Von einem „viralen Razzia-Stunt“ spricht Instinct3 mit Blick auf den inszenierten Polizei-Einsatz während eines laufenden Livestreams von HandOfBlood.
Knabe Kola gibt es ab heute auch als Knabe Kola Null, also koffein- und zuckerfrei.
Das ist eine von zwei Botschaften, die die Spandauer Influencer-Marketing-Agentur Instinct3 in dieser Woche loswerden will.
Die zweite betrifft die „Diskurskultur im Internet“. Denn zur Promotion der Getränke-Neuheit habe man sich schon vor Monaten einen klamaukigen „Stunt“ ausgedacht, der nun genau die beabsichtigte Wirkung entfaltete – nämlich Spekulationen, was es mit der fingierten ‚Razzia‘ auf sich hat.
Während eines laufenden Twitch-Streams von Maximilian Knabe alias HandOfBlood durchsuchten vermummte Polizeikräfte die Büro- und Produktionsräume der Agentur in Spandau und trugen Kartons aus dem Haus, vor dem Polizei-Autos mit Blaulicht parkten – alles gefilmt von ‚Zeugen‘, die das Material sofort online stellten. Auf Hinweis einer Mitarbeiterin wurde der Stream abrupt unterbrochen. Knabe postete auf seinen Kanälen, sein Publikum möge sich keine Sorgen machen.
Parallel tauchten vorproduzierte Clips im Netz auf, die den Vorgang vom gegenüberliegenden Gebäude zeigten. Was echt wirkte beziehungsweise echt wirken sollte, kam vielfach so an und sorgte für Gesprächsstoff rund um einen kolportierten Skandal.
HandOfBlood klärt ‚Razzia‘ und Stream-Abbruch auf
In der heute veröffentlichten Instinct3-Pressemitteilung schreibt Knabe: „Mit Fake-Inhalten, Fake-Accounts und etwas digitalem Geschick lassen sich Kommentarspalten komplett desorientieren. Wir haben gemerkt: Wir machten eigentlich genau das, was russischen Bot-Netzwerken, Trump, AfD und Co. nachgesagt wird – und es ist wirklich schockierend einfach.“
Instinct3-Geschäftsführer Johannes Gorzel ließ sich als Teil der Inszenierung in Handschellen abführen – wer ihm eine Mail schrieb, erhielt eine Mail-Abwesenheitsnotiz mit dem Hinweis, dass er derzeit nicht erreichbar sei und nicht wisse, wann dies wieder der Fall sei.
Gorzel: „Viele Nutzer wollten den Skandal unbedingt wahrhaben. Schätzungsweise sahen wir zu Beginn in circa der Hälfte der Kommentare vorsichtige Skepsis, ob es sich um einen Fake handeln könne. Sehr vereinzelt gab es analytische Kommentare, die eindeutige Belege für den Fake lieferten. Besonders eindrucksvoll und schockierend jedoch: Diese faktischen Belege hatten keinen sichtlichen Einfluss auf die schiere Masse an verunsicherten und teilweise gar vom Gegenteil überzeugten Kommentaren in den jeweils gleichen Kommentarsektionen.“
Es habe also keine wirkliche Auseinandersetzung stattgefunden – selbst „vermeintlich journalistische Portale“ seien daran gescheitert, indem sie News auf Basis von Reddit-Postings per KI reproduzierten, worauf wiederum andere Portale verwiesen.
Wie gesagt: Knabe Kola gibt es ab heute auch als Knabe Kola Null.
Mehr über das Getränke-Business von HandOfBlood und Instinct3 lesen Sie in diesem GamesWirtschaft-Interview. Knabe ist am kommenden Sonntag (8. November) zu Gast in der Pro7-Sondersendung „Experte für’s Streamen mit Klaas Heufer Umlauf und HandOfBlood“.













