Microsoft Xbox kehrt mit eisernem Besen durch das Studio-Portfolio: Vor dem Aus steht unter anderem das Hellblade-Studio Ninja Theory.
Noch vor einer Woche durfte das britische Studio Ninja Theory entlang des Xbox Games Showcase die Neuheit Senua präsentieren – Nachfolger des Xbox-Action-Abenteuers Senua’s Saga: Hellblade 2.
Jetzt steht Ninja Theory offenkundig auf einer Streichliste des Mutterkonzerns Microsoft, der das Studio erst 2018 übernommen hat. Laut übereinstimmender Medienberichte (u. a. The Verge, Bloomberg) soll Microsoft die Belegschaft über die Schließung informiert haben – es sei denn, es finde sich noch kurzfristig ein Käufer.
Nach Informationen der US-Medien stehen weitere Entwickler vor dem Aus, darunter Double Fine Productions (Psychonauts, Keeper), Arkane (Dishonored, Marvel’s Blade) und Compulsion Games (South of Midnight). Derzeit würden Verhandlungen zwischen Microsoft und den Studios laufen, inwieweit andere Lösungen in Frage kommen – etwa ein Management Buyout, was die Rückkehr zur Eigenständigkeit erlauben würde.
Medienbericht: Microsoft schließt Studios, darunter Ninja Theory
Kleinster gemeinsamer Nenner der in Frage stehenden Studios: originelle, vielfach preisgekrönte Spiele, die aber kommerziell nicht in hinreichendem Maße auf die Microsoft-Erwartungen einzahlen. Dazu passt: In einem erstaunlich offenen Memo hatte das neuen Xbox-Führungsduo Asha Sharma und Matt Booty auf die dünne Marge der Games-Sparte verwiesen.
Am Wochenende hatte Microsoft-CEO Satya Nadella im Rahmen einer Konferenz nachgelegt: Man habe zwar viele Milliarden Dollar in Games investiert, verdiene mit dem Xbox-Business aber kaum Geld – vielmehr werde der Betrieb subventioniert. Zu den vordringlichsten Aufgaben des Xbox-Managements gehört es demzufolge, ein nachhaltiges Geschäftsmodell für Hardware und Software zu entwickeln. Im ersten Schritt müssen dazu die Kosten runter: Spätestens im Juli soll ein weiterer Stellenabbau erfolgen.
Microsoft hat sich bislang nicht offiziell zu den kolportierten Studio-Schließungen geäußert. Bestätigt ist indes der Rückzug von langjährigen Führungskräften: Craig Duncan (Head of Xbox Game Studios) und Louise O’Connor (Chief of Staff) verlassen das Unternehmen. Dem Vernehmen nach handelt es sich um ungeplante Personalien: Die von Duncan verantworteten Studios berichten vorerst direkt an Booty, bis ein Nachfolger gefunden ist.













