
Von einem „Meilenstein für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Spielen in Deutschland“ spricht die DGSW mit Blick auf den ersten Fachkongress.
Ein Jahr nach Gründung der Deutsche Gesellschaft für Spielwissenschaft (DGSW) haben sich am vergangenen Freitag (12.6.) erstmals 70 Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre, Game-Design und Entwicklung in der Hochschule Darmstadt zur ersten Jahreskonferenz getroffen. Die Teilnehmer vertreten mehr als 50 Hochschulen, Institute, Verlage, Studios und Universitäten aus dem ganzen Bundesgebiet.
Im Kern stand die Frage: Wie lassen sich Spiele wissenschaftlich untersuchen, gestalten, vermitteln und gesellschaftlich wirksam machen? Das Spektrum reicht von Gamification-Ansätzen über Serious Games bis hin zu Künstlicher Intelligenz, Games-Studiengängen, Förderung und Infrastruktur.

Prof. Stephan Jacob von Hochschule Darmstadt: „Die Konferenz hat eindrucksvoll gezeigt, dass Spielwissenschaft in Deutschland längst ein vielfältiges, relevantes und wachsendes Feld ist. Unser Ziel war es, Forschende, Lehrende und Praktiker zusammenzubringen, die sich mit Spielen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen. Genau das ist gelungen: Es sind neue Kontakte entstanden, zentrale Herausforderungen wurden sichtbar und es wurde deutlich, wie groß das Potenzial dieses Feldes ist.“
Prof. Jens Junge, 2. DGSW-Vorsitzender: „Spiele sind ein zentraler Bestandteil unserer Kultur, unserer Medienlandschaft, unserer Bildung und unserer technologischen Entwicklung. Umso wichtiger ist es, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Spielen stärker vernetzt, institutionell verankert und öffentlich sichtbar wird. Diese Konferenz war dafür ein sehr wichtiger Schritt – und zugleich ein klares Signal, dass die Community bereit ist, die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen.“
Nachholbedarf gibt es im internationalen Vergleich mit Blick auf die Sichtbarkeit: Unter dem Stichwort ‚Game Sciences‘ haben sich bereits Strukturen und Netzwerke etabliert – just an dieser Stelle will die DGSW ansetzen. Geplant sind eine stärkere Beteiligung im Rahmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Aufbau eines eigenen wissenschaftlichen Journals.
Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Austausch mit der Praxis, also mit Publishern und Studios. Deshalb waren zur Konferenz auch Vertreter aus der Industrie geladen, darunter Brettspielautor Uwe Rosenberg (Bohnanza, Agricola) sowie Vertreter von Larian Studios (Baldur’s Gate 3), CD Projekt Red (Cyberpunk 2077) und vom Darmstädter Lokalmatador Claymore Game Studios (Commandos).
Weitere Informationen zum Programm der Arbeitsgruppen sowie weitere Foto-Eindrücke finden Sie auf der Website der DGSW.












