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Game City Wien 2027: Eine ganze Stadt soll zur ‚Game City‘ werden

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Tarek Sharif ist Geschäftsführer der Wiener Agentur MICE & Men und Veranstalter der Game City Wien 2027.
Tarek Sharif ist Geschäftsführer der Wiener Agentur MICE & Men und Veranstalter der Game City Wien 2027.

Das größte Games-Event in Österreich steht vor einem Relaunch: Wie Organisator Tarek Sharif die Game City Wien ab 2027 aufs nächste Level heben will.

87.000 Besucher, 15.000 Quadratmeter, 130 Aussteller (darunter Nintendo, Capcom, Bandai Namco) – und das alles bei freiem Eintritt und eingebettet in die spektakuläre Kulisse des Wiener Rathauses: Die Game City hat im Oktober 2025 den eigenen Rekord gebrochen. Seit fast zwei Jahrzehnten zählt das Format zu den größten Games-Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

Umso überraschender die Meldung, die vor wenigen Wochen publik wurde: Das XXL-Event pausiert in diesem Jahr. Für 2027 ist ein umfassender Relaunch geplant.

Relaunch für die Game City Wien: „Das klassische Format stößt an Grenzen.“

Mit Blick auf die Zukunft der Game City Wien gibt es keinen besseren Ansprechpartner als Tarek Sharif: Seine Mice & Men Eventmarketing GmbH organisiert unterjährig Konferenzen, Empfänge, Film-Premieren und Firmen-Veranstaltungen – und eben auch die Game City Wien. Im Interview erklärt Sharif, wie die Pläne für die kommenden Monate aussehen.

GamesWirtschaft: Tarek, ihr legt mit der Game City überraschend eine Pause ein, um das Konzept für die Game City 2.0 zu bauen. Warum war Game City 1.0 nicht zukunftsfähig – trotz Rekord-Zuspruch im vergangenen Jahr?

Tarek Sharif: Der Rekord-Zuspruch 2025 hat uns bestätigt: Die Nachfrage ist da – aber das klassische Format stößt an Grenzen.

Wien liegt als zentraler Standort in Mitteleuropa ideal, speziell auch um die dynamischen Ostmärkte zu erreichen – eine Chance, die wir mit der Game City noch nicht voll ausschöpften und auch nicht im Fokus des damaligen Veranstalters stand.

Zudem feiern wir 2027 das 20-jährige Jubiläum der Game City . Da wir als MICE & Men nun in die Veranstalterrolle gewechselt sind, wollen wir diese Chance nutzen, um etwas wirklich Besonderes für unsere großartige Community zu schaffen.

Die Gaming-Branche und die Erwartungen der Besucher und Besucherinnen haben sich weiterentwickelt: Sie wollen noch mehr Erlebnisse, ganzjährige Interaktion und eine Verbindung zwischen digitaler und physischer Welt. Die Game City 2.0 soll genau das liefern – und Wien als europäisches Gaming-Hub für Zentral- und Osteuropa etablieren.

Super Mario Bros. Wonder unter Kronleuchtern: Nintendo zählte zu den Ausstellern der Game City Wien 2023 (Foto: GamesWirtschaft)
Super Mario Bros. Wonder unter Kronleuchtern: Nintendo zählte zu den Ausstellern der Game City Wien 2023 (Foto: GamesWirtschaft)

Die Game City war und ist seit jeher eine Co-Produktion. Wer sind die wesentlichen Stakeholder ab 2027? Wie groß ist euer Team?

Der Verein WIENXTRA hat das Event 2007 gemeinsam mit der Stadt Wien ins Leben gerufen und damit etwas Einzigartiges geschaffen – ein Event dieser Art in einem Rathaus mit gratis Eintritt, soweit findet man nicht so schnell wieder irgendwo. Hierfür sind wir der Stadt auch unglaublich dankbar.

Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und WIENXTRA wird auch in Zukunft mit der neuen Konstellation weiterbestehen, darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Bei der Gaming-Industrie setzen wir auf starke lokale Partner sowie auch Non-Endemics die Interesse an der breiten Zielgruppe haben, aber wir sehen auch: Immer weniger Firmen haben eine Niederlassung in Wien. Daher entwickeln wir das Konzept so, dass die Game City zum Fixpunkt für die Industrie wird, um Zentral- und Osteuropa zu erreichen – mit einer unglaublich breiten Zielgruppe, die wir künftig über das ganze Jahr effektiv erreichen können.

Unser Kernteam besteht aktuell aus vier festen Mitarbeitenden, das gerade vergrößert wird. Dazu kommt ein großer Pool an Freelancern und langjährigen Partnern, mit denen wir seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Beim Event waren bis dato mehr als 300 Menschen im Einsatz.


Game City 2027: „Wir machen Wien zur ersten Stadt der Welt, die diesen Namen wirklich verdient.“

Ihr sprecht in der Ankündigung von ‚Game Days‘ – was muss man sich darunter vorstellen?

Die ‚Game Days‘ sind das Herzstück unseres Programms – sie finden im Zeitraum der Game City statt und werden über das ganze Jahr verteilt immer wieder stattfinden, um Wien zum lebendigen Epizentrum der Gaming-Kultur zu machen.

Denn wir wollen dem Namen Game City gerecht werden – und das Kulturgut Gaming feiern!

Unsere Vision geht in diese Richtung und mögliche Aktionen wären:

  • Ein atemberaubendes Video-Games-Konzert mit einem ganzen Orchester, das die Soundtracks der Lieblingsspiele der Community zum Klingen bringt.
  • Meet & Greets mit absoluten Gaming-Legenden und Influencern, bei denen Fans ihren Idolen ganz nah sein können.
  • Eine spektakuläre Cosplay-Mode-Show in einem trendigen Modegeschäft Wiens – wo Gaming und Fashion aufeinandertreffen.
  • Leckere Semmeln im Look von Controllern beim Lieblingsbäcker – Gaming wird überall gefeiert und kann auch gut schmecken.
  • Exklusive Angebote im Lieblingselektronikhandel, die nicht nur Spaß machen, sondern auch messbaren Umsatz generieren und Frequenz bringen.
  • Kooperationen mit dem UN World Food Programm, die zeigen: Gaming verbindet nicht nur Menschen, sondern kann auch Gutes bewirken.
  • Immersive Erlebnisse und Gamification bei weiteren Partnern – darunter auch renommierte Kulturinstitutionen – schaffen nicht nur unvergessliche Momente für die Community, sondern erschließen Museen und ähnlichen Einrichtungen ganz neue Zielgruppen.
  • Im Austausch mit verschiedensten Partnern schaffen wir spannende Side-Events – von Partys und Clubbings bis zu E-Sport-Turnieren. Dabei wollen wir unter anderem auch eng mit anderen Gaming-Events in der Region zusammenarbeiten, um uns gegenseitig zu stärken und die Szene gemeinsam voranzubringen.

Das ist kein Event. Das ist kein Festival. Das ist die Game City – und wir machen Wien zur ersten Stadt der Welt, die diesen Namen wirklich verdient!

Game City Wien gilt als größtes Games-Event in Österreich (Foto: GamesWirtschaft)
Game City Wien gilt als größtes Games-Event in Österreich (Foto: GamesWirtschaft)

Künftig soll ganz Wien zur ‚Game City‘ werden. Welche Locations könnt ihr euch perspektivisch als Partner vorstellen?

Es gibt viele spannende Möglichkeiten: von öffentlichen Plätzen wie dem Rathausplatz über Museen, Parks, Kinos, Universitäten, Escape Rooms, VR -Spielhallen und Start-Up-Hubs bis hin zum Wiener Prater natürlich.

Besonders wichtig ist uns aber auch, den Einzelhandel zu beleben. Daher wollen wir spannende Angebote für die Community schaffen – von Elektrohändlern über Möbelhäuser bis hin zu Bars, Restaurants und Clubs. Jede Location soll für die Community passende Angebote schaffen. Durch unsere Plattform erhalten die User eine schöne Übersicht der Angebote und können auf verspielte Art und Weise Punkte sammeln und diese dann für spezielle Voucher oder auch Gewinnspiele eintauschen.

Für die Community also tolle Angebote, spezielle Preise sowie Gamification in der ganzen Stadt und für den Handel bedeutet dies eine sehr breite Zielgruppe zu erreichen, Frequenz in den Shops sowie messbare Umsätze.


Bleibt es beim angestammten Zeitfenster im Oktober? Und wie wirkt sich die Jahreszeit auf eure Planungen aus – mehr Indoor, weniger Outdoor?

Prinzipiell visieren wir weiterhin den Oktober beziehungsweise Herbst an – und das aus guten Gründen: Das Zeitfenster hat sich über 20 Jahre bewährt. Zudem profitieren wir vom Abstand zur Gamescom, da viele Aussteller ihre Messestände von dort bei uns nochmals aufbauen oder Teile wiederverwerten – kosteneffizient und nachhaltig.

Der Oktober ist ideal, um die Vorweihnachts-Stimmung zu nutzen und im Herbst erscheinen meistens viele spannende Spiele. Nicht zuletzt ist der Oktober, auch wenn man es nicht erwarten würde, tatsächlich einer der regenärmsten Monate in Wien – in den letzten 20 Jahren hatten wir bei der Game City nur zwei bis drei Mal kurz Regen und somit auch gut geeignet für gewisse Outdoor Aktionen.


In welchem Stadium befindet sich das Projekt derzeit – und wann seid ihr so weit, dass ihr mit dem Konzept an die Öffentlichkeit gehen und auf Aussteller zugehen könnt?

Aktuell befinden wir uns in der Konzeptphase. Wir prüfen viele mögliche Location-Partner und planen, im Herbst – pünktlich zur Jahresplanung der meisten Firmen – mit den finalen Infos an die Aussteller, Partner und Sponsoren zu gehen.

Gleichzeitig arbeiten wir intensiv daran, das Konzept international als mögliches Franchise- beziehungsweise Partner-Modell anzubieten, um auch in Zukunft andere Städte in eine Game City zu verwandeln.

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