Start Wirtschaft Amazon Marketplace: So schützen Sie sich vor PS5-Abzocke (Update)

Amazon Marketplace: So schützen Sie sich vor PS5-Abzocke (Update)

Wer die PlayStation 5 bei Drittanbietern auf dem Amazon Marketplace bestellt, sollte Vorsicht walten lassen (Abbildungen: Amazon Deutschland / Sony Interactive)(
Wer die PlayStation 5 bei Drittanbietern auf dem Amazon Marketplace bestellt, sollte Vorsicht walten lassen (Abbildungen: Amazon Deutschland / Sony Interactive)(

Wer eine PlayStation 5 bei einem Amazon Marketplace-Händler bestellen möchte, sollte genau hinschauen, wem er eine Konsole abkauft.

Update vom 29. März 2022: In den vergangenen Tagen und Stunden sind wieder vermehrt PS5-Angebote im Amazon Marketplace aufgetaucht, die just der unten beschriebenen Masche entsprechen. Opfer diesmal: ein Senf-Händler, dessen Konto gehackt wurde. Das Unternehmen bemüht sich derzeit um Wiederherstellung des Accounts. Betroffenen Kunden raten wir, umgehend Kontakt mit dem Amazon-Support aufzunehmen.


Meldung vom 24. Januar 2022: 470 € soll die PlayStation 5 kosten – „gebraucht wie neu“, verspricht der Händler, der die Sony-Spielkonsole auf dem Amazon-Marketplace* eingestellt hat (Rubrik „Alle Angebote“). Auf den ersten Blick ein verlockendes Angebot, denn das Produkt ist weiterhin nur mit Mühe, Hartnäckigkeit und günstigem Timing zu bekommen. Auch auf Ebay gibt es das 500 €-Gerät nicht unter 650 €. Der hohe Anteil vermeintlich positiver Bewertungen lässt die anfängliche Skepsis weichen.

Doch der Schein trügt. Schon im Frühjahr 2020 warnte das Landeskriminalamt Niedersachsen vor einer Masche, die in den vergangenen Wochen immer und immer angewandt wurde – das belegen die zahlreichen Leser-Zuschriften zu diesem Thema.

Der Trick: Mittels fingierter Phishing-Mails gelangen Betrüger an die Zugangsdaten argloser Marketplace-Verkäufer und bieten dann in deren (gutem) Namen begehrte Waren an – in diesem Fall die PlayStation 5. Die Freude über den Glücks-Fang währt jedoch nicht  lange, denn die Bestellung wird meist umgehend storniert; stattdessen sollen die Kunden direkten Kontakt per WhatsApp zum Händler aufnehmen und eine Überweisung auf ein Konto tätigen. Dieses Konto befindet sich meist im Ausland, was sich daran erkennen lässt, dass die IBAN zum Beispiel anstelle der üblichen DE-Kennung (Deutschland) mit ES (Spanien) beginnt.

Wer überweist, ist beides los – Kohle und Konsole. Immerhin: Die Bestellungen über Verkaufspartner sind über die sogenannte A-Z-Garantie abgesichert. Auf Anfrage teilt eine Amazon-Sprecherin mit: „Sollte ein Produkt einmal nicht ankommen oder vom beworbenen Zustand abweichen, können Kunden den Amazon-Kundenservice kontaktieren und die Erstattung des vollen Kaufpreises beantragen.“

Betrügerische Aktivitäten würden nicht geduldet: „Wir leiten Zahlungen erst an Amazon-Verkaufspartner weiter, wenn wir sicher sind, dass Kunden ihre bestellten Produkte oder Services erhalten haben. Sollten Verkaufspartner gegen die von ihnen akzeptierten vertraglichen Bestimmungen verstoßen, ergreifen wir umgehend Maßnahmen zum Schutz unserer Kunden. Es gab schon immer betrügerische Unternehmer in der Welt; aber so wie diese Betrüger werden auch wir immer schlauer.“

Amazon selbst rät dringend dazu, niemals Geld direkt an einen Verkäufer zu überweisen – Kunden, die dazu via WhatsApp oder E-Mail aufgefordert werden, sollen den Vorgang umgehend melden.

Den überwiegend mittelständischen Marketplace-Händlern empfiehlt Amazon, den eigenen Account gründlich abzusichern – etwa durch aufmerksames Kontrollen von Konto-Bewegungen, regelmäßige Passwort-Änderungen und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Im Verdachtsfall solle man sich via ‚Seller Central‘ an den Amazon-Verkäufer-Service wenden. Dort gibt es auch Tipps für den Fall, dass das Konto gehackt wurde.

Bonus-Tipp der Redaktion: Wer als Verbraucher beim PlayStation 5-Kauf bei Amazon auf Nummer Sicher gehen will, sollte darauf achten, dass das Gerät direkt von Amazon verkauft wird. Der Haken: Analog zu anderen Anbietern ist die PS5 nur im Abstand mehrerer Wochen für wenige Minuten im Sortiment (siehe nachstehende Infografik).

Nützliche Tipps und Tricks rund um die PS5-Bestellung bei Amazon finden Sie in diesem Grundlagen-Artikel. Die PlayStation 5-Lage im deutschen Einzelhandel dokumentieren wir zudem montags bis freitags im PS5-Ticker.

Wann welcher Händler die PlayStation 5 seit Januar 2021 verkauft hat (Stand: 21. Januar 2022)
Wann welcher Händler die PlayStation 5 seit Januar 2021 verkauft hat (Stand: 21. Januar 2022)

3 Kommentare

  1. Gerade ist ein Angebot für 550€ da. Verkäufer ist nur unter „Whatsapp Nummer“ bekannt und bei näherem Hinsehen ist die angegebene Firma eine Matrazenfirma in Bayern. Bitte nachprüfen oder benachrichtigen!

  2. Sorry, aber das Affentheater mit der PS5 tue ich mir nicht an. Wenn Sony nicht liefern kann, dann verzichte ich eben. Wenn ich zufällig sehe, dass die PS5 mal bei Amazon von Amazon im Angebot und bestellbar ist, greife ich zu. Ansonsten… Lebe geht weida… 🤷🏼‍♂️

    Und wenn die PS5 immer noch nicht verfügbar ist wenn der Launch von GT 7 unmittelbar bevorsteht, dann storniere ich eben auch GT 7…

    Was mich selbst überrascht hat, je länger sich das Thema hinzieht, desto weniger Lust habe ich, meine PS4 anzuwerfen und damit zu zocken… 🤔

    Sony schießt sich gerade mit seiner Konsolensparte ins Aus. Ich bin mir nicht sicher, ob denen klar ist, was gerade passiert. Microsoft kauft sämtliche großen Labels auf (auch und vor allem solche, die bisher PS-Exklusivtitel produziert haben), die Nutzerzahlen des PSN und von PS Plus sind massiv rückläufig und mit den Konsolen verdienen aktuell hauptsächlich Scalper Geld… 🤦🏼‍♂️

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