Start Politik Olympischer Sportbund gründet DOSB E-Sports gGmbH

Olympischer Sportbund gründet DOSB E-Sports gGmbH

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Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB
Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB

Leistung, Haltung, Community: Mit der Gründung der gemeinnützigen DOSB E-Sports gGmbH wagt der organisierte Sport einen Neustart.

Kompliziert – so lässt sich das Verhältnis des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) zur Videospiele- und E-Sport-Branche umschreiben. Die herzliche Abneigung gipfelte in bezahlten PR-Kampagnen im Fachblatt Micky Maus, worin Donald Duck den Neffen anriet: „Geht lieber raus und treibt richtigen Sport! Die Daddelbox macht euch nur schlapp und träge“.

Zuletzt hat wieder eine zarte Annäherung stattgefunden, etwa mit Blick auf das Konsortium Team Esports Germany, das die Entsendung einer ‚Nationalmannschaft‘ zum Esports Nations Cup im November in Saudi-Arabien koordiniert. Auch die im Januar 2026 in Kraft getretene Anerkennung der Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen dürfte den Vorgang beschleunigt haben – der DOSB will die bisherige, tendenziell kritische E-Sport-Positionierung „weiterentwickeln“.

Parallel geht der DOSB den nächsten Schritt: Das Präsidium hat die Gründung der DOSB Esports gGmbH beschlossen, die am 1. Juni 2026 den operativen Betrieb aufnimmt. Die organisatorisch eigenständige Einheit soll das künftige Engagement im E-Sport-Bereich organisieren – und zwar im Zusammenspiel mit den bestehenden Akteuren aus E-Sport, Sport, Politik, Gaming und Gesellschaft.

Abseits der Koordination und Betreuung der im Aufbau befindlichen Nationalmannschaften sollen „nachhaltigen Leistungs- und Förderstrukturen“ entstehen. Wesentliche Bausteine sind außerdem die wechselseitige Vernetzung und die Entwicklung von Projekten.

Olympischer Sportbund gründet DOSB E-Sports gGmbH

Der DOSB legt Wert darauf, dass sich die E-Sports GmbH ausdrücklich nicht als Ersatz bestehender Strukturen versteht – also in Konkurrenz zum Branchen-Verband Game, zum E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) und zu Sportverbänden auf Landes- und kommunaler Ebene.

Leon Ries, Vorstand Jugend im DOSB: „E-Sports und Gaming sind für Millionen junger Menschen selbstverständlicher Teil ihrer Lebensrealität. Als organisierter Sport sehen wir darin die Chance, Bewegung, Leistung, Gemeinschaft und Werte auch im digitalen Raum sichtbar zu machen und gemeinsam mit bestehenden Akteuren Verantwortung für positive Entwicklungen zu übernehmen.“

Otto Fricke, Vorsitzender des DOSB-Vorstands und als einstiger FDP-Bundestags-Haushälter eng mit dem Thema vertraut: „Mit der DOSB E-Sports gGmbH schaffen wir eine Struktur, die den organisierten Sport mit neuen digitalen Lebenswelten verbindet. Dabei geht es nicht um kurzfristige Trends, sondern um die Frage, wie Sport auch in Zukunft gesellschaftlich relevant bleibt und junge Menschen erreicht.“ 

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