Start Wirtschaft Ubisoft schließt Studios und setzt Personalabbau fort

Ubisoft schließt Studios und setzt Personalabbau fort

0
Ubisoft-CEO Yves Guillemot bei der 30-Jahres-Feier von Ubisoft Mainz im Mai 2025 (Foto: GamesWirtschaft)
Ubisoft-CEO Yves Guillemot bei der 30-Jahres-Feier von Ubisoft Mainz im Mai 2025 (Foto: GamesWirtschaft)

Ubisoft dreht weiter an der Kostenschraube: Der französische Games-Konzern gibt die Standorte Belgrad und Winnipeg auf.

Man kann nicht behaupten, es habe keine Vorwarnung gegeben: Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen im Mai hat Ubisoft-Chef Yves Guillemot die nächste Stufe des Sparprogramms angekündigt, um die Fixkosten auf Dauer zu senken. In der Games-Industrie sind in diesem Zusammenhang faktisch immer Personalkosten gemeint – und damit Standort-Schließungen und Stellenabbau.

Genau dies passiert in diesen Tagen:

  • Ubisoft Belgrad wird komplett geschlossen – 100 Angestellte verlieren ihren Job. Das Studio in der serbischen Hauptstadt hat an Titeln wie Rainbow Six, Riders Republic, The Crew 2 und Skull & Bones mitgewirkt.
  • Ebenfalls abgewickelt wird das Ubisoft-Studio im kanadischen Winnipeg, wie betroffene Beschäftigte auf Social Media und gegenüber US-Medien öffentlich machten. Direkt betroffen sind rund 65 Jobs. Das Winnipeg-Team hat an Spielen wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six: Siege mitgewirkt.
  • Bei Ubisoft Barcelona fallen rund 50 Positionen einer Umstrukturierung zum Opfer, wie aus einer internen E-Mail hervor geht. Der Fokus in Katalonien soll künftig vorrangig bei Rainbow Six Siege liegen.

Barcelona zählt neben Montreal, Quebec und Sofia zum Ubisoft-Tencent-Joint-Venture Vantage Studios, das die Blockbuster-Marken Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six: Siege federführend verantwortet. Belgrad und Winnipeg sind hingegen Teil des ‚Creative Network‘, zu dem auch Ubisoft Berlin und Ubisoft Düsseldorf gehören: Die Standorte sind bei internationalen Co-Produktionen eingebunden und liefern einzelne Komponenten zu.

Ubisoft schließt Studios und setzt Personalabbau fort

In Summe baut Ubisoft 380 Stellen ab. Zum Stichtag 31. März 2026 waren bei Ubisoft weltweit 16.590 Mitarbeiter beschäftigt – 1.200 weniger als im Jahr zuvor. Mit Abfindungsangeboten will das Unternehmen den Personalabbau beschleunigen.

Bereits im Januar hatte Ubisoft die Niederlassungen in Stockholm und im kanadischen Halifax aufgegeben; empfindliche Personal-Einschnitte drohen außerdem der Konzernzentrale in Paris.

In den drei deutschen Studios in Berlin, Düsseldorf und Mainz (Anno 117: Pax Romana) sind nach neuesten Zahlen 580 Mitarbeiter unter Vertrag; darüber hinaus betreibt Ubisoft mit Kolibri Games in Berlin ein dezidiertes Mobilegames-Studio mit mehr als 100 Angestellten.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein