mit nachlassender Nachfrage zu kämpfen habe. Täglich kämen 3.000 neue Spieler hinzu. Entgegen aller Unkenrufe habe Gunzilla geliefert – Konsolen-Versionen, Updates, Features, neue Modi: „Wir haben Tag und Nacht gekämpft, um ein Projekt in der Größenordnung von Call of Duty als unabhängiges Studio umzusetzen. Und wir haben es geschafft.“
Dann nimmt Korelev die jüngste „Erzählung“ der „Hater“ in den Blick, wonach sich Gunzilla abrupt von Auftragnehmern getrennt oder Honorare zu spät bezahlt habe. Die überraschende Erklärung klingt nicht nach einem Dementi: „Ja, wir optimieren Kosten – so wie derzeit jedes Unternehmen in Gaming, Krypto und Tech. Das tun wir seit über einem Jahr. Und ja, um den Geschäftsbetrieb nicht zu gefährden, können Zahlungen teilweise so geplant werden, dass sie zum Cashflow des Unternehmens passen – nicht immer zu den individuellen Erwartungen. Das ist die Realität.“
Weiter schreibt Korelev: „Um die Interessen unserer Spieler und unserer festangestellten Mitarbeiter zu schützen (deren Gehälter in sechs Jahren nie um mehr als eine Woche verspätet waren), arbeiten wir in einem Tempo, das das Unternehmen voranbringt. Und selbstverständlich erfüllen wir alle Verpflichtungen. Für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns.“
Off the Grid sei seit eineinhalb Jahren im Live-Betrieb – „und wir sind immer noch da, trotz all jener, die sich das Gegenteil wünschen. Diesen Gefallen werden wir euch nicht tun.“
Der Gunzilla-Chef verweist abschließend auf eine aktuelle Auswertung des Business-Magazins Fast Company, das Gunzilla Games zu den „most innoative gaming companies of 2026“ zählt – allerdings nicht für Errungenschaften von Off the Grid, sondern mit Blick auf die Rettung der Fachzeitschrift Game Informer.
GamesWirtschaft hat Gunzilla Games am Vormittag um eine Stellungnahme gebeten.











