
In den kommenden Wochen werden auch die letzten Saturn-Märkte zum MediaMarkt. Doch der Elektronikhändler will an der Marke Saturn festhalten.
150 Saturn-Elektronikmärkte gab es bundesweit zu Hoch-Zeiten – Anfang des Jahres waren es noch 55, aktuell sind es 10 und demnächst Null. Die letzten verbliebenen Standorte (unter anderem Koblenz, München, Berlin, Bremen und Düsseldorf) werden noch im September zum MediaMarkt ‚umgelabelt‘. Mit dem Ergebnis, dass das Saturn-Logo nach 65 Jahren aus Deutschlands Fußgängerzonen und Einkaufszentren verschwindet.
Erst vor zwei Wochen hat das MediaMarkt Tech Village in der Hohe Straße in Köln eröffnet – und zwar am selben Ort, wo sich zuvor die Saturn-Filiale befand. Auf fünf Etagen und über 6.000 Quadratmeter ist nach monatelangem Umbau eine „einzigartige Erlebniswelt“ (Eigenwerbung) entstanden; davon entfallen 1.000 Quadratmeter auf die Gaming- und E-Sport-Location Xperion. MediaMarkt-Saturn Deutschland und der Mutterkonzern Ceconomy verkaufen die Neueröffnung als klares Bekenntnis zu Innenstadt-Standorten.
Praktische Auswirkungen hat die MediaMarkt-Metamorphose nicht: Technik, Werbung, Logistik, Einkauf, Bonus-Programme, Preise, Service, Rücknahme und Gewährleistung sind längst vereinheitlicht. Europaweit betreibt Ceconomy mehr als 1.000 Elektronikmärkte, davon rund 400 in Deutschland.

Saturn bleibt als Marke und Online-Shop erhalten
Doch was passiert mit der Traditions-Marke ‚Saturn‘, die ab 2002 den Slogan ‚Geiz ist geil‘ prägte? Ceconomy hat im Sommer klargestellt, das bekannte Logo möglichst erhalten zu wollen, und zwar als Showroom-Label. Bedeutet: In einzelnen Filialen sollen Aktionsflächen mit besonders hochwertigen und/oder innovativen Neuheiten entstehen, die von Saturn präsentiert werden. Wie genau das ausschauen könnte, hat das Unternehmen bislang nicht verraten.
Schon entlang des ‚Strategy Day‘ im Juli drängte sich der Eindruck auf, dass das zugrundeliegende Konzept noch nicht vollständig ausgereift ist – ungeachtet dessen, dass der Saturn-Rückbau schon lange vor der Ceconomy-Übernahme durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com in vollem Gange war.
Auf GamesWirtschaft-Anfrage bestätigt eine Unternehmenssprecherin, das man sich weiterhin in der Planungsphase befände: „Wir gehen davon aus, dass wir ab dem nächsten Jahr erste Showroom-Konzepte in ausgewählten MediaMärkten testen.“
Zu diesen „ausgewählten“ Test-Märkten dürften aufgrund Größe und Lage die drei Flagship-Stores der ‚Tech Village‘-Klasse zählen, sprich: Köln (Hohe Straße), Hamburg (Mönckebergstraße) und Berlin (ALEXA).
Bemerkenswert: Wenngleich der Fokus im stationären Handel künftig ganz auf der Marke ‚MediaMarkt‘ liegt, soll das erst 2023 eingeführte ‚Doppel-Logo‘ bestehen bleiben. Das gilt explizit auch für künftige Marketing-Kampagnen, wie die Zentrale bestätigt.
Und selbst auf saturn.de werden die Kunden weiterhin einkaufen können – dann zwangsläufig ohne ‚Store-Finder‘, der Stand 9. September noch 20 Standorte ausweist, wovon aber die Hälfte längst geschlossen oder umgebaut wurde, darunter die Filialen in Wiesbaden, Halle, Dresden, Dortmund und eben ‚Köln-City‘.
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