Die gute Nachricht: Sony PlayStation hat sich rechtzeitig mit Speicher-Chips bevorratet. Die nicht so gute: Am Aus für die Blu-Ray-Disc wird nicht gerüttelt.
Mit Spannung waren die Sony-Zahlen für das erste Quartal des jungen Finanzjahrs erwartet worden. Und der japanische Tech-Konzern liefert: Der Umsatz steigt um 8 Prozent auf umgerechnet 15,4 Mrd. €, das operative Ergebnis sogar um 40 Prozent auf 2,6 Mrd. €.
Dazu beigetragen hat insbesondere ein brummendes Videospiele-Geschäft: Die PlayStation-Sparte Game & Network Services (G&NS) kann den Gewinn um sagenhafte 54 Prozent steigern. Das Sony-Management passt daher die Prognosen für das Gesamtjahr (endet im März 2027) deutlich nach oben an.
Zwar verzeichnete das Games-Business eine rückläufige Nachfrage nach Software und Hardware, profitierte aber umgekehrt von äußerst günstigen Wechselkursen und US-Zoll-Rückzahlungen. Dem gegenüber stehen Investitionen in die nächste Konsolen-Generation (sprich: PlayStation 6) und Restrukturierungskosten.
In Summe wurden seit November 2020 mehr als 95 Millionen PlayStation 5-Konsolen abgesetzt. Allein in den zurückliegenden drei Monaten hat Sony 1,6 Millionen Geräte ausgeliefert – nach 2,5 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was im siebten Jahr der PS5-Generation allerdings nicht verwundert. Die Auswirkungen der Speicherchip-Krise hat das Unternehmen offenbar im Griff: Man habe hinreichend Komponenten gesichert, um die geplanten Mengen zu produzieren.
Die Zahl der Kunden, die ihre Konsole mindestens einmal pro Monat einschalten (Monthly Active Users), stieg im Juni auf 125 Millionen – damit kann Sony das hohe Niveau halten. Die Spielzeit geht hingegen zurück, was mit dem vergleichsweise dünnen Neuheiten-Angebot korrespondiert.
Sony verkauft weniger PlayStation-Konsolen – und verteidigt Disc-Aus
Die Digital-Download-Ratio liegt bei 82 Prozent. Bedeutet: Weiterhin werden 8 von 10 PlayStation-Spielen in digitaler Form erworben. In dieser Kennzahl sind auch Titel enthalten, die gar nicht als physische Version vertrieben werden, etwa Free2Play-, Indie- oder Multiplayer-Games.
Unter anderem diese Entwicklung hat Sony dazu veranlasst, bereits Ende 2027 die Produktion von Spiele-Discs einzustellen (Details / Kolumne). Spätestens zum 1. Januar 2028 sind Neuheiten nur noch im Online-Store oder via Download-Code erhältlich, wie es demnächst bei Grand Theft Auto 6 (Release: 19.11.) praktiziert wird.
Die mit eineinhalbjährigem Vorlauf erfolgte Ankündigung hat zu anhaltendem Protest inklusive Petition geführt. Sony-Finanzchefin Lin Tao zeigt Verständnis für den Groll. Doch sie verweist auch darauf, dass die Digitalisierung von Content unaufhaltsam voranschreitet: „Games sind eine Form des Entertainments, die von vielen Menschen geliebt wird und mit der Menschen schöne Erinnerungen verbinden. Wir verstehen die Emotionen – und wir haben sie in Betracht gezogen.“
Gleichwohl gibt es keinerlei Anzeichen, dass Sony auch nur einen Millimeter vom eingeleiteten Blu-Ray-Disc-Aus abweicht. Im österreichischen Werk laufen längst die Vorbereitungen für den Rück- und Umbau der Produktionslinien.
Anders als Nintendo und Microsoft Xbox plant Sony Interactive für die Gamescom 2026 (26. bis 30. August) keinen eigenen Consumer-Stand.













